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Hergiswil ist derzeit eine Grossbaustelle

Doppelspur, S-Bahn-Haltestelle, dritte Autobahnspur: Baulärm ist zurzeit in Hergiswil sehr präsent – auch wegen kommunaler Projekte.
Matthias Piazza
Im Hergiswiler Gemeindeteil Matt entstehen eine neue S-Bahn-Haltestelle (am unteren Bildrand) und eine Doppelspur. )Bild: Boris Bürgisser, 29. August 2019)

Im Hergiswiler Gemeindeteil Matt entstehen eine neue S-Bahn-Haltestelle (am unteren Bildrand) und eine Doppelspur. )Bild: Boris Bürgisser, 29. August 2019)

Ob Autofahrer, Zugpassagier oder Anwohner: Zurzeit prägen die vielen Baustellen die Erscheinung von Hergiswil. Eine der grössten führt mitten durch den stark überbauten Gemeindeteil Matt. Auf dem schmalen Streifen zwischen Häusern und Bahnlinie herrscht seit Februar Hochbetrieb. Hier entsteht bis im Frühling eine behindertengerechte S-Bahn-Haltestelle. Die Doppelspur, die zurzeit beim Hergiswiler Tunnelportal endet, wird um 830 Meter bis zur neuen Haltestelle verlängert.

«Natürlich freuen sich die Hergiswiler, die im Gemeindeteil Matt wohnen, dass hier ab kommenden Frühling Züge im Viertelstundentakt halten», sagt Gemeindepräsident Remo Zberg bei einer Begehung. «Allerdings sind rund 1000 Anwohner während Monaten dem Baulärm ausgesetzt.» Laut ZB-Mediensprecher Thomas Keiser finden die Arbeiten meistens zwischen 7 und 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr statt. «Leider können wir nicht immer auf diese Ruhezeiten Rücksicht nehmen. Zum Beispiel, wenn trotz genauer Planung Frischbeton aufgrund von Verkehrsstaus zu spät auf der Baustelle eintrifft und möglichst rasch eingebaut werden muss.» Dann gebe es auch die meisten Reklamationen aus der Bevölkerung. Darum kündige die ZB vorhersehbare Arbeiten ausserhalb der normalen Zeiten mit Inseraten und Flyern an.

Anfang November wird rund um die Uhr gearbeitet

Aussergewöhnlich laut dürfte es voraussichtlich auch am 17. Oktober werden, wenn Helis die Fahrleitungsmasten versetzen. Rund um die Uhr und auch am Wochenende wird zwischen 4. und 17. November gearbeitet, wenn die Strecke zwischen Luzern und Alpnachstad gesperrt ist. Gemäss Thomas Keiser sind dann auch lärmintensive Arbeiten in der Nacht nicht immer ganz zu vermeiden.

Apropos Lärm: Der ist laut Remo Zberg nicht das einzige Problem. «Wir spüren auch den Baustellenverkehr auf unseren eh schon stark belasteten Gemeindestrassen, welche auch immer häufiger von Durchreisenden als Umfahrungsroute missbraucht werden, wenn die Autobahn verstopft ist.» Respekt habe er darum auch von der zweiwöchigen Totalsperre, wenn die ZB-Passagiere mit Bussen transportiert würden.

Baulärm, aber keine Lärmschutzwände

Laut ist es seit Juli auch in Hergiswil Dorf, kurz vor dem Nordportal des Loppertunnels. Der Baulärm übertönt fast den Strassenverkehr. Auf dem Hergiswiler Autobahnabschnitt in Richtung Luzern wird die Fahrbahn um bis zu zwei Meter verbreitert, um künftig bei hohem Verkehrsaufkommen den Pannenstreifen zeitweise als dritte Fahrspur verwenden zu können. Die Lärmschutzwände wurden entfernt und bis März kommenden Jahres durch neue ersetzt. «Ohne Lärmschutz ist die Belastung für die Hergiswiler noch grösser. Verkehr und Bauarbeiten, die oft auch nachts stattfinden, hört man weitherum», so Zberg.

Zur regen Bautätigkeit in Hergiswil tragen auch Private bei. Eine grosse Baustelle ist zurzeit im Dorfzentrum, wo bis 2021 mit der Überbauung Wylpark auf rund 5000 Quadratmetern vier Wohn- und Geschäftshäuser mit total 52 Wohnungen, einem Migros-Supermarkt und weiteren Geschäften entstehen.

Hergiswil investiert 2020 für 18 Millionen

Und schliesslich ist auch die Gemeinde selber Bauherr verschiedener Projekte. Für 25 Millionen Franken wurde das knapp 50-jährige Schulhaus Grossmatt komplett saniert und fit für die nächsten 40 Jahre gemacht. Am 6. Mai durften die rund 140 Orientierungsstufen-Schüler, Kindergärtler, Erst- und Zweitklässler nach einem fast zweijährigen Containerprovisorium wieder in ihr Schulhaus zurückkehren. Vor zwei Jahren wurde der Gemeindehausplatz für 391000 Franken neu gestaltet.

Anfang Monat haben die Bauarbeiten bei der Badi Hergiswil begonnen. In den nächsten acht Monaten werden unter anderem alle technischen Anlagen auf den neuesten Stand gebracht, die betrieblichen Abläufe optimiert, das grosse Schwimmbecken um eine Bahnbreite vergrössert und der Gastrobereich totalsaniert. Die Hergiswiler genehmigten dafür an der Gemeindeversammlung im Frühling einen Kredit für 7,7 Millionen Franken.

Und es geht weiter: Im kommenden Jahr plant die Gemeinde Investitionen in der Höhe von 18 Millionen Franken, vor allem für die Sanierung von Strassen, Trinkwasser-, Stromleitungen und Kanalisationen.

«Dank der Ansiedlungen und der damit verbundenen Steuererträge können wir es uns leisten, jetzt die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen und dies nicht den kommenden Generationen zu überlassen», begründet Remo Zberg. In den vergangenen zehn Jahren wuchs die Bevölkerung um 6 Prozent auf knapp 5800 Einwohner. Jährlich nimmt die Gemeinde etwa 28Millionen Franken an Steuern ein, bei einem Eigenkapital von 87 Millionen Franken. Remo Zberg relativiert die guten Zahlen: Fairerweise müsse man auch erwähnen, dass davon der ganze Kanton profitiere, da Hergiswil jährlich rund 9 Millionen Franken in den innerkantonalen Finanzausgleich beisteuere.

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