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HERGISWIL: «Wir sind alles Angefressene»

Die Wasser­fliegerei fristet in der Schweiz ein Schattendasein. Doch bis morgen zeigt sie sich im Lopperdorf im besten Licht.
Philipp Unterschütz
Zwei Piper PA-18 Super Cub warten im See vor Hergiswil darauf, von Hunderten Schaulustigen bestaunt zu werden. (Bild Philipp Unterschütz)

Zwei Piper PA-18 Super Cub warten im See vor Hergiswil darauf, von Hunderten Schaulustigen bestaunt zu werden. (Bild Philipp Unterschütz)

Ein seltener Anblick. Im See vor dem Hotel Pilatus liegen dieses Wochenende für einmal nicht Motorboote, sondern Wasserflugzeuge. Eigentlich wäre die Schweiz mit ihren vielen Wasserflächen ideal für die Wasserfliegerei. Aber nicht nur hier, auch in unseren Nachbarländern ist sie praktisch inexistent. «Grundsätzlich ist die Wasserfliegerei in der Schweiz seit Jahren verboten, es gibt nur einen einzigen offiziellen Wasserflugplatz in Wangen/Lachen am oberen Zürichsee, und auch der kann nur sehr restriktiv genutzt werden», erklärt Heinz Wyss, Mitglied der Seaplane Pilots Association Switzerland (Spas). Die Gründe liegen in der kleinräumigen Schweiz bei den Lärm- und Umweltvorschriften.

«Das Interesse an den Wasserfliegern wäre bei der Bevölkerung aber riesig», meint Wyss. Die Spas wurde 1999 gegründet und hat heute rund 160 Mitglieder. Längst nicht alle sind selber Piloten. «Wir wollen die Wasserfliegerei trotz aller Restriktionen am Leben erhalten», sagt Heinz Wyss und meint, mehr liege kaum drin. Offizielle Wasserflugplätze in der Schweiz seien politisch nicht machbar. Immerhin hat es die Spas geschafft, auch dieses Jahr wieder sieben Meetings für Piloten und Fans von Wasserflugzeugen zu organisieren.

Strenge Auflagen vom Bund

Das erste Meeting in diesem Jahr findet in Hergiswil statt. Neun Wasserflugzeuge sind zu bestaunen, die Teilnehmer kommen aus der Schweiz, Deutschland, Polen und Spanien. Auch Personenflüge kann man vor Ort buchen. Geflogen wird jeweils von 9 (Sonntag 10) bis 12 und von 13 bis 19 Uhr. Für den Anlass in Hergiswil sind etliche Auflagen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt zu erfüllen. «Wir dürfen unter anderem keine Wohngebiete überfliegen, müssen bestimmte Flughöhen beachten oder Störungen jeder Art soweit möglich vermeiden. Zudem müssen die Lande- und Startzonen 300 Meter vom Ufer entfernt sein», erklärt Heinz Wyss.

Und sobald ein Flugzeug auf dem Wasser gelandet ist, gelten die gleichen Gesetze wie für Schiffe. Alle Piloten brauchen deshalb neben dem Flugbrevet und der Zusatzausbildung für Wasserfliegerei auch den Theorieteil der Bootsprüfung. «Wir sind alles leidenschaftlich Angefressene», lacht Wyss. «An der Wasserfliegerei lieben wir die spezielle Herausforderung, viele von uns sind auch Gletscherpiloten. Die Eigenverantwortung ist grösser. Auf einem Flugplatz ist man allein, auf dem See muss man auch sehr auf Schiffe, Boote, Wind und Wellen achten.»

Hinweis

Passagierflüge dauern rund 25 Minuten und kosten 160 Franken. Informationen zum Seaplane Meeting Hergiswil unter www.seaplanes.ch

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