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HERGISWIL: Er fährt Auto mit eigenem Solarstrom

Er redet nicht nur von Umweltschutz, sondern leistet auch einen Beitrag: Jörg Himmelrich fährt einen der ersten Elektro-Smarts der Schweiz.
Kurt Liembd
Jörg Himmelrich besitzt den ersten Elektro-Smart der Zentralschweiz. Den Strom dafür produziert er mit seiner eigenen Fotovoltaikanlage. (Bild Kurt Liembd)

Jörg Himmelrich besitzt den ersten Elektro-Smart der Zentralschweiz. Den Strom dafür produziert er mit seiner eigenen Fotovoltaikanlage. (Bild Kurt Liembd)

Es geschah am Automobilsalon im Frühling 2012 in Genf: Jörg Himmelrich (69) sah den Prototypen eines elektrisch betriebenen Smart. Und war sogleich fasziniert. «Aber noch mehr meine Frau Vreni», verrät er im Gespräch. Am liebsten hätte er ihn gleich von Genf nach Hergiswil mitgenommen. Da es dieses Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt noch nicht serienmässig gab, bestellte Himmelrich gleich eines. Wie lange es dauern würde, wusste er damals nicht. Letzte Woche nun, nach fast zwei Jahren, war es so weit: Jörg Himmelrich durfte als einer der Ersten in der Schweiz und als Erster der Zentralschweiz einen elektrisch betriebenen Smart in Empfang nehmen.

Produziert Strom gleich selber

Himmelrich ist begeistert und sagt über seine ersten Erfahrungen: «Hier verbindet sich Zukunftstechnologie mit einer uneingeschränkten Alltagstauglichkeit.» Das Auto biete dabei jede Menge Fahrspass, verursache aber kein Gramm CO2-Ausstoss, so Himmelrich. «So kann ich individuelle Mobilität voll geniessen.»

Von seiner politischen Einstellung her sei er zwar kein Grüner, er unterstütze aber viele Anliegen der Grünen, und er sei auch ein Freund von Greenpeace und WWF. Doch damit nicht genug. Jörg Himmelrich produziert seinen Strom für seinen Smart gleich selber. So hat er auf dem Dach von vier Garagen eine eigene Fotovoltaikanlage erstellen lassen – gebaut von der Stanser Firma Odermatt + Sicher AG. Zudem hat er eine eigene Strom-Tankstelle eingerichtet. Ein Geschäft sei das nicht, auch wenn er den zu viel produzierten Strom ins Netz einspeisen kann und ihm dieser vom Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) vergütet wird. Denn die Solaranlage hat ihn fast 34 000 Franken gekostet, davon übernahm die Gemeinde Hergiswil rund 10 Prozent im Rahmen der Fördergelder für Fotovoltaikanlagen. «Das ist mein persönlicher Beitrag im Hinblick auf den nationalen Ausstieg aus der Kernenergie.»

Steuerfrei und ohne Benzin

Viel Geld kostete ihn nicht nur die Solaranlage, sondern auch der Smart. Mit über 27 000 Franken ist dieser merklich teurer als das gleiche Auto mit Benzinmotor. Dafür ist das Fahrzeug im Kanton Nidwalden steuerfrei, und die Benzinkosten entfallen. Die Reichweite beträgt rund 140 Kilometer. Die Ladezeit der Lithiumbatterien beträgt rund 10 Stunden (bei 8 Ampere), an einer öffentlichen Tankstelle jedoch nur 30 bis 60 Minuten (24 Ampere). «Auch wenn sich das im Moment nicht rechnet, glaube ich langfristig an die Zukunft von Elektroautos», sagt Jörg Himmelrich.

Dies sagt er nicht nur aus Sorge zur Umwelt, sondern auch aufgrund seiner Ausbildung und seiner Kompetenz im technischen Bereich. Denn Himmelrich war vor seiner Pensionierung Schulleiter und Dozent an der Schweizerischen Fachschule Teko, deren Mitgründer er im Jahre 1969 war. Während 26 Jahren wirkte er zudem als Fachlehrer an der Berufsschule Emmen für Mathematik, Physik, Zeichnen, Maschinenelemente und Sport. Noch heute, vier Jahre nach seiner Pensionierung, amtet er als Verwaltungsratspräsident der Teko – und geniesst die individuelle Mobilität mit gutem Gewissen.

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