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HERGISWIL: Die Gemeinden werden entlastet

Nun bezahlt der Kanton Nidwalden zum grössten Teil die Wohnkosten der Kinder im Haus für Mutter und Kind. Das freut vor allem die Gemeinden.
Matthias Piazza
Das Haus für Mutter und Kind in Hergiswil wurde für rund 320'000 Franken saniert. Im Bild Rita Wandeler: Sie freut sich über die neuen Räumlichkeiten. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ) (Neue Nidwaldner Zeitung))

Das Haus für Mutter und Kind in Hergiswil wurde für rund 320'000 Franken saniert. Im Bild Rita Wandeler: Sie freut sich über die neuen Räumlichkeiten. (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ) (Neue Nidwaldner Zeitung))

Matthias Piazza

Im Haus für Mutter und Kind in Hergiswil finden vor allem Mütter mit ihren Kindern Unterschlupf, die mit der Erziehung und Betreuung ihres Nachwuchses überfordert sind. Hier finden sie ein Daheim auf Zeit. Zwölf Sozialpädagoginnen unterstützen die Frauen in ihrer schwierigen Lebenslage und bereiten sie auf ein selbstständiges Leben vor.

Das hat seinen Preis. 190 Franken verlangt der Verein pro Tag für die Mutter, 150 Franken für das Kind, dies, um die Löhne zu bezahlen und die weiteren Kosten für die 24-Stunden-Betreuung decken zu können – nebst Geldern von Gönnern und Spendern.

Bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von rund vier Monaten kommen hier für eine Mutter mit ihrem Kind also rund 10 000 Franken an Pensionsgeldern zusammen. Bisher zahlte die Herkunftsgemeinde den Betrag.

Nidwaldner Gemeinden entlastet

Das ist seit diesem Jahr anders. Das Haus für Mutter und Kind ist nun dem Bereich A der Interkantonalen Vereinbarung für soziale Einrichtungen (IVSE) unterstellt. Hausleiterin Rita Wandeler spricht von einem Meilenstein. «Das bedeutet im Klartext, dass sich der Kanton Nidwalden stark an den Pensionskosten einheimischer Kinder beteiligt. Das ist eine grosse Entlastung für die Herkunftsgemeinden», freut sie sich. Die Kosten für die Frauen aus Nidwalden berappen nach wie vor die Gemeinden.

Das Einzugsgebiet der Institution umfasst allerdings bei weitem nicht nur Nidwalden und den Nachbarkanton Luzern – im Gegenteil. «Nidwalden ist ein ganz gesunder Kanton. Als ich vor zehn Jahren hier angefangen habe, lebten erst drei Nidwaldner Müttern mit ihren Kindern hier», merkt sie an. Sie vermutet, dass die besseren Wohnmöglichkeiten auf dem Land mit ein Grund sein könnten. «Wenn die Tochter in einer kleinen Wohnung in der Stadt oder in der Agglomeration schwanger wird, kann es rasch zu eng werden.»

Grosses Einzugsgebiet

Aus der ganzen Schweiz suchen laut Rita Wandeler Frauen mit ihren Kindern hier in Hergiswil Zuflucht. Es ist eines von rund 40 vergleichbaren Häusern in der Schweiz.22 Kinder mit 17 Müttern fanden 2015 ein Daheim auf Zeit im Haus an der Obkirche. Das sind im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Kinder. Rita Wandeler begründet die Zunahme unter anderem damit, dass schnell und effizient Anschlusslösungen für Mütter und ihre Kinder gefunden worden seien und dadurch natürlich schneller wieder neue Plätze frei geworden seien. Beispielsweise waren die Mütter dank der Betreuung wieder in der Lage, selbstständig für ihr Kind zu sorgen.

Weitere Sanierungen geplant

Nachdem vor drei Jahren das Treppenhaus, Nasszellen und die Büroräume im Haus saniert und die Gegensprechanlage erneuert worden waren, war im vergangenen Jahr das Dach an der Reihe. Und die Arbeit geht so schnell nicht aus.

So sind in den nächsten Jahren die Sanierung der Fassade und der Zimmer sowie die Erneuerung der Fenster und der Heizung geplant. «Das hundert Jahre alte Haus ist durch die rege Benutzung eben stark beansprucht», begründet sie die vielen Bauarbeiten.

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