HERGISWIL: Niels Fischer läuft für guten Zweck

Ein Hobbysportler wie aus dem Bilderbuch: Niels Fischer, Präsident der reformierten Kirchenpflege, läuft am Halbmarathon Luzern zum ersten Mal.

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Niels Fischer aus Hergiswil wird die Halbmarathon-Distanz am Swiss City Marathon in Luzern mitlaufen. (Bild Corinne Glanzmann)

Niels Fischer aus Hergiswil wird die Halbmarathon-Distanz am Swiss City Marathon in Luzern mitlaufen. (Bild Corinne Glanzmann)

Niels Fischer ist Stammgast Nummer eins. Aber kein Beizenhocker. Denn «Stammgast Nr. 1» heisst die Plattform für alle, die etwas Besonderes in ihr Herz geschlossen haben. Und das Herz von Niels Fischer schlägt für die Kinderskischule auf Melchsee-Frutt. Der Hintergrund: Mit einem Team von rund 30 Läuferinnen und Läufern startet das Team «Stammgast Nr. 1» am Swiss City Marathon in Luzern. Entgegen der üblichen sportlichen Herausforderung, so schnell wie möglich zu laufen, geht es aber in erster Linie um Spass und einen guten Zweck. Unter dem Motto «Run for Fun» geht es darum, möglichst viele Laufminuten zu sammeln, denn pro Minute gibt es eine Spende für die Skischule Melchsee-Frutt. Diese dient auch dazu, benachteiligten und behinderten Kindern Wintersport zu ermöglichen.

Taucher und Waffenläufer

Je langsamer man also läuft, umso mehr Spendengeld gibt es. Doch das ist bloss eine willkommene Begleiterscheinung. Niels Fischer will natürlich möglichst schnell rennen und ist beseelt von einem gesunden sportlichen Ehrgeiz. Zusammen mit Tausenden anderen Hobbyläufern nimmt er am Halbmarathon teil, obwohl er eigentlich nicht der typische Lauftyp ist. «Ich bin zuvor gar noch nie über 21 Kilometer gerannt», gibt er offen zu. Seine äussere Konstitution und seine sportliche Vergangenheit lassen aber nicht den geringsten Zweifel offen, dass er dies nicht schaffen wird. Für einen 53-Jährigen sogar in einer sehr guten Zeit. «So um die zwei Stunden sind mein Ziel.» Seine Vorbereitung auf das Erlebnis Halbmarathon beschränkte sich in den vergangenen paar Wochen bloss auf ein paar Trainings über 10 Kilometer, ein- bis zweimal pro Woche sowie ein Rennen über zehn Kilometer in Riga, der Hauptstadt von Lettland. Im Gespräch zeigt er sich sportlich zwar bescheiden, gibt dann aber doch Interessantes aus seiner sportlichen Vergangenheit preis. So war er früher im Militärsport recht aktiv, hat verschiedene Waffenläufe bestritten, ist den Wasalauf in Schweden über 30 Kilometer auf Langlaufski gelaufen und ist ein passionierter Taucher. Im Militärsport bestritt er OL, Schwimmen, Schiessen und Werfen mit Wurfkörpern. Seine Offenheit und Unbekümmertheit im Sport ist eindrücklich. «Ich habe keine Ambitionen, werde den Halbmarathon aber sicher problemlos schaffen», sagte er über seine Ziele, obwohl er dafür kein spezifisches Training absolvierte. Umso mehr dominiert bei ihm die Vorfreude auf dieses sportliche Abenteuer in Luzern.

Verteidigungsattaché in Schweden

Niels Fischer ist auch im Berufsleben vielseitig. So arbeitete er während des Studiums in den Semesterferien als Flight Attendant bei der Swissair. Auch sonst ist er schon weit in der Welt herumgereist, arbeitete mehrere Jahre als Verteidigungsattaché in Schweden und als Revisor fast ein Jahr lang in Südafrika. Nebst Englisch und Französisch spricht er auch fliessend Schwedisch. In der Freizeit engagiert er sich im Vorstand verschiedener militärischer Vereine und als Präsident der reformierten Kirchenpflege Hergiswil.

Kurt Liembd