Hergiswil
Nach Kritik an Pfarrwahl folgte nun die Aussprache

Eine Delegation kritischer Mitglieder der Kirchgemeinde Hergiswil traf sich zur Aussprache mit Pfarrer Stephan Schonhardt und dem Kirchenratspräsidenten Martin Dudle.

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(sok) Die stille Wahl des bisherigen Hergiswiler Pfarrers Stephan Schonhardt Ende 2020 sorgte für Unmut. Im Vorfeld der Wahl hatten Mitglieder der Kirchgemeinde eine Unterschriftensammlung lanciert, um die Pfarrwahl an die Urne zu bringen. 200 Personen unterschrieben das Begehren. 118 wären nötig gewesen. Die Wahl wurde auf den 24. November angesetzt, fand jedoch nicht statt, da sich innert der gesetzlichen Frist von sieben Tagen kein Gegenkandidat bewarb. So kam es zur erwähnten stillen Wahl von Stephan Schonhardt.

Stiess auf Kritik: der Hergiswiler Pfarrer Stephan Schonhardt.

Stiess auf Kritik: der Hergiswiler Pfarrer Stephan Schonhardt.

Bild: Philipp Unterschütz (9. September 2020)

Für Unmut sorgte nicht nur die Art der Wahl, sondern auch die Person, die gewählt wurde. Die Kirchgemeinde Hergiswil beschreibt den Inhalt der Kritik in einer Medienmitteilung so: «Stephan Schonhardt hat sich mit pointierten Formulierungen in Glaubensfragen und im persönlichen Umgang sowie mit progressiven Eventkonzepten sowohl Akzeptanz wie auch Kritik eingetragen

Anlässlich eines runden Tischs, der am Donnerstag, den 21. Januar, stattfand, konnten die Initianten der Urnenabstimmung ihrem Ungemach Luft machen. Die Vorbehalte gegen den Pfarrer seien kontrovers debattiert worden, schreibt die Kirchgemeinde dazu. Auch wenn nicht alle Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden konnten, habe man sich geeinigt, sich in den kommenden Monaten gegenseitig Kredit und Zeit zu geben, um Problemfelder innerhalb der Kirchgemeinde anzugehen.

Martin Dudle, der Kirchgemeindepräsident von Hergiswil.

Martin Dudle, der Kirchgemeindepräsident von Hergiswil.

Bild: Matthias Piazza

Als eine Quelle der Kontroversen wurde bei der Aussprache die innerkirchliche Kommunikationsleistung identifiziert. Gemäss Mitteilung will sich der Kirchenratspräsident Martin Dudle dieser Tatsache umgehend annehmen und den Umgang mit den Gläubigen überprüfen. Auch Stephan Schonhardt wolle die Inputs der Initianten in seine Arbeit integrieren und seine Anliegen «mit feinerer Klinge» kommunizieren. Im Gegenzug erwarten Pfarrer und Kirchenrat, dass künftig auftretende Probleme oder Missstimmungen in der Gemeinde direkt mit den Involvierten besprochen werden.

In einer Sache herrscht Einigkeit: Eine Spaltung innerhalb der Kirchgemeinde muss verhindert und «alles getan werden, damit ein möglichst breites Spektrum der Bevölkerung, auch Generationen, sich von den Aktivitäten der Kirche angesprochen fühlen.»