Helfersuche für Kantonalschwingfest in Oberdorf ist kräftezehrend

Für das Kantonalschwingfest Ende Mai braucht es eine grosse Helferschar. Die Krux: Mit der Iheimisch und dem Innerschweizer Musikfest finden in der Region zu ähnlicher Zeit weitere Grossanlässe statt.

Oliver Mattmann
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Helfende Hände sind willkommen: Hier wird an einem früheren Schwingfest in Kerns Kaffee-Nachschub geliefert. (Archivbild: Robert Hess)

Helfende Hände sind willkommen: Hier wird an einem früheren Schwingfest in Kerns Kaffee-Nachschub geliefert. (Archivbild: Robert Hess)

Selbst wenn die Suche nach ihnen nicht einfacher wird. Es gibt sie noch: sogenannte Edelhelfer, die sich Mal für Mal für einen ehrenamtlichen Dienst einspannen lassen und für Organisatoren etwelcher Anlässe unverzichtbar sind. «Solche zuverlässigen Helfer sind Gold wert», weiss Judith Odermatt. Die Oberdorfer Gemeindepräsidentin hat am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest vom 26. Mai in ihrer Gemeinde das Personalressort unter sich. «Du weisst genau, wo du sie einsetzen kannst und dass es reibungslos funktionieren wird», sagt Odermatt. Sie wagt eine Prognose: «Wenn solche Helfer mit der Zeit ausgehen, dann stehen zahlreiche Anlässe in Nidwalden auf der Kippe.» Denn kaum ein Veranstalter könne es sich leisten, dafür professionelles Personal anzustellen und entsprechend zu entlöhnen.

Die Personalchefin des «Kantonalen» ist zuversichtlich, dass sie die rund 450 benötigten Helferinnen und Helfer rechtzeitig zusammenkriegen wird. In der Schwingerszene sei es Ehrensache, dass man sich gegenseitig helfe. Ein Zuckerschlecken sei die Suche trotzdem nicht, gibt sie zu. Denn um alle Schichten zu besetzen, braucht es zusätzlich Leute. So seien Vereine und Passivmitglieder angeschrieben, im ­Gemeindemagazin ein Artikel geschaltet, auf der Website und weiteren Online-Kanälen wie Facebook Aufrufe lanciert worden. «Der Rücklauf hält sich in Grenzen», konstatiert Odermatt. Es werde immer schwieriger, Menschen zu Fronarbeit zu motivieren, das sei eine gesellschaftliche Entwicklung. «Du musst persönlich auf die Leute zugehen, die Begeisterung für den Anlass spüren lassen. Das ist zwar mit Aufwand verbunden, trägt aber viel mehr Früchte», so ihre Erfahrung.

Erschwerend kommt in diesem Jahr hinzu, dass innert kurzer Zeit gleich mehrere Grossanlässe in Nidwalden über die Bühne gehen. Eine Woche nach dem Kantonalschwingfest steht die Gewerbeausstellung Iheimisch auf dem Flugplatz Buochs auf dem Programm, Mitte Juni wird in Hergiswil zum ersten Innerschweizer Musikfest geladen. Es ist anzunehmen, dass es bei den Helferscharen eine Schnittmenge gibt und sich einige für das eine oder eben das andere entscheiden.

Trotz Handicap will er als Helfer dabei sein

Judith Odermatt hat auch aus diesem Grund vorgesorgt und die Helferschichten zeitlich so begrenzt, dass sie eher eine Zusage als Absage bekommt. Total braucht es so zwar mehr Leute. Doch sie sagt:

«Viele geben dir ein Korb, wenn sie den ganzen Tag im Einsatz stehen müssten, weil sie selber auch gerne etwas vom Fest haben wollen. Mit Halbtagesschichten ist dies besser vereinbar.»

Helfende Hände seien nach wie vor in allen Bereichen willkommen, fügt sie an, besonderen Bedarf habe sie aktuell aber an Servicepersonal in der Festwirtschaft und an Allroundern, die überall einsetzbar sind. «Das wird ein cooles Fest und das ganze OK gibt Vollgas für unsere Gemeinde und den Schwingsport generell», macht die Personalchefin Werbung in eigener Sache.

Selbst wenn die Helfersuche kräftezehrend ist, so erleben Judith Odermatt und ihr Team auch viele schöne Geschichten. «Verschiedene Leute, mit denen ich irgendwann einmal Kontakt hatte, lassen mich nicht hängen und grasen auch ihren Kollegenkreis nach möglichen Helfern ab. Das ist schon berührend», erzählt die Gemeindepräsidentin. Und eine Anfrage hat ihr Herz speziell erwärmt: Ein Mensch mit Beeinträchtigung, der in einem anderen Kanton wohnt, aber ein Schwingfan ist, habe seine Dienste anerboten. «Wir werden zusammen mit seinem Betreuer nach einer geeigneten Einsatzmöglichkeit suchen», erzählt Judith Odermatt. Auch anhand dieses Beispiels sagt sie: «Man kann all den Leuten nicht genug Danke sagen. Vor allem bei langjährigen Helfern darf nicht der Eindruck entstehen, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass sie einen beachtlichen Teil ihrer Freizeit opfern.»

Interessierte Helfer finden weiterreichende Informationen hier