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HERGISWIL: Hans Wicki: «Extrem gut vorangekommen»

Hans Wicki sieht grosse Chancen in der teuren Erschliessung von Wiesenberg und kein Problem in einem Titlis-Bahnen-Mandat.
Interview Markus von Rotz
Der Nidwaldner Baudirektor Hans Wicki (50, FDP) ist seit 2010 im Amt. (Bild: PD)

Der Nidwaldner Baudirektor Hans Wicki (50, FDP) ist seit 2010 im Amt. (Bild: PD)

Eine gewichtige Pendenz aus der Zeit vor Ihrem Amtsantritt ist das Baugesetz. Kommt die Revision voran?

Hans Wicki: Wir sind auf einem sehr guten Weg. Es hat sich als sehr gut erwiesen, dass wir zu Beginn die verschiedenen Akteure, rund 30, an einen runden Tisch geladen haben. Das zukunftsgerichtet ausgestaltete Gesetz kommt im April in den Landrat. Zu den 188 Artikeln gibt es derzeit nur vier Abänderungsanträge. Wir haben konzeptionell einen ganz neuen Weg gewählt – ein Hüllenmodell. Es arbeitet nur mehr mit Höhe, Abstand und einer Überbauungsziffer. Das ist ehrlicher und transparenter als bisher.

Eine Knacknuss ist das Agglomerationsprogramm. Da gibt es einigen Widerstand, Stichwort Stans West. Ist eine Lösung aus Ihrer Sicht möglich?

Wicki: Wir wollen für Nidwalden visionär definieren, wo in Zukunft gewohnt, gearbeitet oder die Freizeit verbracht wird. Und mit welchen Mobilitätsachsen wir diese Räume verbinden. Mein Ziel ist, dass das Programm innert Jahresfrist vom Landrat und den Gemeinden mitgetragen wird. Die geplanten Massnahmen haben zum Ziel, den Durchgangsverkehr konsequent von den Zentren fernzuhalten und dem öffentlichen und dem Langsamverkehr den nötigen Freiraum zu geben. Der Bund hat dem Programm zugestimmt und wird einzelne Projekte mit 40 Prozent unterstützen. 45 wären das Maximum. Das Thema führt natürlich zu harten Diskussionen in den Gemeinden, denn in den nächsten 20 Jahren soll es keine Ausdehnung der Siedlungsgrenze mehr geben.

Apropos öffentlicher Verkehr: Wann erfährt man, wie die Lösung für die Doppelspur in Hergiswil aussieht?

Wicki: Die Regierung wird den Schlussbericht im Juni veröffentlichen. Wir sind in diesem aufwendigen Dossier in den vergangenen vier Jahren extrem gut vorangekommen. Ich bin zuversichtlich, dass eine für unseren Kanton und die Gemeinde Hergiswil sinnvolle und zukunftsgerichtete Lösung verwirklicht werden kann. Für das mittel- bis langfristige Angebot der Zentralbahn ist auf dem am stärksten befahrenen Abschnitt Hergiswil Schlüssel–Dorf eine doppelspurige Strecke zwingend.

40 bis 50 Millionen sollen in die Wiesenbergstrasse investiert werden. Ist das wirklich tragbar?

Wicki: Ich bin stolz, dass wir dieses Mammutprojekt im Landrat durchbringen konnten. Es ist ein Generationenprojekt. Lange wurde hier nur das Nötigste geflickt; darum kostet uns im Moment nur schon die Substanzerhaltung der Strasse eine halbe Million Franken jährlich. Nun haben wir ein auf lange Zeit ausgerichtetes Gesamtkonzept für Strasse und Bahn. Auch der Zusammenschlussprozess der beiden Bahnen läuft. Vor zwei Jahren wäre das noch nicht denkbar gewesen. Ich bin höchst zufrieden mit dem Fortschritt des Projekts, das aus Rücksicht auf die Finanzen in 26 Jahren gestaffelt umgesetzt werden soll.

Wie lange hält sich der Wellenberg noch als mögliches Atomendlager?

Wicki: Wir wollen die Sicherheitsbedenken durch Abklärungen der Tektonik verstärken. Auch geologisch ist der Wellenberg definitiv nicht geeignet. Wir glauben und hoffen, dass er in der zweiten Phase nicht mehr dabei ist. Schriftlich haben wir das nicht, aber es gibt mündliche Signale.

Einzelne Parteien sehen ein Problem in Ihrem geplanten Verwaltungsratsmandat der Titlis-Bahnen. Genügt da die Ausstandsregel wirklich?

Wicki: Ja. In den letzten knapp vier Jahren lagen nur vier bis fünf Baugesuche der Titlis-Bahnen auf meinem Tisch, die von einfacher Natur waren und kein Gebäude betrafen. Weil nur ein kleiner Bruchteil der Bauten auf Nidwaldner Boden steht und hier bewilligungspflichtig ist, ist auch in Zukunft nicht mit einer Flut von Gesuchen zu rechnen. Ich möchte erneut festhalten, dass ich wegen meiner Erfahrung als Unternehmer und nicht aufgrund meiner Funktion als Regierungsrat angefragt wurde. Man könnte auch anders argumentieren und es als Vorteil betrachten, dass ich so die Sichtweise und Bedürfnisse des Kantons frühzeitig aktiv einbringen kann. Aber eben – es ist Wahlkampf.

Wären nicht fünf vollamtliche Regierungsmitglieder ehrlicher?

Wicki: Die Stimmbürger haben sich 2005 deutlich für sieben Regierungsräte mit einem 80-Prozent-Pensum ausgesprochen, dies gilt es zu respektieren.

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