Hergiswil steht vor zukunftsweisender Versammlung

Ein Ortsbus und ein neuer Kunstrasen: Die Gemeindeversammlung widmet sich zwei viel diskutierten Themen.

Kurt Liembd
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Der Sportplatz Grossmatt soll für 1,86 Millionen saniert werden und einen Kunstrasen erhalten. (Bild: Kurt Liembd, Hergiswil, 19. November 2019)

Der Sportplatz Grossmatt soll für 1,86 Millionen saniert werden und einen Kunstrasen erhalten. (Bild: Kurt Liembd, Hergiswil, 19. November 2019)

Über die Frage nach einem Ortsbus, der die verschiedenen Quartiere erschliesst, wird in Hergiswil schon seit Jahrzehnten diskutiert. Für eine Realisierung aber fehlte es bisher immer am politischen Willen.

Nun kommt plötzlich Bewegung in dieses alte Anliegen. Nicht zuletzt auch dank des Bahnersatzbusses («Matt-Bus») der Zentralbahn, der seit einigen Jahren in Betrieb ist und von einigen Leuten auch als Ortsbus gebraucht wird. Denn mit der Wiedereröffnung des Bahnhofes Matt am 1. März 2020 verschwindet dieser Matt-Bus. Vorausschauend dazu hat die Gemeindeversammlung vom 20. November 2018 dem Gemeinderat den Auftrag erteilt, ein Projekt für einen Ortsbus auszuarbeiten.

Diese Hausaufgabe hat der Gemeinderat nun erledigt. Konkret ist ein Testbetrieb über rund 20 Monate geplant – vom 1. März 2020 bis am 11. Dezember 2021. Die Kosten für diesen Testbetrieb betragen rund 950'000 Franken – aufs Jahr gerechnet sind das rund 450'000 Franken. In den Kosten inbegriffen ist auch die Errichtung von 16 Haltestellen sowie die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges mit Platz für 15 bis 20 Fahrgäste.

Definitive Einführung kommt nochmals vors Volk

Vorgesehen ist, dass der Bus täglich von 5 Uhr bis 21 Uhr in Betrieb ist und stündlich fährt. Dazu Gemeindepräsident Remo Zberg: «Der Ortsbus hat den Zweck, dass die Bevölkerung Orte innerhalb des Dorfes, unter anderem Einkaufsgeschäfte, Post, Kirche, Restaurants, Seniorenzentrum sowie die Bahnhöfe der Zentralbahn, per ÖV erreichen kann.» Über die definitive Einführung würde später noch einmal abgestimmt, nach Abschluss der Testphase.

Ein weiteres viel diskutiertes Thema ist die Sanierung des Sportplatzes Grossmatt, des Hauptspielfelds des FC Hergiswil. Das Spielfeld soll deshalb zum einen auf die Normgrösse 100 mal 64 Meter vergrössert und zum anderen der bisherige Naturrasen durch einen Kunstrasen ersetzt werden.

Die Kosten der Sanierung belaufen sich auf 1,86 Millionen, woran sich der FC Hergiswil mit 200'000 Franken beteiligen würde. Zur Frage, ob Natur- oder Kunstrasen, sagt Gemeinderat Walter Mösch: «In verschiedenen Besprechungen zwischen Gemeinde und Fussballclub sind wir zum Schluss gekommen, dass die Vorteile des Kunstrasens überwiegen.» Die grössten Vorteile sind gemäss Mösch die intensivere Nutzung bei fast gleichem Pflegeaufwand und dass er das ganze Jahr bespielbar ist – auch nach intensiven Niederschlägen, bei schlechtem Wetter oder ausserhalb der Vegetationszeit. Und: Ein Kunstrasen kann auch für ein Schwingfest oder Ähnliches benutzt werden.

Steuern sollen gesenkt werden

An der Gemeindeversammlung haben die Hergiswiler auch über das Budget sowie über eine Steuersenkung zu befinden. Das Budget 2020 sieht Aufwendungen von 37,9 Millionen und Erträge von 41,9 Millionen Franken vor. Daraus resultiert ein Gewinn von 4 Millionen Franken. Deshalb schlägt der Gemeinderat vor, den Steuerfuss um 0,1 Einheiten zu senken, womit sich der Gewinn von vier auf zwei Millionen reduzieren würde.

Finanzchef Jörg Weber zeigt sich erfreut über das positive Budget. Nur etwas bereite ihm Sorgen: dass er für den Kantonalen Finanzausgleich 10,6 Millionen budgetieren musste. Doch auch 2020 will Hergiswil wieder kräftig investieren, nämlich 19,2 Millionen, unter anderem in die Badi, in den Lärmschutz A2 und in Hochwasserschutzmassnahmen.

Weiter befinden die Hergiswiler über die Einbürgerung von drei Person aus Deutschland, Sri Lanka und dem Kosovo, über ein Schattendach in der Badi (250'000 Franken), über die Sanierung der Pilatusstrasse (950'000 Franken) und weiterer Strassen (563'000 Franken).

Nicht so rosig präsentiert sich das Budget der Katholischen Kirchgemeinde. Dieses sieht einen Aufwandüberschuss von 282'000 Franken vor, bei einem Aufwand von 2,02 Millionen und einem Ertrag von 1,74 Millionen.

Gemeindeversammlung: Dienstag, 26. November, 19.30 Uhr, Loppersaal.