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Fronleichnam: In Hergiswil knallt’s wieder

Wenn Kanonenschüsse vom Sendenberg in Hergiswil ertönen, ist nicht der Krieg ausgebrochen. Gelebt wird eine alte Tradition.
Matthias Piazza
Die Hergiswiler Herrgottskanoniere feuern wieder. (Bild: PD)

Die Hergiswiler Herrgottskanoniere feuern wieder. (Bild: PD)

Einige Hergiswiler dürften zusammenzucken, andere haben sich an die alte Tradition schon längst gewöhnt. Immer am Mittwoch vor Fronleichnam zwischen 18.45 und 19.45 Uhr werden sechs Böllerschüsse beim Vorabendgottesdienst abgegeben. Vor und während der Prozession an Fronleichnam zwischen 6 und 6.15 Uhr und zwischen 8.45 und 10.45 Uhr sind es dann 50 Böllerschüsse.

Dahinter stehen fünf Hergiswiler Herrgottskanoniere, welche einer jahrhundertealten Tradition frönen. Wann genau zum ersten Mal geböllert wurde, weiss man zwar nicht mehr ganz genau, da alte Unterlagen einem Brand des Pfarrhauses zum Opfer fielen. Gemäss den noch vorhandenen Unterlagen ging 1792 ein Mörser verloren und musste ersetzt werden. Damit steht fest, dass der Brauch schon über 200 Jahre alt ist.

Lange wurde im Gebiet Bühl oberhalb des Dorfes geböllert. Als Hergiswil immer grösser wurde, verlegten die Kanoniere ihren Standort in Richtung Lopper, hin zum Sendenberg, von wo aus auch heute noch geschossen wird – und zwar nicht nur an Fronleichnam.

Schüsse unterstreichen feierliche Prozession

«Die Herrgottskanoniere fühlen sich ihrer christlichen Herkunft verpflichtet. Dies geben sie mit dem Brauch lautstark zum Ausdruck», erklärt Martin Dudle, Kirchenratspräsident von Hergiswil. Christentum und Kanonenschüsse sind seiner Meinung nach kein Widerspruch – im Gegenteil. «Mit den Böllerschüssen unterstreichen wir die feierliche Fronleichnamsprozession.»

Die Annahme, dass Böllerschüsse in aller Herrgottsfrühe an einem Feiertag nicht bei allen Bewohnern auf gleichviel Wohlwollen stossen, bestätigt Martin Dudle. «Wir haben immer wieder Diskussionen mit einem Teil der Hergiswiler, so auch mit Haustierhaltern. Dank Aufklärungsarbeit stossen wir in aller Regel auf Verständnis in der Bevölkerung.»

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