Hergiswil will in Spitzenzeiten einen Halt in Matt

Der Kanton Nidwalden und Hergiswil akzeptieren den Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes, dass die S-Bahn-Züge ab Dezember 2013 nicht mehr in Hergiswil Matt halten. Der Gemeinderat hofft, dass einzelne Züge dennoch diesen Dorfteil bedienen werden.

Drucken
Teilen
Die Zentralbahn, hier bei der Fahrt durch Hergiswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Die Zentralbahn, hier bei der Fahrt durch Hergiswil. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue NZ)

Die Staatskanzlei Nidwalden und die Gemeinde Hergiswil teilten am Mittwoch mit, sie würden das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes nicht ans Bundesgericht weiterziehen. Die Chancen auf einen Erfolg seien zu gering, zudem solle die Planung am Fahrplan 2014 nicht behindert werden, heisst es in den Mitteilungen.

Der Kanton und die Gemeinde zeigten sich enttäuscht vom Entscheid des Bundesverwaltungsgerichtes. Es sei unverständlich, dass das Gericht dem Anliegen, möglichst viele Personen auf die Schiene zu bringen, keine Beachtung geschenkt habe. Die Station Matt werde täglich im Schnitt von immerhin 750 Personen frequentiert.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte die Haltung des Bundesamtes für Verkehr sowie der Kantone Luzern und Obwalden gestützt, dass die S-Bahn aus Rücksicht auf den Viertelstundentakt und die Anschlüsse in Luzern in Matt nicht mehr halten. Das Problem ist, dass die Strecke in Hergiswil wegen Widerstandes der Bevölkerung nicht wie ursprünglich geplant ausgebaut werden konnte.

Das Beste herausholen

Der Gemeinderat von Hergiswil schreibt, er wolle aus der «unerfreulichen Situation» das Beste herausholen. Es solle nach einer Lösung gesucht werden, damit während den Hauptverkehrszeiten doch noch einzelne Halte in Matt möglich seien. Der Gemeinderat denkt dabei an die Schaffung einer S55.

Auch der Regierungsrat will den Fahrplan 2014 noch optimieren. Für die Pendler des Dorfteiles Matt sei ein angemessenes Angebot des öffentlichen Verkehrs zur Verfügung zu stellen, schreibt er.

Weitere Entscheide, die bezüglich des Fahrplanes 2014 aus Nidwaldner Sicht zu lösen sind, sind die Haltestelle Niederrickenbach, die Verlängerung der S4 bis Wolfenschiessen sowie eine beschleunigte S-Bahn Stans-Luzern (S44).

sda/rem

Schach-Matt für Hergiswil

Der Verein «Lärm weg» Hergiswil nimmt den Bundesverwaltungsgerichts-Entscheid «enttäuscht zur Kenntnis». Der Verein plädiert laut Mitteilung vom Mittwoch für Zukunftslösungen für Hergiswil und bezeichnet die Fahrplan-Diskussion und die Schliessung der Station Hergiswil-Matt als «Zündschnur für umfassendes Weiterdenken». Der Verein werde seine Zukunftsvorstellungen sowohl dem Nidwaldner Regierungsrat als auch dem Hergiswiler Gemeinderat vortragen. Hergiswil dürfe nicht nur Mittel sein, sondern wünsche sich Lebensqualität, schreibt der Verein weiter. pd/rem