HASLE / STANS: Müller Martini: 550 Arbeitsplätze auf dem Spiel

Müller Martini steht vor einem grossen Stellenabbau. In der Schweiz sollen bis zu 330 Stellen gestrichen werden. Vom Abbau ist auch die Zentralschweiz betroffen.

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Müller Martini Hauptsitz in Zofingen (Archivbild Neue LZ)

Müller Martini Hauptsitz in Zofingen (Archivbild Neue LZ)

Der Umsatz sei in den vergangenen vier Jahren um mehr als 60 Prozent eingebrochen, teilte Müller Martini am Donnerstag mit. Die Situation habe sich seit Ende 2012 weiter verschärft. Von den 1355 Arbeitsstellen in der Schweiz werden 330 Stellen gestrichen. Betroffen sind auch die Standorte Hasle (20 Kündigungen) sowie Stans (10) Kündigungen. Derzeit werden ins Hasle 172 Personen beschäftigt, in Stans sind es 61.

Diese Situation zwinge Müller Martini, eine grundlegende Restrukturierung zu prüfen. Das Unternehmen informierte am Donnerstag die Behörden und Sozialpartner. Man habe Gespräche mit den Personalvertretungen zur gemeinsamen Lösungssuche aufgenommen. Müller Martini ist Herstellerin von Systemen für die Druckverarbeitung und den Versand mit Sitz in Zofingen.

Umsatz halbiert

Der Umsatz des Martkführers sank in den vergangenen vier Jahren von über1 Mrd. auf deutlich unter 450 Mio. Franken, wie es in der Medienmitteilung heisst. Für das laufende Jahr werde mit einem Umsatz von rund 400 Mio. Fr. gerechnet.

«Die Verluste in den letzten vier Jahren haben sich trotz kontinuierlicher Anpassungen und Gegenmassnahmen auf Ertrags- und Kostenseite auf einen dreistelligen Millionenbetrag summiert», wird Konzernchef Bruno Müller in der Medienmitteilung zitiert. «Diese Last kann unser Familienunternehmen auf Dauer leider nicht mehr tragen.»

Das Ziel sei, sich im weltweit geschrumpften Markt der grafischen Branche auch in Zukunft zu behaupten und das Überleben der Gruppe zu sichern.

Suche nach Lösungen

Um weiterhin Investitionen in Produktentwicklungen tätigen zu können, muss Müller Martini nach eigenen Angaben Kosten und Erträge wieder in Einklang bringen. Daher müsse die Grösse des Unternehmens an den geschrumpften Markt anpasst werden.

Die Konzernleitung prüft nun mit den Personalvertretungen in den nächsten Wochen nach Lösungen. Im Zentrum stehen gemäss eigenen Angaben alle Fertigungsstandorte und Bereiche der Gruppe im In- und Ausland.

Die beiden ungenügend ausgelasteten Hauptstandorte Felben TG und Zofingen AG würden vertieft geprüft. Aufgrund der grösseren Synergieeffekte stehe eine Verlagerung der Produktion von Felben nach Zofingen im Vordergrund.