HERGISWIL: Steinschlag im Feierabendverkehr in Hergiswil

Am Montagabend hat sich am Lopper in Hergiswil ein grösserer Steinschlag ereignet. Ein Forst­arbeiter wurde von den Felsen eingeklemmt. Die Seestrasse bleibt auch für Fussgänger gesperrt.

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Totalschaden: Eines der zerstörten Autos nach dem Steinschlag. (Bild Geri Wyss/Neue NZ)

Totalschaden: Eines der zerstörten Autos nach dem Steinschlag. (Bild Geri Wyss/Neue NZ)

Am Montag, 12. Oktober, hat sich kurz vor 17 Uhr am Lopperberg in Hergiswil ein Steinschlag ereignet. Wie die Kantonspolizei Nidwalden mitteilt, war ein Forstarbeiter oberhalb des Reigeldossen beschäftigt, als sich oberhalb von ihm Steine gelöst hatten und talwärts fielen. Er wurde dabei von ihnen erfasst, zu Boden geworfen und eingeklemmt.

Felsbrocken fielen auf Autos
Zwei Mitarbeiter von einer Felsreinigungsfirma nahmen den Steinschlag wahr und hörten den Eingeklemmten um Hilfe schreien. Er konnte dann durch die ausgerückte Polizei, Stützpunktfeuerwehr und den Rettungsdienst geborgen und anschliessend mit der Rega ins Kantonsspital Luzern geflogen werden.

Vermutlich zur gleichen Zeit fuhren zwei Personenwagen auf der Seestrasse von Stansstad Richtung Hergiswil. Unmittelbar nach der Galerie Reigeldossen fielen mehrere grössere Steine auf die Fahrbahn. Das erste Fahrzeug wurde von einem an der Front leicht beschädigt. Das zweite Auto erlitt Totalschaden. Weiter wurden die Fahrbahn sowie das Geländer beschädigt.

«... doch dann krachte es»
Dabei hatten die Autofahrer riesiges Glück, besonders ein Hergiswiler, der gerade auf dem Heimweg war. Plötzlich sah er vor sich auf der Strasse Steine. «Ich bremste, sah links den Berg hinauf und wollte noch zurücksetzen, doch schon krachte es.»

Die Gesteinsbrocken zerstörten die Motorhaube seines weissen Citroëns. Im Schockzustand stieg der Mann aus dem Auto und flüchtete unter das schützende Dach der Galerie Reigeldossen. Wenig später traf bereits die Polizei ein und betreute ihn. Glücklicherweise zog er sich nur leichte Blessuren am Knie zu.

Die durch Spezialisten vorgenommene Beurteilung am Nordhang hat ergeben, dass die Seestrasse zwischen Kreisel Acheregg und Hergiswil für jeglichen Verkehr und auch für die Fussgänger bis auf Weiteres gesperrt bleibt.

Ist das Wetter schuld?
Stefan Joller, der als Geologe die laufende Sanierung des Lopperviadukts und des Achereggtunnels begleitet, sagte am Montagabend auf Anfrage unserer Zeitung Folgendes: «Die Erfahrung zeigt, dass bei Sturm die Gefahr von Steinschlägen steigt.»

Und Niki Plüss, Bauleiter der Sanierungsarbeiten, ergänzt: «Es war ein spontanes Steinschlag-Ereignis, wie es in den Bergen einfach vorkommen kann.» Die Witterung habe es vermutlich ausgelöst.

ana/wy/om

Der weisse Citroën nach dem Steinschlag. (Bild Geri Wyss/Neue LZ)