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HERGISWIL: Velofahrer tun sich schwer mit Baustelle

Ein Teil der Seestrasse wird saniert – mit einschneidenden Konsequenzen für die Velofahrer. Sie weichen auf das Trottoir aus und riskieren eine Busse. Die Polizei hat reagiert.
Amanda Amstad
Eine Tafel bei der Baustelle auf der Seestrasse forderte die Velofahrer zum Absteigen auf. (Bild: PD)

Eine Tafel bei der Baustelle auf der Seestrasse forderte die Velofahrer zum Absteigen auf. (Bild: PD)

Amanda Amstad

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Die Strasse ist eng, der Platz zum Überholen knapp, dazu kommt der rege Verkehr an lauen Sommertagen entlang des Sees. So lässt sich das Szenario beschreiben, welches die Verkehrsteilnehmer antreffen, wenn sie durch Hergiswil fahren. Dass diese Situation in letzter Zeit immer wieder zu Problemen führte, zeigen auch Beiträge im «Blick». Er griff das Thema der Hergiswiler Baustelle unter anderem in zwei Artikeln auf und übte heftige Kritik an der Nidwaldner Polizei. So sprach er von «Gaga-Bussen», welche die Velofahrer hätten zahlen müssen, die von der Strasse auf das Trottoir geflüchtet seien und ihre Fahrt dort fortgesetzt hätten.

Dass diese Bestrafung jedoch völlig legitim ist, bestätigt auch die Nidwaldner Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser: «Grundsätzlich ist das Gesetz klar. Innerorts ist es verboten, mit dem Velo auf dem Trottoir zu fahren. Die Polizei hat dieses Gesetz umzusetzen.»

Schwerer Unfall ist der Polizei nicht bekannt

Die Anschuldigung, die Polizei wolle durch verstärkte Kontrollen bei der Baustelle nur die Staatskasse aufbessern, ist nur ein Aspekt, den «Blick» der Polizei vorwirft. Ein weiterer Punkt ist die Sicherheit, die nicht gewährleistet sei. So berichtete der «Blick» in einem der beiden Artikel von einem Hergiswiler, der bei der Baustelle von einem Lieferwagen abgedrängt worden sei und einen schweren Unfall erlitten habe.

Im Gespräch mit unserer Zeitung merkte Lorenz Muhmenthaler, Leiter der Nidwaldner Verkehrs- und Sicherheitspolizei, an, dass ihr dieser Unfall nicht bekannt sei: «Wir haben keine Unfallmeldung erhalten und werden diesbezüglich noch Abklärungen treffen.» Auch die Situation entlang der Seestrasse fasst er ganz anders auf: «Ich schätze die Lage nach den heutigen Signalisierungen als nicht gefährlich ein. Wenn sich alle richtig verhalten, gibt es einen normalen Verkehrsablauf wie bei jeder Baustelle.»

Diese Meinung teilt auch Thomas Beck, Co-Präsident von Pro Velo Unterwalden: «Ich fuhr am Sonntagmorgen selber dort durch und fand es überhaupt nicht gefährlich. Es ist alles tipptopp signalisiert. Ich konnte aber einen Velofahrer beobachten, der auf das Trottoir auswich und dort weiterfuhr.» Dass dies kein Einzelfall ist, bestätigt auch Muhmenthaler. Laut ihm dürfe man jedoch nicht alle in einen Topf werfen. So gäbe es durchaus auch Velofahrer, die sich korrekt verhielten.

Mit einem Schild soll die Situation entschärft werden

Kayser empfindet als Justiz- und Sicherheitsdirektorin jede Baustelle als eine Sicherheitseinschränkung: «Die Baustelle engt massiv ein. Wenn der Velofahrer bei Grün losfährt und sich nicht in der Mitte der Strasse bewegt, ist es für ihn sehr gefährlich, da er von den anderen Fahrzeugen an den Rand gedrängt wird. Fährt er in der Mitte, geht er auf Nummer sicher, behindert jedoch den Verkehrsfluss», erklärt Kayser. Um diese Situation in den Griff zu bekommen, wurden Massnahmen ergriffen. Nun steht eine entsprechende Hinweistafel bei der Baustelle. Mit der Botschaft «Radfahrer hier absteigen – Danke» und der Polizeipräsenz vor Ort soll die Lage entschärft werden. Auch Stephanie von Samson, Vorsteherin beim Amt für Mobilität, erwähnt diese Notwendigkeit: «Vor einigen Wochen hat die Bauherrschaft gemeinsam mit der Polizei erste Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit umgesetzt.» Und weiter fügt sie an: «Da dies wohl nicht reichte, haben wir am Mittwoch sofort reagiert, um die Sicherheit von Fussgängern und Velofahrern im Baustellenbereich zu erhöhen.» Das Ergebnis ist die erwähnte Hinweistafel, welche die Polizei in Zusammenarbeit mit der Gemeinde aufstellte.

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