HERGISWIL: Schilderwald steht nun richtig

Bei der Anbringung von 20er- und 30er- Tafeln ist einiges schiefgelaufen. Nun ist das neue Temporegime rechtsgültig und der Schildbürgerstreich zu Ende.

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Beim Dorfplatz in Hergiswil gilt ab sofort Tempo 20. (Bild Kurt Liembd)

Beim Dorfplatz in Hergiswil gilt ab sofort Tempo 20. (Bild Kurt Liembd)

Kurt Liembd

«Ende gut, alles gut», sagt Hergiswils Gemeindepräsident Remo Zberg erleichtert. Damit meint er nicht nur die neuen Tempolimiten im Lopperdorf, sondern auch den «Schildbürgerstreich» am Brisenweg (Ausgabe vom 13. März). Die zwei Tafeln, welche nur acht Meter auseinander standen, signalisierten «Ende Tempo 30» und «Beginn Tempo 30». Dazwischen hätte man (theoretisch) 50 km/h fahren können. Der Gemeinderat reagierte auf diesen Fauxpas sehr schnell.

Bereits am anderen Tag folgte eine Begehung mit Sachverständigen unter der Leitung von Gemeinderat Renato Durrer. Und siehe da: Aus zwei Schildern wurde über Nacht eines. Das eine Schild wurde entfernt, das andere von «Ende Tempo 30» auf «Tempo 30» umfunktioniert.

Jede zweite Tafel falsch

Doch nebst dem besagten Schildbürgerstreich gab es noch andere merkwürdige Geschichten rund um das Aufstellen der Tempo-20/30-Schilder. Fast jede zweite Tafel wurde am falschen Ort einbetoniert und musste nachträglich versetzt werden, so an der Bahnhofstrasse, an der Pilatusstrasse und am Dorfplatz bei der Migros. Und dies trotz Planung durch «ausgewiesene Fachspezialisten», wie der Gemeinderat das Planungsbüro aus Zug bezeichnet hatte. Die Tafel an der Ecke Seestrasse/Bahnhofstrasse war zudem falsch beschriftet und verwirrte Car-Chauffeure, ein gelb-schwarzer Poller an der Pilatusstrasse musste nach nur zwei Tagen entfernt werden (weil am falschen Ort), und bei der 20er-Tafel nahe der Migros gab es Komplikationen mit der Einfahrt des Migros-Lastwagens.

Eine weitere Aktion, die ebenfalls für fragende Blicke sorgte, waren sechs rot-weisse Pfosten beim Gemeindehaus. Seit Weihnachten standen sie auf dem Trottoir, und niemand wusste wirklich, was diese bezwecken sollen. Eine Anfrage beim Gemeinderat ergab, dass damit verhindert werden sollte, dass Lastwagen auf dem Trottoir parkieren. In seiner Antwort schrieb Gemeindepräsident Remo Zberg: «Ich habe bereits angeordnet, die Pfosten zu entfernen, weil das Problem sehr klein ist und die Pfosten wirklich keine Schönheit gegenüber dem Gemeindehaus darstellen.» Bereits am anderen Tag waren die sechs Pfosten wie vom Erdboden verschluckt. Remo Zberg zeigte sich dazu selbstkritisch und schrieb: «Eigendynamik ist nicht immer vorteilhaft ...».

Sicherheit wird erhöht

Von jetzt an gibt es aber nichts mehr zu lachen, spätestens dann nicht mehr, wenn die Polizei in den 20/30er-Zonen erstmals Tempokontrollen durchführen wird. Die Strassen sind nun korrekt beschildert, die Böden bemalt und die neuen Tempi rechtsgültig. Die Beschilderung sorgte zwar für viel Gesprächsstoff und war eine mühsame Zangengeburt. Doch sollen sie nun zu einer höheren Verkehrssicherheit speziell von Kindern – beitragen. «In einem halben Jahr ist das kein Thema mehr, und man hat sich daran gewöhnt», prophezeit Gemeindepräsident Remo Zberg.