HERGISWIL: Die Energie der Sonne treibt sein Boot an

Silvan Blättler hat für seine Maturaarbeit ein Solarmodellboot gebaut. Ein aufwendiges, aber spannendes Verfahren.

Carina Odermatt
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Silvan Blättler mit seinem Solarmodellboot am Hergiswiler Seeufer. (Bild Corinne Glanzmann)

Silvan Blättler mit seinem Solarmodellboot am Hergiswiler Seeufer. (Bild Corinne Glanzmann)

Carina Odermatt

Silvan Blättler (17) startet seine Maturapräsentation mit einem Video von einem Modellboot, das sich tapfer durch die Wellen des Vierwaldstättersees kämpft. Angetrieben wird der Katamaran von Solarzellen, die sich auf dem Deck befinden. Er ist das Produkt aus Silvan Blättlers Maturaarbeit mit dem Titel «Planung und Bau eines Solarmodellbootes». «Ich wollte eine praktische, innovative Arbeit machen», umschreibt er seine Motivation für dieses Thema. «Solarzellen sind zudem etwas sehr Aktuelles, was mich gereizt hat. So ist die Idee mit dem Solarmodellboot entstanden.»

Eine Inspiration war auch das berühmte Boot «Planetsolar», das als erstes Solarboot um die Welt gefahren ist. «Ich konnte mich für die Planung etwas an diesem Boot orientieren, das meiste musste ich jedoch selber erarbeiten», erklärt der Maturand. Seine Freude an innovativen Projekten ist ein guter Grundstein für ein Maschinenbauingenieurstudium an der ETH Zürich, welches er in Aussicht hat.

Herausforderungen beim Bau

«Die Planung und der Bau des Bootes haben sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Von März bis Ende Juli war ich damit beschäftigt», erzählt Silvan Blättler. «Zum Glück war ich meistens motiviert.» Zuerst hat er einen Prototyp des Bootes gebaut, auf den eine sorgfältige Planung des endgültigen Bootes folgte. «Bei der Planung kann man viele Probleme nicht erkennen, die dann beim Bau plötzlich auftreten. Das war meine grösste Schwierigkeit», erinnert er sich. Der Bau lief in verschiedenen Schritten ab. Den Rumpf hat er mit Balsaholz gebaut, das eine besonders geringe Dichte aufweist und aus Brasilien importiert wird.

Der ideale Rumpf

Zur Zeit des Baus gab es in der Schweiz jedoch einen Engpass bei diesem Holz, da das Importschiff wegen Drogenverdachts an der südamerikanischen Grenze aufgehalten worden war. «Ich habe das Holz aber zum Glück von verschiedenen Firmen zusammenkaufen können. Trotzdem war der Rumpfbau der schwierigste Teil meiner Arbeit, da mir die Erfahrung mit Holz fehlte», erklärt Silvan Blättler. Durch Fachliteratur hat er herausgefunden, dass ein Katamaran die beste Rumpfbauweise ist, da er das Anbringen von vielen Solarzellen auf dem Deck ermöglicht. Die Solarzellen sind flach darauf montiert, denn im Sommer kann auch ohne spezifische Ausrichtung der Zellen genügend Sonneneinstrahlung eingefangen werden. Die Steuerung des 60 Zentimeter grossen Bootes funktioniert durch An- und Ausschalten der beiden Motoren im linken und im rechten Rumpf. Wenn der linke Motor kurzfristig ausgeschaltet wird, macht das Boot eine Linkskurve.

Nationaler Wettbewerb ruft

Nach dem Bau hat er das Boot zuerst an Land und dann drei Mal im Vierwaldstättersee getestet. Dabei hat er herausgefunden, dass von den beiden getesteten Solarzellenarten nur die schwereren, leistungsstärkeren Zellen genügend Energie herstellen konnten. «Ich bin mit dem Resultat sehr zufrieden. Es fühlte sich gut an, das fertige Boot endlich auf dem See fahren zu sehen», freut sich Blättler. Für die Selektion Ende Januar für den nationalen Wettbewerb der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» hat er sein Modell noch ausgebaut. «Ich habe noch eine Kamera und eine GPS-Steuerung eingebaut. So kann das Boot seinen Kurs selbstständig verbessern, wenn es davon abkommen sollte», verrät Silvan Blättler.
 

Carina Odermatt

 

HINWEIS

Die Arbeit von Silvan Blättler ist auch am Wettbewerb «Schweizer Jugend forscht» zugelassen worden. Der Anlass findet Ende April in Brugg statt. Ferner hat Christoph Räss aus Stans seine Arbeit «Notfallsystem für Modellflugzeuge» eingereicht. Aus Obwalden gingen dieses Jahr keine Arbeiten ein.