HERGISWIL: Es wird gebohrt und betoniert am Lopper

Bei Wind und Wetter und laufendem Verkehr werden bergseitig Stützmauern ersetzt und das Tragwerk des Viadukts erneuert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Umweltschutz und der Arbeitssicherheit.

Martin Uebelhart
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Die Strasse zwischen Hergiswil und Stansstad wird derzeit einspurig geführt. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Die Strasse zwischen Hergiswil und Stansstad wird derzeit einspurig geführt. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Am Lopper wird seit einigen Wochen wieder heftig gebaut. Derzeit vor allem an der Kantonsstrasse zwischen Hergiswil und Stansstad. Zunächst fällt vor allem die geänderte Verkehrsführung auf. Die Autos fahren via Autobahn-Viadukt nach Hergiswil und auf der einspurig geführten Kantonsstrasse in Richtung Stansstad. Eng ist es dort für die Bauarbeiter, die von der bergseitigen Fahrspur aus arbeiten und Geräte wie Bagger bedienen. In der jetzt laufenden Etappe wird vor allem an der Kantonstrasse gearbeitet. Es werden Stützmauern zum Teil nach hinten versetzt und erneuert. Und die Betonstützen für den darüberliegenden Viadukt werden ebenfalls saniert. Dort, wo zwei Teile des Viadukts zusammenkommen, bei den Bewegungsfugen, zeigt sich die Notwendigkeit der Sanierung besonders deutlich.

«Das Salzwasser, das hier von der oberen Fahrbahn her herunterläuft, hat die Ränder des Betons angegriffen», sagt Ivano Conigliaro, Chefbauleiter der Ingenieurgemeinschaft IG BDJ, der sich auf der Seite der Bauherrschaft – dem Bundesamt für Strassen (Astra) – um die Bauleitung kümmert. «An diesen Stellen wird mit einem Wasserstrahl von 2500 bar Druck der Beton bis auf die Armierung abgetragen», erklärt er. Dann werden die Armierungseisen entrostet und speziell behandelt. Anschliessend wird das Ganze mit Beton neu reprofiliert. Bei den Fugen tragen heute je zwei halbkreisförmige Stützen das Gewicht der Brücke. «Diese lassen sich nicht mehr instand setzen», sagt Astra-Projektleiter Franz Koch bei unserem Augenschein entlang der Baustelle. An insgesamt 16 Stellen werden daher unmittelbar neben einer alten Säule zwei neue erstellt. In der zweiten Jahreshälfte ist die andere Seite an der Reihe. Dann wird zusätzlich auch die Auskragung saniert, welche den Fussgänger- und Radweg trägt.

Instand gestellt wird auch die Galerie über der Kantonsstrasse beim Kreisel Acheregg. «Sie ist rund 250 Meter lang und etwa 15 bis 20 Meter breit», sagt Ivano Conigliaro. Bevor dort überhaupt mit den Arbeiten begonnen werden kann, mussten Felsreinigungsmassnahmen ausgeführt werden. «An verschiedenen Stellen werden provisorische Schutznetze montiert», hält er fest. In diesen Tagen wurde auf dem Achereggkreisel ein Kran montiert, um Material auf und von der Galerie transportieren zu können. Als Dämmmaterial gegen Steinschläge liegt eine rund 50 Zentimeter starke Schicht Kies auf der Galerie. Der Kies wird nun entfernt, aufbereitet und wieder auf dem Dach verteilt, wenn auch dort der Beton saniert und neu abgedichtet ist.

An ganz kalten Tagen wurde nicht gearbeitet

«Rund 30 Personen arbeiten derzeit auf der Baustelle», sagt Angelo Cardigliano von der Arbeitsgemeinschaft Conventus, die das Projekt baulich umsetzt. Dieser gehören die Baufirmen Sustra, Brun und Spag an. «Die Zahl wird sich während der ganzen Bauzeit nicht gross ändern», hält er fest. «Wir hatten klimatisch einen herben Einstieg», erzählt Cardigliano weiter. Es sei im Februar und vor allem auch im März zuweilen noch empfindlich kalt geworden. «In Seenähe mit stetem Wind hat sich das noch ein wenig verstärkt.» Doch die Leute seien sich einiges gewohnt und wüssten, dass das kein Dauerzustand sei. Nur an vereinzelten sehr kalten Tagen habe man sich dazu entschlossen, nicht zu arbeiten. Bei der Arbeit unter dem Viadukt spüre man dafür weniger von Regen oder Schnee.

Speziell sei auch, dass viele Arbeitsschritte gleichzeitig stattfänden: Spezialtiefbau, Böschungssicherungen und Betoninstandsetzungen genauso wie Entwässerung oder Strassenbau. Grosser Wert wird auf die Arbeitssicherheit gelegt. «Dafür gibt es interne wie auch gesetzliche Vorschriften für die Arbeiter und den Gesundheitsschutz, die für jede Baustelle gelten», sagt Cardigliano. Besondere Anweisungen gälten für Arbeiten auf den Galeriedächern. Es werde alles unternommen, um die Sicherheit so hoch wie möglich zu halten. Was den Bauleuten mitunter zu denken gebe, sei, dass sich immer wieder Automobilisten im engen Baustellenbereich nicht ans Geschwindigkeitslimit hielten. Auch auf den Umweltschutz werde ein besonderes Auge gehalten, sagt Franz Koch: «Hier haben wir noch das Gewässer. Wenn etwas passiert, betrifft das innert Sekunden den See.» Dennoch gelte es den Leuten, die unter Zeitdruck stünden, gute Rahmenbedingungen zu bieten.

Die Baustelle am Lopper dauert bis gegen den Herbst 2019. In den Jahren 2022 und 2023 will das Astra dann die Autobahnausfahrt Hergiswil sanieren. Dazwischen erneuert der Bund die A2 in Hergiswil. Unter anderem gibt es höhere Lärmschutzwände und der Pannenstreifen in Richtung Luzern soll bei hohem Verkehrsaufkommen als dritte Fahrspur dienen (siehe Kasten).

Eine zentrale Arbeit ist der Ersatz von 16 Stützen des Viadukts. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Eine zentrale Arbeit ist der Ersatz von 16 Stützen des Viadukts. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Für die Arbeiten auf dem Dach der Galerie wurde im Kreisel Acheregg ein Kran aufgebaut. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Für die Arbeiten auf dem Dach der Galerie wurde im Kreisel Acheregg ein Kran aufgebaut. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Auch Bagger kommen zum Einsatz. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Auch Bagger kommen zum Einsatz. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Sie ersetzen eine Stütze. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))

Sie ersetzen eine Stütze. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 27. März 2018))