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HERGISWIL: Zwei Parteilose beleben die Wahl

Die Gemeinderatswahlen sorgen für angeregte Diskussionen: Einer der Kandidaten ist wegen eines anderen Kandidaten gar in ein Strafverfahren verwickelt.
Kurt Liembd
Sie wollen in den Gemeinderat von Hergiswil: Jürg Weber (60, CVP), Generalagent; David Legrand (29, parteilos), Ethnologe, Politologe, Historiker und Lehrer; Beat Kaufmann (48, parteilos), Sanitärmonteur. (Bild: PD)

Sie wollen in den Gemeinderat von Hergiswil: Jürg Weber (60, CVP), Generalagent; David Legrand (29, parteilos), Ethnologe, Politologe, Historiker und Lehrer; Beat Kaufmann (48, parteilos), Sanitärmonteur. (Bild: PD)

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Eigentlich hätten die Gemeinderatswahlen vom 29. April dieses Jahres in Hergiswil in Minne erfolgen sollen, das heisst in stiller Wahl. So jedenfalls wollten es die drei bürgerlichen Ortsparteien. Ausgangslage: Von den sieben bisherigen Gemeinderäten treten sechs zur Wiederwahl an. Es sind dies Gemeindepräsident Remo Zberg (FDP), Christa Blättler (CVP), Renato Durrer (FDP), Marcel Grimm (FDP), Gusti Zibung (FDP) und Walter Mösch (SVP).

Um den zurücktretenden Alfonso Ventrone (CVP) zu ersetzen, sassen CVP und FDP an den gleichen Tisch und portierten gemeinsam den CVP-Kandidaten Jürg Weber (60), von Beruf Generalagent. «Sowohl die CVP wie auch die FDP unterstützen Jürg Weber als Nachfolger von Ventrone», hiess es in einer gemeinsam verschickten Pressemitteilung beider Parteien. Die FDP verzichtet damit auf einen eigenen Kandidaten, weil sie mit vier Gemeinderäten schon jetzt die Mehrheit im Rat hat. Da auch die SVP auf den frei werdenden Sitz verzichtet und auch die Grünen kein Interesse haben, sah es lange Zeit nach stillen Wahlen aus.

Wahlmotto: «Ein Hergiswil für alle»

Doch es kam anders und damit Bewegung in die flauen Wahlen. In letzter Minute wurden von zwei Komitees unabhängig voneinander zwei parteilose Kandidaten gemeldet. Es sind dies Beat Kaufmann (48), Sanitärmonteur, und David Le­grand (29), Ethnologe, Politologe, Historiker und Lehrer. Legrand, der in Hergiswil aufgewachsen ist und auch schon an einer Gemeindeversammlung Anträge gestellt hat, zeigt grosse Motivation, die Geschicke des Lopperdorfes selbst an die Hand zu nehmen. «Hergiswil muss lebendiger werden und darf nicht nur ein Dorf für die Reichen sein.» Von vielem, wie es heute läuft, ist er enttäuscht, so zum Beispiel, dass die Doppelspur der Zentralbahn nun oberirdisch gebaut wird oder von der Privatisierung des Seeufers. «Mein Traum ist eine Seeuferpromenade von der Glasi mindestens bis zum alten Kurplatz.» Dies und noch viel mehr will er als Gemeinderat angehen, und er hat bereits ein Wahlmotto, welches lautet: «Ein Hergiswil für alle». Er wolle ein lebendiges Hergiswil für Junge wie für Ältere, für Reiche wie für Ärmere. Seine Wahlchancen sieht er «durchaus realistisch», wie er gegenüber dieser Zeitung sagt.

Kandidat klagt Kandidat ein

Der zweite parteilose Kandidat ist der 48-jährige Sanitärmonteur Beat Kaufmann. Seine Kandidatur ist überraschend, lebt er doch seit längerer Zeit mit dem jetzigen Gemeinderat auf «Kriegsfuss» und kritisiert dessen Entscheide lautstark. Er selbst sagt zu seiner Kandidatur: «Gemeindepräsident Remo Zberg und andere Gemeinderäte haben mich mehrmals aufgefordert, selber zu kandidieren, als ich Kritik an ihrer Arbeit äusserte.» Das habe er nun halt gemacht, denn er wolle nun die Probleme in der Gemeinde selbst angehen. Speziell an seiner Kandidatur: Zurzeit läuft ein Strafverfahren gegen ihn wegen übler Nachrede und Drohung. Pikant dabei: Kläger ist Gemeinderat Walter Mösch (SVP), der zur Wiederwahl antritt. Konkret ist Folgendes vorgefallen: Kaufmann legte Mösch ein Papier in den Briefkasten, auf dem er ­ ihn als «Nullnummer» und als «Stammtischpolitiker» bezeichnete und ihm empfahl, ihm «nicht mehr über den Weg zu laufen». Da platzte Walter Mösch der Kragen, und er reichte Strafanzeige gegen Kaufmann ein. In der Folge wurden beide von der Polizei einvernommen und ausführlich befragt. Der Fall liegt zurzeit bei der Staatsanwaltschaft zur Beurteilung.

Gegen Kaufmann ist es nicht die erste Strafanzeige. Letztes Jahr wurde er wegen Morddrohung in einem Streit im Zusammenhang mit einem abgestellten Anhänger verurteilt. In der Sache aber obsiegte er gegen den Gemeinderat. Zudem wurde er kürzlich von einem Hergiswiler Immo­bilienchef wegen «übler Nachrede» angezeigt. Er hatte diesen öffentlich als «Verbrecher» bezeichnet, wurde aber freigesprochen, da der Kläger kein unbescholtener Bürger ist und seit mehreren Monaten im Gefängnis sitzt. Seine Wahlchancen bezeichnet Kaufmann als «extrem klein». Aber er wolle mit seiner Kandidatur ein Zeichen setzen gegen stille Wahlen und den Bürgern eine echte Wahl ermöglichen.

Jürg Weber (60, CVP), Generalagent. (Bild: PD)

Jürg Weber (60, CVP), Generalagent. (Bild: PD)

David Legrand (29), Ethnologe, Politologe, Historiker und Lehrer. (Bild: PD)

David Legrand (29), Ethnologe, Politologe, Historiker und Lehrer. (Bild: PD)

Beat Kaufmann (48), Sanitärmonteur. (Bild: PD)

Beat Kaufmann (48), Sanitärmonteur. (Bild: PD)

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