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HERGISWIL: Hergiswils Zentrum verändert sich massiv

Eines der grössten Bauprojekte der letzten Jahrzehnte steht vor der Realisierung. Für das neue Quartier Wylpark werden im Zentrum neun Häuser abgerissen.
Kurt Liembd
Modell der geplanten Überbauung Wylpark in Hergiswil. (Bild: PD)

Modell der geplanten Überbauung Wylpark in Hergiswil. (Bild: PD)

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Was in Hergiswil seit Jahren diskutiert und geplant wird, nimmt nun konkrete Formen an. Seit vergangener Woche stehen die Bauprofile für das Projekt Wylpark. Die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans über diese rund 5000 Quadratmeter dauert noch bis 14. Juli. Geplant ist eine markante Veränderung des Dorfkerns. Nicht weniger als neun Wohnhäuser sollen dafür abgebrochen werden. Neu entsteht ein grundlegend anderes Quartier mit nur noch vier markanten Gebäuden mit 52 Wohnungen, Ladengeschäften mit über 1000 Quadratmetern Ladenfläche und einem öffentlichen Innenhof.

Geplant ist zudem ein Gesundheitszentrum in Form einer Ärztegemeinschaftspraxis. Für eine verbesserte ärztliche Grundversorgung in Hergiswil hat sich sogar der Gemeinderat eingesetzt, der dazu in einer Medienmitteilung schreibt: «Der Gemeinderat unterstützt dieses visionäre Projekt sehr und ist überzeugt, dass es zum Wohle und im Sinne der Bevölkerung zum Erfolg führen wird.» Zentrum der Ladengeschäfte ist ein neuer Migros-Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern. Zum Vergleich: Die jetzige, bald 60-jährige Filiale der Migros an der Seestrasse 15 hat eine Verkaufsfläche von 240 Quadratmetern. Inzwischen auch bekannt ist, dass die Migros den Laden im Wylpark und die Kundenparkplätze dazu bloss mieten und nicht käuflich erwerben will.

Attraktiver öffentlicher Innenhof

Das neue Quartier Wylpark soll auch zu einem ein Ort der Begegnung werden. So heisst es im Bericht zur Gestaltungsplanung: «Die neue Zentrumsüberbauung Wylpark nimmt zwischen dem historischen Dorfkern und der neuen Zentrumszone eine bedeutende Scharnierfunktion ein.» Die Rede ist von «einem parkähnlichen Hof als Ort der Ruhe für die Anwohner des Quartiers». Weiter heisst es im Planungsbericht: «Durch die dreiseitige Anbindung an das Fusswegnetz der Gemeinde kann dieser Hof als halböffentlicher Bereich am Tage auch ein Begegnungsort, ein städtischer Garten für alle Einwohner Hergiswils sein.» So ist geplant, diesen Innenhof mit mehreren Hochstammbäumen zu begrünen. Autos gibt es im Innenhof keine. Der gesamte motorisierte Verkehr für Kunden, Bewohner und Besucher des Wylparks wird von der Seestrasse über die Käppelimattstrasse in ein unterirdisches Parkhaus geführt.

Gesamtkosten von rund 65 Millionen Franken

Dieses Parkhaus hat drei Ebenen, wird voll bewirtschaftet und umfasst 140 Parkplätze. Es ist damit wesentlich grösser als das Parkhaus Allmendli (102 Parkplätze) und fast so gross wie das Parkhaus Dorf (185 Parkplätze). Bis es aber so weit ist, müssen erst neun Häuser abgebrochen werden. Darunter befindet sich auch das Haus Seestrasse 41, wo das Kompetenzzentrum der ETH für biomedizinische Weltraumforschung eingemietet ist. Keines der neun Häuser steht unter Denkmalschutz, wie von Denkmalpfleger André Meyer in der Planauflage bestätigt wird.

Die 52 Wohnungen werden je zur Hälfte als Miet- und Eigentumswohnungen realisiert. Geplant sind 11 Wohnungen mit 2? Zimmern, 19 Wohnungen mit 3? Zimmern, 17 Wohnungen mit 4? Zimmern und 5 Wohnungen mit 5? Zimmern. Das Bedürfnis nach Zentrumswohnungen in Hergiswil ist enorm, wie Hauptinvestor und Bauherr Joseph Lustenberger (60) bestätigt. «Ich habe bereits 59 Anfragen für Wohnungen erhalten, davon ein Drittel für Miete und zwei Drittel für Kauf», sagt Lustenberger. Architekt dieses Grossprojekts ist der Sarner Georges Burch.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 65 Millionen Franken. Nebst Joseph Lustenberger beteiligen sich unter anderem die Firma Grapha Immobilien AG und der Architekt Georges Burch. Damit hat Lustenberger eingehalten, was er vor über drei Jahren gegenüber dieser Zeitung sagte: «Wir wollen ganz sicher keine Investoren aus Ägypten, Katar oder Russland.»

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