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HERGISWIL: Forscher müssen Überbauung weichen

Das Kompetenzzentrum für biomedizinische Weltraumforschung muss raus aus der alten Villa an der Seestrasse. Das Haus wird abgerissen. Aus Hergiswil wollen die Wissenschaftler aber nicht weg – auch wegen der Hochschule Luzern.
Marion Wannemacher
Dieser Standort des Kompetenzzentrums für biomedizinische Weltraumforschung und Technik ist schon bald Geschichte. (Bild: Google Maps (Screenshot))

Dieser Standort des Kompetenzzentrums für biomedizinische Weltraumforschung und Technik ist schon bald Geschichte. (Bild: Google Maps (Screenshot))

«Hergiswil ist ein ausgezeichneter Standort für das Kompetenzzentrum für biomedizinische Weltraumforschung und Technik.» Dieser Ansicht ist Marcel Egli, Leiter des Kompetenzzentrums, das auf biomedizinische Forschung unter Schwerelosigkeits-Bedingungen spezialisiert ist. Seit fast vier Jahren sind die Weltraumforscher nun in der alten Villa an der Seestrasse 41.

Jetzt muss diese einer Überbauung weichen. «Wir schauen uns nach einer Alternative um, denn wir wollen in Hergiswil bleiben, in der Nähe zum Campus der Hochschule Luzern Technik und Architektur», sagt Egli. «Wir haben dort mitgearbeitet, einen Bachelor of Science in Medizintechnik zu etablieren und sind auch sonst stark in die Hochschule eingebunden.»

Neuer Standort – noch fehlt die Unterschrift

Ein neues Gebäude hat das Kompetenzzentrum offensichtlich bereits gefunden. Allerdings müssen die Verträge noch unterschrieben werden, sagt Egli. «Auf Herbst 2017 endet der Vertrag am alten Standort. Im Winter werden wir wohl schon gezügelt haben.» Vor dem Zügeln der teilweise hochsensiblen Apparaturen, hat Egli keine Bedenken. Er sagt: «Wir haben Erfahrung damit, können auf die Infrastruktur der Hochschule zurückgreifen und arbeiten mit Zügelfirmen zusammen.» Das Zügeln des Kontrollzentrums, von dem aus die Forscher Kontakt zur ISS haben, würde nahtlos vonstatten gehen, lediglich das Kalibrieren einiger Geräte im Biolabor dauere länger.

Marcel Egli hat mit seinen Mitarbeitern von Hergiswil aus bereits mehrere Projekte umsetzen können: Neben Untersuchungen der Auswirkungen von Schwerkraft auf biologische Zellen und Gewebe konnte auch eine Fachgruppe für Luft- und Raumfahrtmedizin beim Swiss Aerospace Cluster gegründet werden. Dabei soll die Auswirkung von Licht auf die Leistungsfähigkeit von Piloten getestet werden. Aus der Zusammenarbeit mit der HSLU und dem Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique (CSEM) in Alpnach sei die Entwicklung des Schwerelosigkeitssimulators «als ein Erfolgsprojekt unter vielen» hervor gegangen, so der Wissenschaftler.

Periodisch arbeitet das Kompetenzzentrum auch mit der Schweizer Armee zusammen und hatte bereits Gelegenheit, am Parabelflug mit dem Airbus in Zürich teilzunehmen. An einem weiteren Parabelflug in Frankreich wolle man sich bewerben, auch hoffe man auf die Teilnahme an weiteren Raketenflügen in zwei Jahren, sagt Egli. Vom Kontrollraum in Hergiswil aus wurden in direkter Verbindung zur Internationalen Weltraumstation ISS in den vergangenen vier Jahren 20 Weltraumexperimente betreut.

Zudem haben Weltraumforscher aus in Schwerelosigkeit gezüchteter Hefe ein Bier entwickelt, das in der Brauerei Luzern AG gebraut wird. Und im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern werden ab Anfang Dezember einige ihrer Experimente in der neu konzipierten Ausstellung für die Raumfahrt-Abteilung gezeigt.

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@nidwaldnerzeitung.ch

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