HERGISWIL: Bürger kämpft gegen Pilatus-Bahnen

Ein Bürger will, dass die Korporation Hergiswil gehen die Pilatus-Bahnen prozessieren. Sein Vorgehen löst Kopfschütteln aus.

Kurt Liembd
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Die Gondelbahn auf die Fräkmüntegg, wo die Pilatus-Bahnen ein neues Restaurant planen. (Archivbild Remo Nägeli)

Die Gondelbahn auf die Fräkmüntegg, wo die Pilatus-Bahnen ein neues Restaurant planen. (Archivbild Remo Nägeli)

Das hat viele leicht irritiert: Im gestrigen Gratisanzeiger «Unterwaldner» erschien die Einladung zu einer ausserordentlichen Genossengemeinde der Korporation Hergiswil. Mit ganzen zwei Traktanden, beide von Korporationsbürger Felix Blättler (63). Beide Anträge richten sich gegen die Pilatus-Bahnen und deren Absicht, auf der Fräkmüntegg ein neues Restaurant zu bauen.

Baubewilligung liegt nun vor

Die Pilatus-Bahnen planen auf Fräkmüntegg ein neues Restaurant. Die Bauarbeiten hätten eigentlich im April dieses Jahres beginnen sollen, die Eröffnung wäre auf Dezember 2013 geplant gewesen. Doch die Termine haben sich verzögert, weil zwei Einsprachen eingegangen sind – eine von Felix Blättler privat, die andere von der Skiro AG, welche Besitzerin der Rodelbahn ist und faktisch auch Felix Blättler gehört. Seit einigen Tagen liegt die Baubewilligung vor, und zwar ohne jegliche Auflagen. Die zwei Einsprachen von Felix Blättler wurden abgewiesen beziehungsweise traten die Baubehörden von Kriens und Hergiswil darauf gar nicht ein. Das freut André Zimmermann, CEO der Pilatus-Bahnen. «Jetzt müssen wir nur noch die Frist von 20 Tagen abwarten, in der Hoffnung, dass der Einsprecher die Baubewilligung nicht anfechtet.»

«Völliger Humbug»

Doch Felix Blättler will sich nicht kampflos geschlagen geben. Nun will er auf zivilrechtlichem Wege gegen die Pilatus-Bahnen vorgehen. Im Mai schrieb er sämtliche Korporationsbürger an und teilte diesen mit, dass aufgrund eines alten Kaufvertrages aus dem Jahre 1955 «keine festen Einrichtungen oder Bauten zu Restaurationszwecken errichtet werden dürfen». Für die Löschung dieser Dienstbarkeit sollen die Pilatus-Bahnen die Korporation entschädigen. Deshalb beantragt Felix Blättler, dass der Genossenrat diese Rechtsansprüche auf dem Rechtsweg durchsetzen müsse. In einem zweiten Antrag beklagt sich Felix Blättler, die PilatusBahnen würden das Gebiet Fräkmünt in ihrer Werbung zu wenig vermarkten. Dazu schreibt Blättler: «Der Genossenrat ist zu verpflichten, den Einbezug zumindest der Alpwirtschaft Alp Gschwänd in die Werbung der PilatusBahnen zu erzwingen, allenfalls Schadenersatz geltend zu machen.» Darüber muss André Zimmermann nur den Kopf schütteln. «Blättlers Anträge sind absolut nicht nachvollziehbar und ein völliger Humbug.» Er vermutet, dass es Blättler nur darum gehe, einen Keil zwischen die Pilatus-Bahnen und die Korporation Hergiswil zu treiben, und betont dazu: «Wir pflegen mit der Korporation Hergiswil seit Jahrzehnten das beste Verhältnis.»

Auch Genossenrat verstehts nicht

Auf völliges Unverständnis stossen Blättlers Anträge auch beim Genossenrat Hergiswil. «Wir können Blättlers Absicht und Argumentation beim besten Willen nicht nachvollziehen», sagen Genossenpräsident Erwin Keiser und Genossenrat Alois Keiser übereinstimmend. Deshalb wird der Genossenrat an der Versammlung vom 5. Juli Blättlers Anträge einstimmig zur Ablehnung empfehlen.