Hergiswil: Schulhaus ist fast wieder wie neu

Die Sanierung des Grossmatt-Schulhauses neigt sich dem Ende zu. Doch auch wenn Ende Monat der Innenausbau abgeschlossen ist, können die Schüler und Lehrer erst kurz vor Ostern ihr Provisorium verlassen.

Matthias Piazza
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So sieht es im Innern des Schulhauses momentan aus. Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 13. Februar 2019)

So sieht es im Innern des Schulhauses momentan aus. Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 13. Februar 2019)

Wenn man durch die Gänge und Räume des Grossmatt-Schulhauses in Hergiswil geht, erhält man den Eindruck, man befinde sich in einem Neubau, der kurz vor der Fertigstellung ist. Alles sieht neu und unbenutzt aus, man riecht noch die Farbe. Hier wurde in den vergangenen Monaten aber aus einem fast fünfzigjährigen Schulhaus sozusagen ein neues gemacht. «Die Tragstruktur wurde freigelegt und verstärkt, denn die Erdbebensicherheit war ja Auslöser für das Projekt. Jetzt genügt man den aktuellen Vorschriften in puncto Erdbebensicherheit wieder», erklärt Markus Roth, der für die Gemeinde Hergiswil für die Liegenschaften verantwortlich ist.

Seit September 2017 ist das Hergiswiler Grossmatt-Schulhaus eine Grossbaustelle. Das Gebäude wurde bis auf den Rohbau entkernt, zusätzliche Wände und Mauern wurden frisch erstellt oder bestehende ersetzt, Strom- und Wasserleitungen ersetzt. Gebäudehülle, Böden, Dach, Fenster: Alles wurde erneuert, auch um die Dämmung zu verbessern. Damit ist das Schulhaus auch ökologisch wieder auf der Höhe der Zeit, auch wenn es nicht dem Minergie-Standard entspricht. «Viele bauliche Details hätten Mehrkosten verursacht, welche damals mit etwa 400000 Franken veranschlagt waren. Da diese Details die Raumnutzung teilweise auch eingeschränkt hätten, haben wir darauf verzichtet», erklärt Markus Roth. Dafür gibt es auf dem Dach eine Solaranlage, welche rund die Hälfte des Stroms liefert, den das Schulhaus braucht.

Hier wird der Schutzbelag verlegt. Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 13. Februar 2019)

Hier wird der Schutzbelag verlegt. Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 13. Februar 2019)

Jeder Oberstufenschüler hat seinen Arbeitsplatz

Auch der Brandschutz wurde den aktuellen Normen angepasst und die allermeisten Zugänge wurden rollstuhlgängig. Wo im Mai des vergangenen Jahres noch eine riesige Baugrube klaffte, ist ein Treppenhaus mit einem Lift gebaut worden, der neu vom obersten Stock bis in den Keller führt. Auch die Raumaufteilung wurde den neuen Bedürfnissen angepasst. Zu den Inputräumen für den herkömmlichen Unterricht gesellen sich neu auch Räume, in denen jeder Oberstufenschüler während der ganzen drei Jahre seinen festen Arbeitsplatz hat. Weitere Zimmer sind für Gruppenarbeiten vorgesehen.

Noch ist an eine Benutzung nicht zu denken, das wird einem bei einem Rundgang schnell klar. «Wenn wir weiterhin so gut im Zeitplan liegen, ist bis Ende Monat der Innenausbau zwar abgeschlossen», erklärt Markus Roth. Danach gebe es aber noch viel zu tun. Das Schulhaus werde vom Baustaub befreit, die Zimmer würden möbliert und die Brandschutzanlagen und weitere technische Anlagen auf Herz und Nieren geprüft. Eine Woche vor den Osterferien wird die Schuleinrichtung vom Containerprovisorium ins sanierte Schulhaus gezügelt. Während der Osterferien richten die Lehrer ihre neuen Schulzimmer ein, damit am 6. Mai der Unterricht gestartet werden kann – rund vier Monate später als ursprünglich geplant. Der kalte Februar 2018 brachte den Bauplan ziemlich durcheinander. Eine neuerliche Verzögerung kann man sich nun aber nicht mehr leisten. «Der Mietvertrag für das Containerprovisorium läuft Ende April aus», hält Markus Roth fest.

Die Sanierung befindet sich im Endspurt. Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 13. Februar 2019)

Die Sanierung befindet sich im Endspurt. Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 13. Februar 2019)

Im Sommer heiss, im Winter kalt

Die rund 140 Oberstufenschüler, Kindergärtler, Erst- und Zweitklässler werden wohl nichts dagegen haben, wenn sie das Containerdorf in etwa zwei Monaten verlassen dürfen. «Im Winter kann es kalt und im Sommer heiss in den engen Containern sein», erzählt Markus Roth. Auch werde es nebenan langsam laut, weil die Zentralbahn mit den Bauarbeiten für die Haltestelle Matt begonnen habe.

«Mit der Sanierung haben wir für die nächsten 40 Jahre wieder ein funktionierendes Schulhaus», verspricht Markus Roth. «Und mit Kosten von 25 Millionen Franken kommt dies etwa zehn Millionen günstiger, als wenn man das Schulhaus neu gebaut hätte.»

Am Samstag, 25. Mai, kann die Bevölkerung das sanierte Schulhaus besichtigen.