Helmproduzent der Schweizer Garde ist Oberdorfer des Jahres

An der Preisverleihung sind die aussergewöhnlichen Leistungen der Bürgerinnen und Bürger geehrt worden.

Ruedi Wechsler
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Marcus Risi mit Gemeindepräsidentin Judith Odermatt.

Marcus Risi mit Gemeindepräsidentin Judith Odermatt.

Bild: Ruedi Wechsler (Oberdorf, 25. Januar 2020)

Weil Sepp Odermatt am Skiort Kitzbühel weilte, übernahm seinen Part als Moderator Roland Bösch. Er führte mit viel Witz souverän durch den Abend und sorgte für beste Unterhaltung in der nicht ganz gefüllten Oberdorfer Aula. Ehrenpreisträger und Tausendsassa Marcus Risi war für einmal sprachlos, als er den Pokal entgegennahm. Mit 3D-Drucker fertigte er letztes Jahr über 150 Helme für die Schweizergarde im Vatikan an, was ein grosses mediales Echo auslöste.

«Da ich bereits mit einem Preis geehrt wurde, rechnete ich niemals mit dieser Auszeichnung», sagte der überglückliche Unternehmer. «Mir wird erst jetzt bewusst, welchen Anklang meine Arbeit nach aussen gefunden hat. In meinem täglich drehenden Hamsterrad habe ich das gar nicht realisiert.» Den Pokal werde er daheim neben sein Frohsinnvaterbild stellen.

50 Jahre Bürer Langlauf

Walter Hurschler vom Skiclub Büren-Oberdorf bekam den Jubiläumspreis für 30 Jahre Leitung der Jugendski-Renngruppen Alpin. Nachwuchstalent Michaela Imhasli, die sich gerade von einer Knieverletzung erholt, lobte Walter Hurschler. Auf 35 Jahre Leitung der Jugendski-Renngruppe Langlauf blickt Willi Marti aus Buochs zurück. Den Bürer-Langlauf gibt es bereits seit 50 Jahren. Das OK und ehemalige Mitglieder davon konnten den verdienten Lohn aus den Händen von Gemeindepräsidentin Judith Odermatt entgegennehmen. Seilzieher Reto Barmettler holte in Irland mit dem Seilziehclub Stans-Oberdorf Gold mit dem U23-Team. Die Aussage von Barmettler, dass ein heisses Balsa-Bad bis zu 2,5 Kilogramm Übergewicht reduziere, sorgte für grosse Lacher. Eine gelungene Frisbeeshow auf Bühne und Balkon zeigten Fabian Daucourt und Marco Zurkirch. Sie erhielten die Auszeichnung für diverse Erfolge.

Die treffsicheren Schützen aus Büren vertrat Benno von Büren. «Auch dank Nina Christen reichte es zum ersten und langersehnten Schweizer-Meister-Titel im Kleinkaliberschiessen», sagt von Büren. Der Präsident der Kleinseilbahnen, Paul Odermatt, führt nur zweieinhalb Jahre nach dessen Gründung mit 1700 Mitgliedern bereits den grössten Nidwaldner Verein. Per Videobotschaft aus dem italienischen Piancavallo meldete sich die Snowboarderin Jessica Keiser zu Wort. Sie gewann 2019 den Europacup und schaffte den Aufstieg ins A-Kader des schweizerischen Skiverbandes Swiss-Ski.

Christian Florin erhielt von der Innerschweizer Handelskammer den Anerkennungspreis für seine Lichtmesstechnik. Damit werden unter anderem auch Kaffeekapseln ausgemessen. Geehrt wurden zudem die Ausdauersportler Mirjam Niederberger sowie Jolanda und Adrian Scheuber. Weitere Auszeichnungen gingen an den Orientierungsläufer Ciro Martin und den Kegler Adrian Banz. Manuela Achermann aus Niederrickenbach, die in der Sendung Landfrauenküche im Schweizer Fernsehen den Kanton Nidwalden im besten Licht erstrahlen liess, schwärmte vom Fernsehteam, das sie begleitet hatte. «Während der ganzen Woche durften wir uns so geben und ausdrücken, wie wir wollten. Auch als die Kameras ausgeschaltet waren, hatten wir es super zusammen und nach der Finalsendung im Studio reisten wir erst am anderen Mittag zurück nach Nidwalden», erzählte Achermann.

Schwinger versteigern ihre Hosen

Gebührend wurden die beiden Schwinger Lutz Scheuber und Marcel Mathis verabschiedet, die am eidgenössischen Schwingfest siegreich waren. Begleitet mit Videosequenzen auf der Grossleinwand aus Zug und dem Titelsong des letztjährigen eidgenössischen Schwingfestes betraten die beiden die Bühne. «Die Post von weiblichen Fans war überschaubar», sagte Mathis auf die Frage nach möglichen Verehrerinnen. Die zur Versteigerung angebotenen Schwinghosen, von Mathis und Scheuber signiert, fanden für 400 beziehungsweise 250 Franken neue Besitzer. Insgesamt kamen an diesem Abend fast 1500 Franken zusammen, die an den Verein Kinderspitex Zentralschweiz überwiesen werden.

So entstehen die Helme: 

So sieht der schwarze Helm der Schweizergarde aus - frisch gedruckt von der Stanser Firma 3D-Prototyp GmbH. (Bilder: Keystone/Urs Flüeler, 18. Juni 2018)
7 Bilder
Ein Blick auf den Bildschirm des 3D-Druckers.
Arbeiten am Kunststoff-Helm.
Trotz modernster Technik ist auch Handarbeit nötig.
Jede Kontur muss stimmen.
Marcus Risi, Inhaber der 3D-Prototyp GmbH, präsentiert in seiner Stanser Firma die neuen Helme.
Jetzt fehlt noch der schwarze Lack.

So sieht der schwarze Helm der Schweizergarde aus - frisch gedruckt von der Stanser Firma 3D-Prototyp GmbH. (Bilder: Keystone/Urs Flüeler, 18. Juni 2018)

Schweizergarde erhält Helme aus dem 3D-Drucker: 

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