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HERGISWIL: «Phönix» kostet 24,9 Millionen

Das ist Rekord: Hergiswil befindet über den höchsten Betrag, über den je an einer Gemeindeversammlung im Lopperdorf befunden wurde. Die Schulhausrenovation kostet 24,9 Millionen Franken.
Kurt Liembd
Sanierung anstelle eines Neubaus: Das Hergiswiler Schulhaus Grossmatt soll wie Phönix aus der Asche steigen. Bild: Matthias Piazza

Sanierung anstelle eines Neubaus: Das Hergiswiler Schulhaus Grossmatt soll wie Phönix aus der Asche steigen. Bild: Matthias Piazza

4 Millionen Franken: Was auf den ersten Blick wie der Kostenpunkt für die Renovation eines Schulhauses aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als einen Bruchteil davon. Denn es handelt sich «nur» um Planungshonorare. Dazu Gemeinderat und Liegenschaftschef Walter Mösch: «Vier Millionen Planungshonorar sind rund 16 Prozent der Gesamtbausumme, was im Rahmen liegt.» In der Tat: Die Kosten für die Renovation des Grossmatt-Schulhauses betragen 24,9 Millionen Franken. Gemeindepräsident Remo Zberg relativiert: «Rund 50 Prozent davon sind allein Kosten für Brandschutz, Trennsystem und Erdbebensicherheit.» Und: «Ein Neubau wäre rund 10 Millionen teurer.» Mit einer umfassenden Renovation erhalte Hergiswil praktisch einen Neubau, der für weitere 40 Jahre die Bedürfnisse der Nutzer vollständig abdecke, ergänzt Walter Mösch.

Um ein optimales Resultat für die Renovation zu erreichen, führte der Gemeinderat in den vergangenen Monaten einen Architekturwettbewerb durch. Nicht weniger als 17 Architekturbüros interessierten sich für den Auftrag, 9 schafften es in die engere Auswahl. Am Ende war es das Projekt der Zürcher Architekten Schmid Ziörjen, welches am meisten zu überzeugen wusste. Allein dieser Architekturwettbewerb kostete zusätzlich 1,4 Millionen Honorare für Planer und Spezialisten. Das Siegerprojekt heisst «Phönix», was symbolisch zum Projekt passt. Denn in Anlehnung an die griechische Mythologie soll in Hergiswil nämlich aus einem 40-jährigen Schulhaus etwas ganz Neues entstehen.

Warum nicht an der Urne?

Bei einem solch hohen Betrag von rund 25 Millionen drängt sich die Frage auf, weshalb dieser Entscheid nicht an der Urne gefällt wird. Dazu Gemeindepräsident Remo Zberg: «Das haben wir uns auch überlegt und kamen zur Überzeugung, dass es fairer ist, das Geschäft an die Gemeindeversammlung zu bringen.» Im Gegensatz zu einem Urnengeschäft könnten die Bürger Fragen und Änderungsanträge stellen, so Zberg. «Der Gemeinderat wollte keine anonyme Urnenabstimmung.»

Diese Meinung teilen aber nicht alle im Lopperdorf. So zum Beispiel Christoph Keller von der SVP: «Ich war verblüfft, dass ein Geschäft in dieser Grössenordnung nicht an der Urne entschieden wird.» Keller kritisiert auch die seiner Meinung nach «absurden Auflagen» aus Bundesbern betreffend Erdbebensicherheit. Er sei aber nicht gegen die Renovation und sei dafür, dass man die Auflagen einhalte.

Friedhof als meditativer Ort

Weiter haben die Hergiswiler an der Gemeindeversammlung auch über das Budget und den Steuerfuss zu befinden sowie über verschiedene Sachgeschäfte und die Einbürgerung einer Kosovarin und einer 4-köpfigen Familie aus Frankreich. Das Budget 2017 rechnet mit Aufwendungen von 33,6 Millionen und Erträgen von 34,2 Millionen Franken, woraus ein Ertragsüberschuss von 600 000 Franken resultiert. Für den Finanzausgleich sind 2017 etwas weniger, nämlich nur noch 8,9 Millionen budgetiert (2016: 12,3 Millionen). Investitionen sind nächstes Jahr mit 13,8 Millionen budgetiert. Der Gemeinderat empfiehlt, den Steuerfuss bei 1,59 Einheiten zu belassen.

Weiter haben die Hergiswiler über einen Kredit von 320 000 Franken für die Schaffung eines Birkenhains auf dem Friedhof zu befinden. Gemäss Projektbeschrieb soll eine Anlage mit meditativem Charakter entstehen, die zum Begehen und als Aufenthalt einlädt. Traktandiert sind zudem die Revision der Tourismusförderung sowie der Verkauf von zwei sehr kleinen Parzellen an Private. Der Gemeinderat empfiehlt, die kommunale Tourismusabgabe auf dem Minimum von 0,4 Einheiten festzulegen. Im Anschluss an die Gemeindeversammlung haben die Katholiken über das Budget der Kirchgemeinde zu befinden. Dieses sieht einen bescheidenen Überschuss von 10 000 Franken vor bei Ausgaben von rund 1,94 Millionen und einem Ertrag von rund 1,93 Millionen Franken.

Hinweis

Gemeindeversammlung am Dienstag, 29. November 2016, um 19.30 Uhr im Loppersaal.

Kurt Liembd

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