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Kult-Bar in Wolfenschiessen: «Happy-Sepp» hängt die Wirteschürze an den Nagel

Eine Ikone des Gastgewerbes tritt ab. Sepp Durrer gibt Ende Februar seine Kult-Bar Happy Day in jüngere Hände. In seinen 32 Jahren holte er etliche Stars und Sternchen nach Wolfenschiessen.
Kurt Liembd
Einer geht noch: Sepp Durrer hinter der Theke seines Betriebs. (Bild: Corinne Glanzmann, Wolfenschiessen, 31. Oktober 2018)

Einer geht noch: Sepp Durrer hinter der Theke seines Betriebs. (Bild: Corinne Glanzmann, Wolfenschiessen, 31. Oktober 2018)

Es ist sein Reich, sein Lebenswerk, sein Leben – das «Happy Day» in Wolfenschiessen. Seit 32 Jahren führt Sepp Durrer leidenschaftlich diese Bar mit Disco, die vor allem bei den Jüngeren ein beliebter Treffpunkt ist. Deshalb kennt man ihn in weiten Kreisen unter dem Übernamen «Happy-Seppi». Damit verbunden ist eine Erfolgsgeschichte einer professionell geführten Disco auf dem Lande, die auch von Städtern aus Luzern seit je gerne besucht wird. Heute sind Szenelokale dieser Art eher selten geworden. Das «Happy Day» jedoch ist in der Gastrolandschaft etabliert – vor allem dank Sepp Durrer, der mit Jugendlichen genauso umzugehen weiss wie mit älteren Gästen.

«Das ‹Happy Day› muss weiterleben.»

Neben dem Wirteberuf war es Durrer auch noch möglich, politisch aktiv zu sein. So sass er von 2006 bis 2018 im Kantonsparlament. Fünf Jahre lang wirkte er zudem als Fraktionschef der FDP. Vor zwei Jahren kandidierte er gar als Regierungsrat und erreichte dabei einen Achtungserfolg. Ganz aktuell ist Sepp Durrer seit 1. November 2018 Gemeinderat in Wolfenschiessen und hat dort das Amt des Finanzchefs inne.

Seit 37 Jahren selbstständiger Gastronom

Doch warum will er mit erst 59 Jahren den Wirteberuf an den Nagel hängen? «Aus Liebe zum ‹Happy Day›», sagt Durrer. Sein Wunsch: «Das ‹Happy Day› muss weiterleben.» Nun habe er einen ausgezeichneten Nachfolger, der den Betrieb in bewährter Art weiterführe. Es ist dies Beat Niederberger (35), der seit 15 Jahren sein Stellvertreter im Betrieb ist und Durrers rechte Hand.

Dann zeigt Durrer auf seine Frisur und meint: «Für junge Leute bedeuten graue Haare alt sein.» Er fühle sich aber überhaupt nicht alt, auch weil er fast sein ganzes Leben mit jungen Leuten verbracht habe. Auf seine Zukunft angesprochen, sagt Durrer, dass er keine beruflichen Pläne habe, ausser dass er sich auf sein Amt als Gemeinderat konzentrieren wolle. Sonst aber wolle er erst einmal «das Leben geniessen», denn seit 37 Jahren sei er nun selbstständiger Gastronom. Bevor er das «Happy Day» übernahm, führte er noch andere Restaurants, in Spitzenzeiten bis zu fünf Betriebe gleichzeitig. In den letzten Jahren übernahm Sepp Durrer für eine begrenzte Zeit noch das Restaurant Wilhelm Tell in Stans.

Stanser Frohsinnvater und leidenschaftlicher Sammler

Nebst der Gastronomie und der Politik war Sepp Durrer zeitlebens ein Mann der Tat. So sass er während 14 Jahren im Vorstand von Gastro Nidwalden, war 2012 Stanser Frohsinnvater und während 20 Jahren Vorstandsmitglied des Nidwaldner Gewerbeverbandes. Ein spezielles Hobby hat er auch noch, das er inskünftig vermehrt pflegen will. Sepp Durrer ist ein leidenschaftlicher Sammler. Hier ein kleiner Auszug aus seiner Sammlung: Silbermantel von Simon Ammann, Racket von Roger Federer von Wimbledon 2004, Handschuhe von Autorennfahrer Ralf Schumacher, Gitarren der Popgruppe Abba, Jacke von Autorennfahrer Felipe Massa, Originalautogramme von Päpsten, Freddy Mercury, Michael Jackson, ja sogar von Saddam Hussein.

Mit Sepp Durrer verabschiedet sich ein Mann, der in der Gastroszene oft für Staunen oder gar Furore sorgte. So bewies er in den 32 Jahren viel Flair, bekannte Namen nach Wolfenschiessen zu holen, so unter anderen DJ Bobo, Vera K., DJ Antoine, Polo Hofer, Krokus – die international erfolgreichste Schweizer Rockband aller Zeiten – oder auch den «König von Mallorca», Jürgen Drews. Das waren noch Zeiten, als Krokus fast jedes Wochenende im «Happy Day» aufspielten oder Jürgen Drews mit «Happy-Seppi» im Jahr 2006 gar einen Film drehte.

Und dann noch dies: Der Nidwaldner Ständerat und Bundesratskandidat Hans Wicki ist im «Happy Day» als Wirtekind aufgewachsen, denn sein Vater hatte während einiger Jahre den Betrieb geführt. Da auch die Wolfenschiesser Skirennfahrerin Monika Hess in ihrer Freizeit gerne im «Happy Day» verkehrte, kam es, wie es kommen musste. Es funkte im «Happy Day», sodass der Name des Lokals nicht passender hätte sein können. Hans Wicki war damals 18 Jahre alt, Monika ein Jahr jünger. Und happy sind sie bis heute, auch dank dem «Happy Day».

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