Hilfsverein setzt sich neue Ziele für afrikanische Länder

Auf den eigenen Lorbeeren ausruhen, das gibt es für den Verein Hison nicht. Gerade zurück von der Einweihung von drei neuen Schulhäusern in Burkina Faso berichten die Vorstandsmitglieder Sepp und Doris Schnyder über neue Herausforderungen.

Marion Wannemacher
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Sepp und Doris Schnyder vom Verein Hison mit Hüten und Fächern, die sie als Gastgeschenk erhielten. (Bild: Marion Wannemacher, Stans, 6. Mai 2019)

Sepp und Doris Schnyder vom Verein Hison mit Hüten und Fächern, die sie als Gastgeschenk erhielten. (Bild: Marion Wannemacher, Stans, 6. Mai 2019)

Zwei konische Hüte aus Bambusfasern und zwei bunte Fächer der Mossi, der Ethnie mit dem grössten Bevölkerungsanteil in Burkina Faso. Das sind die Geschenke, die Doris und Sepp Schnyder von ihrer Reise in die Hauptstadt Ouagadougou mitbringen. Kaum haben sie zu Hause den Koffer ausgepackt, warten schon wieder jede Menge Aufgaben: Den Vortrag vorbereiten, am Quaimarkt in Buochs präsent sein und immer wieder neue Pendenzen von der Liste der beiden Projekte der Schule in Burkina Faso und der Patenschaften in Ghana abarbeiten.

Der Verein Hison (steht für Help the Isolated Needy, was so viel heisst wie helft den Einsamen, Bedürftigen) möchte Hilfe zur Selbsthilfe geben. Vereinspräsidentin Doris Schnyder zeigt auf ihrem Laptop Bilder der Einweihung von drei neuen Schulhäusern in Burkina Faso. Sogar die dortige Bildungsministerin sei vorbeigekommen. 120 zusätzliche Kinder würden nun die Schule besuchen können. Solarstrom vom Dach des Schulgebäudes ermögliche nun auch die Nutzung der Schule nach Einbruch der Dunkelheit. «So können künftig auch Erwachsene abends an Alphabetisierungskursen teilnehmen», freut sich Doris Schnyder. Ausserdem gebe es endlich eine neue WC-Anlage.

Herz an die Bevölkerung verloren

Aus politischen Gründen gingen die Schnyders dieses Mal allein nach Ouagadougou. Das EDA warnt derzeit aufgrund der Gefahr von Terroranschlägen vor Reisen nach Burkina Faso. Angst hätten sie trotzdem nicht gehabt, erklärt Doris Schnyder. «Wir haben uns dort viel Zeit für den Austausch mit dem Schulgründer genommen», erklärt sie. Die Reise zahlen sie jeweils selber. Seit einem beruflichen Aufenthalt im Land vor mehr als dreissig Jahren, bei dem ihr Mann eine Schule aufbaute, hätten sie ihr Herz an die dortige Bevölkerung verloren.

Während ihrer Reise im April stellten sie fest, dass es noch um viel mehr gehe als nur um Räumlichkeiten. «Es braucht ein Coaching rundum», zählt Schnyder auf. «Schulmaterial wie Schulbücher gibt es gar nicht, ein Globus oder ein Skelett wären ein grosser Wunsch der Lehrer.» Auch bräuchte es einen Brunnen auf dem Schulareal. Aber auch die Löhne, Versicherungen und Rente für die Lehrer müssten gewährleistet sein. «Sie leben von der Hand in den Mund», weiss die Buochserin. Der Mindestlohn liege bei 82 Franken und sei innerhalb von fast dreissig Jahren gesunken.

Hoffnung auf aussichtsreiche Zukunft

«Derzeit werden Shops und Büros auf dem Schulgelände gebaut.» Die Schule liegt am Rand der Stadt in einem Slumgebiet und entwickle sich derzeit. «Für die Läden gibt es bereits Anfragen, die Vermietung wird laufend Einkünfte einbringen», erwartet Doris Schnyder. Wichtig sei ihr, die wahren Bedürfnisse zu erspüren und darauf einzugehen. «Nur dann bringt Hilfe auch etwas. Das Ziel ist, möglichst vielen Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen, damit sie Hoffnung auf eine aussichtsreiche Zukunft haben und in ihrem eigenen Land ein zufriedenes Leben leben dürfen.»

Vor einem Jahr sammelte der Verein per Crowdfunding für das Schulhaus-Projekt. Der Erfolg war überwältigend. Statt des Schwellenbetrags von 32'000 Franken kamen 58'000 Franken zusammen. «Ich glaube, was die Menschen überzeugt, ist, dass jeder Franken ankommt und dass wir mit Herzblut schaffen.»

Noch ein zweites grosses Projekt beschäftigt den Verein, für den sich in Nidwalden sieben Personen engagieren: Hison vermittelt Patenschaften in Ghana. Aktuell unterstützt die Organisation 93 Kinder. «Was uns herausfordert, sind die anschliessenden Ausbildungen» erklärt die Präsidentin. «Das stellt uns vor finanzielle Herausforderungen.» Eine Patenschaft im Jahr koste 660 Franken pro Kind, eine Ausbildung bis zu 3000 Franken. Bislang seien diese durch Spenden und Marktumsätze finanziert worden. «Die Marktverkäufe gingen in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel zurück», erklärt Doris Schnyder. Die Herausforderungen gehen also nicht aus.

Life in Africa: Der Verein Hison informiert über die Einweihung der Schulhäuser in Burkina Faso und die Patenschaften in Ghana. Dies am Mittwoch, 22. Mai, im Chalet Seefeld in Buochs, 19 Uhr.