HERGISWIL: «Ich war immer für eine einvernehmliche Lösung»

Der Widerstand von Felix Blättler gegen den Neubau des Restaurants Fräkmüntegg sorgt für Ärger und Unverständnis. Jetzt verteidigt sich Felix Blättler.

Interview Kurt Liembd
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Touristen vor dem Restaurant Fräkmüntegg, das einem Neubau weichen soll. (Bild: Corinne Glanzmann)

Touristen vor dem Restaurant Fräkmüntegg, das einem Neubau weichen soll. (Bild: Corinne Glanzmann)

Felix Blättler (Bild: Neue NZ)

Felix Blättler (Bild: Neue NZ)

Felix Blättler, weshalb haben Sie Einsprache gegen den Neubau des Restaurants Fräkmüntegg eingereicht? (Ausgabe vom vergangenen Donnerstag)

Felix Blättler: 1955 verkaufte die Korporation Hergiswil den Pilatus-Bahnen 4749 Quadratmeter Land. Gemäss diesem Kaufvertrag haben sich die Pilatus-Bahnen verpflichtet, auf dem erworbenen Land bei der Fräkmüntegg «keine festen Einrichtungen oder Bauten zu Restaurationszwecken zu errichten». Im Wissen dieser Dienstbarkeit sah ich mich als Korporationsbürger von Hergiswil in der Pflicht, in Form einer Einsprache auf diese Last aufmerksam zu machen.

Was erwarten Sie diesbezüglich von der Korporation Hergiswil und von den Pilatus-Bahnen?

Blättler: Anlässlich der einberufenen ausserordentlichen Genossengemeinde vom 5. Juli sollen die Korporationsbürger von Hergiswil die Gelegenheit haben, über die Löschung der Dienstbarkeit zu entscheiden. Ich empfehle, diese mit einer Entschädigung zu Gunsten der Korporation Hergiswil zu entgelten. Von den Verantwortlichen der Pilatus-Bahnen erwarte ich eine partnerschaftliche, faire Kommunikation. In meiner Einsprache habe ich ausdrücklich die Kontaktaufnahme für eine Aussprache gewünscht, wurde aber dazu von den Verantwortlichen nie kontaktiert. Die Dienstbarkeit als «Humbug» abzutun, finde ich gegenüber unseren Vorfahren als respektlos, und ich erwarte von den Verantwortlichen der Pilatus-Bahnen, dass sie endlich vom hohen Ross heruntersteigen.

Haben Sie auch Hand geboten für eine Einigung?

Blättler: Ich war immer um eine einvernehmliche Lösung bemüht und habe meine Gesprächsbereitschaft den Pilatus-Bahnen angeboten. Das wäre Sache der Bauherrschaft gewesen. Diese haben es leider nicht für nötig gehalten, mich zu kontaktieren. Ich bin mir sicher, hätten die Pilatus-Bahnen mit mir das Gespräch gesucht, hätte längst eine Einigung erzielt werden können.

Werden Sie als Einsprecher von den Pilatus-Bahnen und von den Behörden ernst genommen?

Blättler: Ja, sicher. Gerade weil diese Dienstbarkeiten betreffend grosse Unsicherheiten bestehen. Und ich vermute, dass die Pilatus-Bahnen von diesen Dienstbarkeiten gewusst haben, dies aber verheimlichen. Der Pilatus ist unser Hausberg. Mit ihrer Einschüchterungstaktik versuchen die Pilatus-Bahnen unwissende Bürger gegen mich aufzuhetzen. Mir geht es nicht um eine persönliche Bereicherung. Auch von einer Absicht, einen Keil zwischen die Korporation und die Pilatus-Bahnen zu treiben, distanziere ich mich. Es geht mir lediglich um Einhaltung einer bestehenden Vereinbarung.

Sie kritisieren, die Pilatus-Bahnen würden zu wenig Werbung für das Gebiet Fräkmünt und das Restaurant Alp- gschwänd machen.

Blättler: Das stimmt. Obwohl die Pilatus-Bahnen gemäss einer weiteren Dienstbarkeit im Grundbuch dazu verpflichtet wären. Wie bereits erwähnt, ist der Pilatus unser Hausberg, daher auch für das Hergiswiler Gewerbe (Restaurant Alp- gschwänd, Seilbahn Alpgschwänd, Rodelbahn Fräkmünt) ein wichtiger Wirtschaftszweig. Ich habe jedenfalls noch nie Werbung dafür gesehen, dass man die Fräkmünt auch via Hergiswil erreichen kann, was finanziell vor allem für Familien interessant ist.

Weshalb gaben Sie überhaupt das Heft aus der Hand und verkauften den Pilatus-Bahnen die Bauruine Fräkmüntalp?

Blättler: Die Pilatus-Bahnen haben sich um das Grundstück beworben. Sie haben uns versprochen, an Stelle des abgebrannten Hotels wieder einen Gastronomiebetrieb zu bauen. Dieses Versprechen war ausschlaggebend, dass sich meine Tochter Corinne, Eigentümerin der Liegenschaft, zum Verkauf entschlossen hat. Das haben die Pilatus-Bahnen aber nicht eingehalten, was uns persönlich enttäuscht.

Sie haben die Rodelbahn den Pilatusbahnen vermietet. Der Mietvertrag endet 2016. Was passiert danach?

Blättler: Die Rodelbahn gehört meiner Tochter Corinne. Die Pilatus-Bahnen haben bisher kein Interesse angemeldet, den Mietvertrag zu verlängern. Ob wir diese wieder selber führen oder vermieten, werden wir zu gegebenem Zeitpunkt prüfen.