HERGISWIL: Migros hofft auf Umzonung

Erhält das Wyl-Quartier ein neues Gesicht? Das hängt auch von einer Umzonung ab, gegen die Einsprachen vorliegen. Der Ball liegt nun beim Stimmbürger.

Kurt Liembd
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Das Quartier Wyl im Dorfzentrum von Hergiswil soll ein völlig neues Gesicht erhalten. (Bilder Kurt Liembd)

Das Quartier Wyl im Dorfzentrum von Hergiswil soll ein völlig neues Gesicht erhalten. (Bilder Kurt Liembd)

«Vielen Dank, wenn Sie die Umzonung des Gebietes Wyl an der Gemeindeversammlung unterstützen»: Dieser Aufruf kommt nicht etwa vom Gemeinderat, sondern von der Migros. In persönlichen Briefen und auf grossen Plakaten vor ihrem Laden wirbt die Migros für die Umzonung des entsprechenden Quartiers. Diesen Samstag will sie in der Filiale Hergiswil sogar ihre Kunden persönlich informieren.

Hintergrund: Vom Entscheid der Stimmbevölkerung an der Gemeindeversammlung vom 25. November hängt es ab, ob die Migros im Lopperdorf ein völlig neues Verkaufsgeschäft – geplant im neuen Quartier Wyl – realisieren kann. Im Vergleich zur heutigen Filiale von 234 Quadratmetern würde die Verkaufsfläche im neuen Laden mit 700 Quadratmetern rund dreimal mehr betragen.

Vier unerledigte Einsprachen

Voraussetzung für den Neubau des Quartiers, bei dem gleich neun Häuser abgerissen werden, ist der Wechsel von der Kernzone in die Zentrumszone, womit eine leicht höhere Bauweise verbunden ist. Dagegen gingen sechs Einsprachen ein, von denen zwei zurückgezogen wurden. Die Gemeindeversammlung hat nun vier unerledigte Einsprachen zu behandeln. Auffallend: Sie stammen alle von Leuten, die im Gebiet Oberstalden Land besitzen und dieses schon seit Jahren einzonen möchten. Sie kritisieren in ihren Einsprachen, mit der Umzonung Wyl würde die Rechtsgleichheit verletzt.

Landbesitzer aus ganzer Schweiz

Inhaltlich sind die vier Einsprachen bis ins Detail identisch. Hinter allen Einsprechern steht der Hergiswiler Ex-Gemeinderat Fredy Haller, der auch an der Gemeindeversammlung auftreten wird. Die insgesamt acht Einsprecher wohnen nicht nur im Lopperdorf, sondern auch in Freiburg, Hochdorf, Luzern, Kilchberg und Langnau am Albis. Sobald die Umzonung Rechtsgültigkeit erlangt, kann mit der Gestaltungsplanung des neuen Quartiers begonnen werden. Geplant sind nebst dem neuen Migros-Supermarkt auch altersgerechte Wohnungen und allenfalls weitere Geschäfte.

Wasser wird leicht teurer

Nebst dieser Umzonung haben die Hergiswiler Stimmberechtigten auch über eine Erhöhung der Wassergebühren zu befinden. Die Wasserversorgung besteht heute aus fünf Quellfassungen, fünf Reservoirs und rund 57 Kilometer öffentlichem Leitungsnetz, die unterhalten und betrieben werden müssen. Zurzeit decken die Gebühren nur gerade 28 Prozent der Kosten. Das Defizit wird mit Steuergeldern finanziert. Die vorgeschlagene Erhöhung ist aber bescheiden, sodass alle bürgerlichen Parteien, CVP, FDP und SVP, die Ja-Parole herausgegeben haben.

Hinweis

Gemeindeversammlung Hergiswil: Dienstag, 25. November, 19.30 Uhr, Loppersaal.

9,3 Millionen für den Finanzausgleich reserviert

KL. Nebst der Umzonung Wyl und drei weiteren kleinen Umzonungen sowie der Erhöhung der Wassergebühren (siehe Haupttext) haben die Hergiswiler über zwei Kredite, das Budget 2015 und über die Einbürgerung von sieben Personen zu befinden. Vier der Einbürgerungswilligen sind Erwachsene, drei Jugendliche. Fünf stammen aus Deutschland, zwei aus Grossbritannien.

Steuern werden so belassen

Der Voranschlag 2015 ist bis auf ein Minus von 205 000 Franken praktisch ausgeglichen, dies bei einem Aufwand und Ertrag von rund 34 Millionen Franken. An Investitionen sind im kommenden Jahr 5,6 Millionen geplant, die Personalkosten betragen rund 12 Millionen. Für den kantonalen Finanzausgleich budgetieren die Hergiswiler 9,3 Millionen. Dies erlaubt, den Steuerfuss bei 1,59 Einheiten zu belassen, sodass die Steuerbelastung unverändert bleibt. «Wir sind finanziell eine kerngesunde Gemeinde, auch mit Blick in die Zukunft», sagt dazu Finanzchef Alfonso Ventrone. Weiter beantragt der Gemeinderat einen Projektierungskredit für die Sanierung des Schulhauses Grossmatt in der Höhe von 1,4 Millionen. Die Gesamtprojektkosten werden auf rund 22 Millionen geschätzt.

Sanitätshilfestelle wird erneuert

Für die Teilerneuerung der geschützten Sanitätshilfestelle Grossmatt beantragt der Gemeinderat einen Kredit von 2,1 Millionen, wovon der Bund rund 1,9 Millionen übernimmt. Erfreulich ist das Budget der katholischen Kirchgemeinde mit einem Überschuss von rund 85 000 Franken. «Deshalb soll der Steuerfuss unverändert bei 0,21 Einheiten belassen werden», wie Kirchenkassier Markus Luther betont.