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HERGISWIL: Eine Bodenstation geht in die Luft

Das Kompetenzzentrum für biomedizinische Weltraumforschung zügelt. Dahinter steckt eine generalstabsmässige Organisation. Denn der Forschungsbetrieb muss nahtlos weiterlaufen.
Matthias Piazza
Ein Kran hievt ein grosses Gerät vom Balkon auf den Lastwagen. (Bild: Matthias Piazza (Hergiswil, 2. März 2018))

Ein Kran hievt ein grosses Gerät vom Balkon auf den Lastwagen. (Bild: Matthias Piazza (Hergiswil, 2. März 2018))

Donnerstagmorgen, in einem unscheinbaren Quartier in Hergiswil: Mitarbeiter eines Zügelunternehmens tragen Kisten und Kartons aus einer alten Villa in einen Lieferwagen. Auf den ersten Blick sieht alles nach einem ganz normalen Umzug eines Haushaltes oder eines Büros aus. Doch in diesem Fall steckt mehr dahinter. Hier zügelt das Institut für Medizintechnik (IMP) der Hochschule Luzern – Technik und Architektur. Dieses Institut betreibt im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ein Supportzentrum zur Betreuung biologischer Experimente.

Weil die Villa an der Seestrasse 41, wo die Forscher seit fünf Jahren untergebracht sind, abgerissen wird, wurde gestern und vorgestern die ganze Einrichtung an den neuen Standort am Obermattweg 9 gezügelt, wo früher unter anderem das Marktforschungsinstitut GfK seine Büros hatte.

Herausforderung trotz geringer Distanz

Zwar liegen die beiden Standorte nur drei Autominuten voneinander entfernt. Doch hinter diesem Umzug steckt eine generalstabsmässige Organisation. «Der Auftrag ist speziell», sagt Projektleiter Jérôme Schnellmann von der Schnellmann Firmendislokationen AG, Kriens, die auf Firmenumzüge spezialisiert ist.

«Wir zügeln hier nebst normalem Büromobiliar und Akten auch sehr heikle und teure Geräte, welche nicht so einfach oder überhaupt nicht zu ersetzen sind, da es sie nur einmal auf der Welt gibt, weil es zum Beispiel Eigenentwicklungen des Instituts sind.» Die verwinkelten engen Räume und Gänge in der alten mehrstöckigen Villa ohne Lift erschweren die Arbeit zusätzlich. Oft geht es um Millimeter. Grosse Apparate müssen auseinandergenommen werden. Vorbereitung ist das A und O. «Wir haben sämtliches Zügelgut detailliert erfasst und abgeklärt, wie es sich am besten auseinandernehmen und transportieren lässt», so Schnellmann. Lieferanten der Geräte wurden hinzugezogen, um zu klären, welche Schrauben gelockert werden dürfen und welche nicht oder an welcher Stelle die Geräte angehoben werden dürfen.

Dafür wird kein Aufwand gescheut. So stehen nebst zwei Möbelwagen auch ein 20-Tonnen-Kran, ein Fassadenlift und ein Gerüstpodest im Einsatz. Denn nicht sämtliche 60 Kubikmeter Labormaschinen, Einrichtungen und Kleinteile sowie 70 Kubikmeter Mobiliar können über den normalen Weg hinaus transportiert werden. Was nicht durch die engen Türen und Gänge passt, wird mit einem Kran vom Balkon der alten Villa auf den Lastwagen gehievt.

Auch für Pannen gerüstet

Schiefgehen darf bei dieser Umzugsaktion nichts. «Der Betrieb darf nicht unterbrochen werden, die Leute müssen nahtlos weiterarbeiten können. Das heisst, wir müssen in der vorgegebenen Frist von zwei Tagen sämtliches Material unbeschädigt gezügelt haben», so Jérôme Schnellmann. Dafür hat man sich auch für Pannen gerüstet, zum Beispiel, um die Kühlkette einzuhalten, da gewisse Produkte bei minus 80 Grad gekühlt werden. Würde das Fahrzeug auf der kurzen Strecke liegen bleiben, würde die Ware auf ein Ersatzfahrzeug umgeladen werden.

Auch den Umzug des Instituts vor fünf Jahren von Zürich nach Hergiswil hat bereits die Firma Schnellmann über die Bühne gebracht. Damals wurde mit Trockeneis gearbeitet. «Auch diesmal lief alles reibungslos, nur mit dem Schnee hatten wir anfänglich etwas zu kämpfen», lacht Jérôme Schnellmann.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

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