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HERGISWIL: «Was fir ne Gfaasel redt die Frau?»

Mit einem gelungenen Fest wurden die Landratspräsidentin und die neue Frau Landammann gefeiert. Ein begeistertes Publikum bekam gar eine Uraufführung des Nidwaldner Marsches zu hören.
Kurt Liembd
Landratspräsidentin Michèle Blöchliger serviert an ihrer Feier den Gästen das Dessert gleich persönlich. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

Landratspräsidentin Michèle Blöchliger serviert an ihrer Feier den Gästen das Dessert gleich persönlich. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte des Kantons Nid­walden, dass ein Frauenduo an der Spitze von Landrat und Regierung steht. Nun ist es nach 2005/06 wieder so weit. Während Yvonne von Deschwanden (FDP) Frau Landammann wurde, übernimmt Michèle Blöchliger als erste SVP-Frau das Landratspräsidium aus dem nicht gerade von ihrer Partei dominierten Lopperdorf. Doch dies tat der Freude keinen Abbruch. Im Gegenteil: Das ganze Dorf freute sich ob ihrer Wahl und überschüttete sie mit Gratulationen und Wünschen. Sie selber genoss das Bad in der Menge ohne Berührungsängste. Auch dann noch, als sie von den Hergiswiler Herrgotts­kanonieren auf dem Rössliplatz aufgefordert wurde, eine Sprengladung zu zünden. Sie setzte den Ohrenschutz auf und zündete ­einen Böllerschuss, wie wenn sie dies schon immer gemacht hätte. (Dazu sei gesagt, dass zum Beispiel Gemeindepräsident Remo Zberg an Fronleichnam auch eine Ladung zünden sollte, aber dann kalte Füsse bekam und darauf verzichtete). Umso mehr beglückwünschte Zberg die neue Landratspräsidentin und sagte: «Deine Wahl ist ein sehr gutes Zeichen, weil du ja in Hergiswil gut aufgehoben bist.» Und weiter: «Dass du eine gewisse Bauernschlauheit hast, ist offenkundig.» Was Zberg aber nicht negativ, sondern im Sinne eines hellen Kopfes meinte.

Basler Dialekt auf die Schippe genommen

Was dann folgte, war ein bunter Reigen an Dorfkultur zu Ehren der neuen Landratspräsidentin. Da trat nicht nur die Musikschule mit verschiedenen Darbietungen beherzt auf, sondern ebenso der Jodlerclub Echo vom Pilatus, die Trychlergruppe und der Musikverein Hergiswil. «Tätschmeister» und Moderator Urs Blättler, Stanser Frohsinnvater 2000, ist es vorzüglich gelungen, die über 400 Gäste auf humorvolle und geistreiche Art zu unterhalten. Da durfte auch nicht fehlen, dass Blöchligers Basler Dialekt so richtig auf die Schippe genommen wurde. Blättler zur Seite stand «Giger-Klaus» alias Klaus Joller, Frohsinnvater 2013, der die Sprüche vom Basler Dialekt auf Ur-Nidwaldnerisch «übersetzte». Beispiel gefällig? «Hüt goods im Roothus bsunders schlau / mier wähle ad Spitze dorum e Frau. / Und d Nidwaldner frooge: Was fir ne Gfaasel/ redt denn do die Frau us Baasel?». Und Jollers Übersetzung dazu: «Im Rathuis dient’s hit zämesitze / und wehlid äs Weybervolch ad d Spitze. / Und wien ich ja grad gseid ha vorä / die cha eyses Dialäkt nit schnorä.»

Noch-Landammann Ueli Amstad (SVP) liess es sich nicht nehmen, den beiden «höchsten» Nidwaldnerinnen zur Wahl zu gratulieren, und überreichte ihnen den obligaten metallenen Nidwaldner Schlüssel. FDP-Fraktionschef Sepp Durrer wartete wie gewohnt mit einer humorvollen Ansprache auf und überreichte Michèle Blöchliger eine Treichel. Diese Treichel sei der Begriff von Macht und Durchsetzungskraft. Es folgten der Glockenjodel durch den Hergiswiler Jodlerclub sowie der Hegge-Juiz, mit dem der Club vier Tage zuvor in Brig am «Eidgenössischen» geglänzt hatte.

Musikalische Uraufführung

Höhepunkt war der Auftritt des Musikvereins mit der Uraufführung der Neukomposition «Nidwaldner Marsch», komponiert und dirigiert vom Hergiswiler Reto Blättler (31). Spätestens, als im Trio die Nidwaldner Hymne erklang, gab es stehende Ovationen eines begeisterten Publikums. Die Landratspräsidentin ergrifft selber auch das Wort. «All das, was wir heute Abend erleben durften, vereint Traditionelles mit Modernem.» Dabei machte sie keinen Hehl aus ihrer Überzeugung und sagte: «Trotz aller Herausforderungen, die auf uns zukommen, dürfen wir stolz sein auf unsere Schweiz und auf das, was wir zu bieten haben, wie politische Stabilität, Sicherheit und Frieden.» Dann wurde ein riesiges Holzherz hereingetragen, passend zu ihrem Amtsjahrmotto: «Guet lose, härzhaft apacke».

Gemeindepräsident Remo Zberg mit seiner Frau Lisbeth. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

Gemeindepräsident Remo Zberg mit seiner Frau Lisbeth. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

Philippe Erni (links) und Philipp Niederberger. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

Philippe Erni (links) und Philipp Niederberger. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

SVP-Kantonalpräsident Christoph Keller mit seiner Frau Cornelia. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

SVP-Kantonalpräsident Christoph Keller mit seiner Frau Cornelia. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

Reto Blättler (links) und Otmar Näpflin. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

Reto Blättler (links) und Otmar Näpflin. (Bild: Kurt Liembd (Hergiswil, 28. Juni 2017))

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