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Wasserkonsum in Hergiswil wird stark eingeschränkt

Rasensprengen, Autowaschen oder das Füllen von Swimmingpools sind untersagt. Die Hergiswiler Quellen sprudeln nicht wie gewohnt. Die Gemeinde muss sich zusätzliches Wasser in Alpnach beschaffen.
Martin Uebelhart
In Hergiswil verboten: Rasensprengen. (Symbolbild: Markus von Rotz)

In Hergiswil verboten: Rasensprengen. (Symbolbild: Markus von Rotz)

In Hergiswil muss ab sofort mit dem Wasser sorgsam umgegangen werden. Verboten sind namentlich das Befüllen und Wiederbefüllen von Pools, das Wassersprengen von Rasen und Gärten sowie das Waschen von Autos. Ausdrücklich gestattet bleibt hingegen der Wassergebrauch für Vieh und Landwirtschaft. Ebenfalls erlaubt bleibt das gezielte Tränken von Gärten. In einer Mitteilung ruft die Gemeinde aufgrund der Trockenheit auf, das knapper werdende Trinkwasser sparsam zu nutzen.

Der Wasserverbrauch habe in den letzten Tagen zugenommen, sagt Gemeindepräsident Remo Zberg im Gespräch mit unserer Zeitung, und er steige tendenziell. «Er liegt etwa 60 Prozent über dem Durchschnitt.» Das Problem sei aber, dass aus den angezapften Quellen am Berg deutlich weniger Wasser in die fünf Hergiswiler Wasserreservoire fliesse, als verbraucht werde. «Aus den Quellen kommen derzeit rund 1,3 Millionen Liter Wasser pro Tag, was rund einem Drittel des Durschnitts entspricht, mit abnehmender Tendenz», hält Remo Zberg fest. Rund 1,6 bis 1,7 Millionen Liter würden in der Gemeinde täglich verbraucht.

Wasserbezug aus Alpnach ist limitiert

«Im Moment importieren wir täglich 400 Kubikmeter Wasser aus Alpnach», sagt Zberg. Mit der Obwaldner Gemeinde hat Hergiswil einen langjährigen Vertrag für den Wasserbezug abgeschlossen für den Fall, dass die eigenen Quellen zu wenig hergeben. «Allerdings ist der jährliche Bezug vertraglich auf rund 12000 Kubikmeter beschränkt», so Zberg. «Das erlaubt uns bei der derzeitigen täglichen Menge noch etwa für die kommenden zehn Tage Wasser aus Alpnach zuzuführen.» Dann müsste man mit der Nachbargemeinde nach Lösungen suchen. Allenfalls könne man aus Horw noch Grundwasser beziehen. «Sofern sie dort auch noch genügend Wasser haben», meint Zberg. Eine eigene Grundwasserpumpstation hat Hergiswil nicht. «Unsere Wasserversorgung wird ausschliesslich von Quellen gespiesen», hält er fest.

Als nächstes wären die Dorfbrunnen an der Reihe

Sollte die Lage prekärer werden, würde die Gemeinde auch die Brunnen im Dorf abstellen. «Das möchten wir jetzt noch nicht, da die Leute gerade bei dieser Hitze dort gerne Wasser trinken und sich erfrischen.» Gleichwohl versuche man, Wasser zu sparen, wo es gehe. «Für die Bewässerung der Fussballplätze pumpt die Feuerwehr Wasser aus dem See.» Noch keine Probleme gebe es derzeit im öffentlichen Schwimmbad: «Die Becken sind voll und das Wasser wird laufend im Kreislauf aufbereitet. Dumm wäre es, wenn durch einen technischen Defekt ein Becken geleert werden müsste. Dann könnten wir es wohl kaum wieder befüllen.»

Speziell kontrollieren will die Gemeinde die eingangs erwähnten Beschränkungen beim Wasserbezug nicht. «Wir setzen auf die Vernunft der Leute und die soziale Kontrolle.» Der Gemeindepräsident erwartet keine Probleme: «An das Feuerverbot am 1. August haben sich die Hergiswiler auch vorbildlich gehalten.» Zur Entspannung braucht es, nicht nur in Hergiswil, ausgiebig Regen. «Mindestens in den kommenden fünf Tagen sind die allerdings nicht in Sicht», so Zberg.

«Die Trockenheit ist noch nicht vorbei»

Einen zentralen Überblick über den Stand der Wasserversorgungen in Nidwalden hat man bei der Kantonalen Verwaltung nicht. «Die Trinkwasserversorgung liegt in der Verantwortung der Gemeinden», sagt Gérald Richner, Leiter Amt für Umwelt. Einzig von der dauerüberwachten Messstelle Stans wisse er, dass dort der Grundwasserspiegel momentan unter dem durchschnittlichen jährlichen Schwankungsbereich liegt. «Einschränkungen gibt es allerdings derzeit noch keine.» In den kommenden Tagen sollen die Grundwasserspiegel an weiteren Stellen im Kanton von Hand gemessen werden. «Solange sich die Wasserversorgungen allenfalls gegenseitig aushelfen können, läuft alles normal.»

Es sei aber angebracht, zum Trinkwasser jetzt schon Sorge zu tragen und Tätigkeiten mit hohem Wasserverbrauch, wie Rasen bewässern oder Auto aschen, zu verzichten, betont Richner. «Denn die Trockenheit ist noch nicht zu Ende.» Weitere Informationen würden in den nächsten Tagen auf www.umwelt.nw.ch und im Amtsblatt publiziert. Im Juni 2017 habe der Kantonale Führungsstab ein Szenario «Trockenheit» und «Hitzewelle» geübt, so Richner weiter. Nun scheine dieses bereits Realität zu werden.

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