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HERGISWIL: Dritter Pol rückt nun in greifbare Nähe

Drei Wochen früher als geplant erreichte Evelyne Binsack mit dem Velo das Nordkap. Nun bereitet sie sich auf eine ganz harte Etappe vor.
Matthias Piazza
Evelyne Binsack fuhr mit dem Velo von der Schweiz bis ans Nordkap. (Bild: PD)

Evelyne Binsack fuhr mit dem Velo von der Schweiz bis ans Nordkap. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Sie hat ein weiteres Abenteuer geschafft. Die in Hergiswil aufgewachsene Extremsportlerin Evelyne Binsack (49) ist schon Anfang Juli am Nordkap angekommen, am nördlichsten Zipfel Norwegens, rund 2100 Kilometer vom Nordpol entfernt. Hinter sich hat sie eine kräftezehrende, rund zweimonatige Velotour. Wie viele Kilometer sie auf dem Velo auf dieser Strecke von ihrem Wohnort Innertkirchen im Berner Oberland über Deutschland, Schweden bis ans Nordkap zurückgelegt hat, weiss sie nicht genau. «Zahlen sind mir nicht so wichtig, ich war ohne Kilometerzähler unterwegs», meint sie. Sie vermutet, dass es zwischen 4500 und 5500 Kilometer waren. Die Strecke hat sie rund drei Wochen früher geschafft als geplant. So war sie bereits wieder Anfang Juli zu Hause.

«Aufgrund der Erfahrungen, die ich vor zehn Jahren mit dem Velo in Südamerika machte, budgetierte ich zeitlich entsprechend grosszügig», meint sie. «Es war sehr gefährlich auf den Strassen, nicht nur wegen des Verkehrs, sondern auch sonst, vor allem für eine Frau. Daneben musste man sich auch vor streunenden Hunderudeln in Acht nehmen. Dies alles wirkte sich auf die Tagesleistung aus.» Sie rechnete mit etwa 70 bis 80 Kilometern täglich, «zumal ich keine gute Velofahrerin bin», meint sie doch etwas sehr bescheiden. Aber es lief besser als geplant.

Verschont vor streunenden Hunden

Auf den gut ausgebauten Velowegen in Deutschland kam sie gut voran. Doch das wechselhafte Wetter im Norden Deutschlands bewog sie zu einer Routenänderung. Sie liess Dänemark aus und fuhr direkt nach Schweden. Und hatte Wetterglück. «Ich genoss in Schweden zehn Tage schönes Wetter am Stück.» Dann kehrte das Wetter, und es blieb regnerisch. Sie fand sich damit ab und pedalte 10 bis 14 Stunden am Tag. «Ich hatte ja nichts anderes zu tun.» Die Weite Schwedens stellte zuweilen ihre Motivation auf die Probe. «Im Süden Schwedens musste ich mehr als einmal leer schlucken, als ich die nie endenwollenden Strassen vor mir sah», gesteht sie ein. «Wenn man dann noch mit Gegenwind kämpft, kommt man sich ziemlich klein vor.»

Sie, die sonst eher in den Bergen als auf dem Velosattel zu Hause ist, entwickelte dennoch das nötige Selbstvertrauen, angespornt durch die Erfolgserlebnisse. «All die Schwierigkeiten, die ich von Mexiko kannte, blieben mir auf dieser Tour erspart. Ich freute mich jeden Tag, eine neue Etappe in Angriff nehmen zu können.» Alltägliche Sorgen habe sie zu Hause lassen können.

Nordpol komplettiert Trilogie

Die Strapazen dürften wohl nur ein Vorgeschmack auf das sein, was Evelyne Binsack in den nächsten Wochen und Monaten erwarten soll: die Expedition an den Nordpol.

Am Montag reist sie ab nach Grönland, um die Expedition in der Gruppe anzutreten (Alleinexpedition erlaubt der Staat nicht). Von dort gehts 550 Kilometer weiter zu Fuss auf Ski und Schlitten durch Grönland. «In Spitzbergen hat es viele Eisbären. Sie können gefährlich werden, im Notfall muss ich zur Waffe greifen», weiss sie. Unterkühlung ist ein weiterer Risikofaktor.

Doch dies alles nehme sie gerne in Kauf. Denn der Nordpol ist für die Extremsportlerin von hoher Symbolkraft. «Ich habe schon den Südpol erreicht und den Mount Everest bestiegen. Mit dem Nordpol komplettiere ich die Trilogie der Pole, was bisher nur einer Hand voll Menschen gelungen ist.»

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