Hergiswiler fordern Entlastungstunnel

Landräte wollen von der Regierung, dass sie mit dem Bund Massnahmen prüft, um den wachsenden Verkehrsproblemen auf der A2 Herr zu werden. Diese wirken sich längst auch auf Hergiswil und Stansstad aus.

Matthias Piazza
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Auf der A2 zwischen Stansstad und Hergiswil kommt es häufig zu Staus. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 16. Januar 2019))

Auf der A2 zwischen Stansstad und Hergiswil kommt es häufig zu Staus. (Bild: Corinne Glanzmann (Hergiswil, 16. Januar 2019))

17 Minuten dauert gemäss Routenplaner die Autofahrt über die Autobahn von Stans nach Luzern. Wer sich auf diese Angabe verlässt, erlebt je nachdem eine böse Überraschung. Es kann gut sein, dass er im Stau stecken bleibt und so die Fahrt eine gefühlte Ewigkeit dauert. Gemäss dem Hergiswiler Gemeindepräsidenten und FDP-Landrat Remo Zberg hat sich die Verkehrsproblematik in den vergangenen Jahren verschärft. «Mehrmals in der Woche gibt es Stau auf dem Autobahnabschnitt zwischen Stans und Ebikon, sei es wegen Verkehrsüberlastung oder wegen eines Unfalls.»

Darunter würden Hergiswil und Stansstad immer stärker leiden. «Die Autofahrer verlassen die Autobahn und benützen die ohnehin schon stark befahrene Kantonsstrasse.» Damit nicht genug. «Die Navigationsgeräte verleiten die Auswärtigen dazu, über die Quartierstrassen auszuweichen. Damit werden sämtliche Strassen verstopft. Einheimische haben dann eine Ewigkeit, um mit dem Auto im Dorf einzukaufen», weiss Remo Zberg. «Dem wollen wir einen Riegel schieben, das ist ein unhaltbarer Zustand.»

Seit längerem ist die Gemeinde deswegen mit dem Kanton und dem Bundesamt für Strassen (Astra) im Gespräch, gemäss Zberg ohne Erfolg, auch wenn die kürzlich gestarteten Bauarbeiten für eine Realisierung einer dritten seeseitigen Spur zusammen mit den Lärmschutzmassnahmen ein Schritt in die richtige Richtung seien.

Zusammen mit den Hergiswiler FDP-Landräten Philippe Banz und Niklaus Reinhard und den Stansstader Landräten René Schuler (FDP), Roland Blättler (SVP) und Norbert Rohrer (CVP) sowie weiteren Mitunterzeichnern hat Remo Zberg nun ein Postulat bei der Regierung eingereicht. Darin fordern die rund 20 Landräte (darunter auch Grüne), dass der Nidwaldner Regierungsrat zusammen mit dem Astra Massnahmen prüft, um den Verkehr auf der A2-Achse Luzern–Stans in beide Richtungen zu verflüssigen. «Wir denken etwa an ein Tropfsystem mit Lichtsignalanlage oder an eine Sperrung der Autobahnausfahrt Hergiswil in Richtung Nord für Auswärtige», macht Remo Zberg Beispiele.

Drei Spuren auch nach der Kantonsgrenze

Auch in Fahrtrichtung Süd tue Handeln not. «Wenn die Autobahn im Rahmen des Bypasses auf Luzerner Boden auf drei Spuren ausgebaut wird, kann man sich die Probleme in etwa vorstellen, die sich bei der Nidwaldner Kantonsgrenze ergeben, wenn dort die Autobahn wieder zweispurig wird.»

Doch nicht nur eine dritte Spur auf Nidwaldner Boden sei zu prüfen. «Durch einen Tunnel ab Horw sollen Autofahrer nach Obwalden gelangen, das würde den Hergiswiler Autobahnabschnitt spürbar entlasten», ist Remo Zberg überzeugt.

Er verlangt, dass kurzfristige Massnahmen innerhalb der nächsten sechs Monate und längerfristige Massnahmen bis spätestens in drei Jahren aufgezeigt werden. «Man kann nicht mehr einfach die Augen verschliessen und die unhaltbar gewordenen Zustände hinnehmen», ist für Remo Zberg klar. Zu den Kosten will sich der Hergiswiler Gemeindepräsident noch nicht äussern. «Mit Fragen wie welche Massnahmen wie viel kosten und in welchem Umfang sich die Gemeinde allenfalls beteilige, notabene bei einer Nationalstrasse, setzen wir uns auseinander, wenn es konkret wird.»

Obwaldner Baudirektor begrüsst dritte Fahrspur

Handlungsbedarf sieht auch der Obwaldner Baudirektor Josef Hess. Seiner Meinung nach ist die im Rahmen des Bypasses geplante dritte Fahrspur zwischen Horw und Hergiswil in beiden Richtungen eine wirkungsvolle Massnahme. Insbesondere die dritte Fahrspur in Hergiswil in Fahrtrichtung Nord begrüsse er. «Wichtig wäre, dass der Engpass beim Schlund beseitigt wird und auch dass der Bypass Luzern nun rasch realisiert wird».

Verkehr stockt in Hergiswil wegen Arbeiten an A2

Derzeit laufen zwischen dem Lopper- und dem Spiertunnel auf der A2 bei Hergiswil Vorbereitungsarbeiten für die kommende Sanierung. Weil nur eine Fahrspur zur Verfügung steht, kommt es immer wieder zu Stausituationen.
Martin Uebelhart