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HERGISWIL: «Bahntunnel steht in den Sternen»

Frustration und Enttäuschung herrschten vor nach dem Infoanlass über die Zentralbahn. Etwas Erfreuliches gibt es dennoch.
Kurt Liembd
Im Dezember 2013 haben ein paar Hergiswiler den Bahnhof Matt symbolisch beerdigt. Nun lebt er wieder auf. (Bild: Archiv Kurt Liembd / Neue NZ)

Im Dezember 2013 haben ein paar Hergiswiler den Bahnhof Matt symbolisch beerdigt. Nun lebt er wieder auf. (Bild: Archiv Kurt Liembd / Neue NZ)

Kurt Liembd

«Ich bin sehr enttäuscht, denn ich habe nichts Neues erfahren», sagte Jörg Elmiger bei der Fragerunde vor rund 400 Leuten in der Aula Grossmatt, nachdem Vertreter des Kantons und der Zentralbahn ausführlich über den geplanten Doppelspurausbau Schlüssel bis Matt informiert hatten. So wie ihm erging es vielen andern. Etwa Ernst Mathis, Vorstandsmitglied der IG «Lärm weg», der öffentlich sagte: «Ich bin vom Regierungsrat massiv enttäuscht, da er sich viel zu wenig für einen Bahntunnel einsetzt.»

Zur Erinnerung: Im Juli 2014 meldete die Regierung zum Thema Best-Variante (siehe auch Zeitschiene rechts): «Die Planung und Realisierung des Tunnels erfolgt ab 2022, die Inbetriebnahme ist ab 2030 vorgesehen.» Zwei Jahre später sieht alles anders aus. So erklärte Hanspeter Schüpfer, Leiter des kantonalen Amtes für Mobilität (früher Tiefbauamt), am Montagabend: «Der Ausbau der Doppelspur mit dem Tunnel kurz wird in einem späteren Ausbauschritt nach 2030 und erst bei Bedarf aufgenommen.»

Faktisch dürfte ein Tunnel also erst um 2050 Realität werden, wie Ernst Mathis vorrechnete. Auch Michael Schürch, der neue CEO der Zentralbahn, sagte: «Das Projekt Tunnel kurz zwischen den Bahnhöfen Matt und Dorf steht in den Sternen.» Deshalb glauben heute viele nicht mehr an dieses Projekt, wie beim anschliessenden Apéro zu spüren war. «Dieser Tunnel wird nie gebaut oder erst dann, wenn wir alle hier bereits auf dem Friedhof beerdigt sind», so Ernst Mathis.

Gemeindepräsident Remo Zberg versuchte zu beschwichtigen und zeigte sich gar optimistisch: «Der Tunnel ist nach wie vor in Planung. Ob er je kommt, können wir im Moment nicht sagen. Wir Hergiswiler haben ja noch zwei Bundesparlamentarier, die in Bern Druck machen können.» Ein Versprechen gab Remo Zberg auf sicher ab: «Eine offene Doppelspur durch Hergiswil auf dem heutigen Terrain wird es ganz sicher nicht geben.»

Neue Kosten: 43 Millionen Franken

Zur Hauptsache ging es am Montag nebst dem Bahntunnel vor allem um den Doppelspurausbau von der Kantonsgrenze bis zum Bahnhof Matt. Das modifizierte Projekt soll auf dem heutigen Niveau gebaut werden und nicht mehr, wie früher geplant, rund 1,50 Meter höher. Dagegen gingen damals 176 Einsprachen ein, die Gegner sprachen von «Hochbahn». Der Zeitplan für das Projekt über 43 Millionen Franken wurde von Michael Schürch vorgestellt: So soll das Bauprojekt dem Bundesamt für Verkehr gegen Ende Jahr eingereicht werden. Anschliessend wird es öffentlich aufgelegt. Baubeginn ist voraussichtlich Anfang 2018. Die Inbetriebnahme des Doppelspurabschnitts ist für Dezember 2019 vorgesehen. «Auf diesen Zeitpunkt wird auch der Bahnhof Matt wieder eröffnet», sagte Schürch, was zumindest etwas Freude auslöste.

Noch etwas freute die Hergiswiler: Da mit dem Bau der modifizierten Doppelspur die Linienführung gegenüber dem heutigen Zustand gestreckt wird, kann das Kurvenkreischen vermindert werden. Die Streckung der Linie ermöglicht auch eine Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit, was eine wichtige Voraussetzung bildet für künftige Angebotserweiterungen und eine verbesserte Fahrplanstabilität. Die Expresszüge nach Engelberg und Interlaken werden aber weiterhin in Hergiswil nicht halten, wie Schürch sagte. Das sei fahrplantechnisch und wegen der Einspurigkeit auch künftig nicht möglich. Dafür betonte er, dass alle S-Züge dann beim Bahnhof Matt halten und Hergiswil stündlich mit vier Zügen pro Stunde nach Luzern sehr gut erschlossen werde. Der Bahnhof Matt werde neu auch behindertenfreundlich und bekomme Doppelperrons, bessere Zugänge und mindestens 30 Sitzplätze und vieles mehr.

Bild: Grafik Neue LZ

Bild: Grafik Neue LZ

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