Hinter Ei möglicher Zugangsort zum Tiefenlager

Wird im Wellenberg ein Tiefenlager für radioaktiven Abfall realisiert, könnte dieses vom Gebiet Hinter Ei in Wolfenschiessen erschlossen werden. Dies teilte die Staatskanzlei Nidwalden am Freitag mit.

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Der Wellenberg – potentieller Standort für ein Atom-Tiefenlager. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Der Wellenberg – potentieller Standort für ein Atom-Tiefenlager. (Bild: Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat am Freitag Vorschläge veröffentlicht, wo die sichtbaren Teile der Tiefenlager platziert werden könnten. Im Falle Wolfenschiessens wählte sie die Hinter Ei, die zwischen der Kantonsstrasse/Bahnlinie und der Flanke des Wellenberges liegt.

Nach Angaben der Nidwaldner Staatskanzlei sollen gemäss Nagra die wesentlichen Betriebsanlagen (etwa das Verpacken der Abfälle) unterirdisch in Kavernen im Fels angesiedelt werden. Die Fläche in der Hinter Ei wäre genügend gross für das Verwaltungsgebäude, die Besuchereinrichtungen, die Eingangsschleuse und die Parkplätze, heisst es in der Mitteilung. Für die Erschliessung mit der Bahn müsste eine 320 Meter lange Strecke neu gebaut werden.

Regierung lehnt Tiefenlager weiterhin ab

Die Staatskanzlei betont, dass der Regierungsrat ein geologisches Tiefenlager im Wellenberg weiterhin ablehne, und zwar aus sicherheitstechnischen Gründen.

Neben dem Wellenberg kommen als mögliche Standorte noch die Gebiete Jura-Ost, Jura-Südfuss (AG), Nördliche Lägern (AG/ZH), Südranden (SH) und Zürich Nordost (ZH) in Frage. Ein definitiver Entscheid des Bundesrats – vor der Zustimmung des Parlaments und absehbarer Referendumsabstimmung - soll spätestens in zehn Jahren fallen.

sda/zim

Das Standortgebiet Südranden (SH) liegt unter einem Hügelzug im Tafeljura und weist eine einfache geologische Situation auf. Es umfasst eine Fläche von rund 24 Quadratkilometer. Das bevorzugte Wirtgestein ist der Opalinuston. Standortgemeinden: Beringen, Guntmadingen, Neuhausen am Rheinfall, Neunkirch, Wilchingen. (Bild: nagra.ch)
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Roter Kreis: Vorgeschlagene Oberflächenanlage. (Bild: nagra.ch)
Das geologische Standortgebiet Wellenberg umfasst eine Fläche von rund 6 Quadratkilometer. Bevorzugtes Wirtgestein sind Mergel-Formationen des Helvetikums, die aufgrund tektonischer Akkumulation eine vertikale Ausdehnung von mehr als tausend Meter erreichen. Standortgemeinden: Engelberg (OW), Wolfenschiessen (NW). (Bild: nagra.ch)
Roter Kreis: Vorgeschlagene Oberflächenanlage. (Bild: nagra.ch)
Das geologische Standortgebiet Zürich Nordost umfasst eine Fläche von rund 50 Quadratkilometer. Das bevorzugte Wirtgestein ist der Opalinuston. Standortgemeinden: Benken, Dachsen, Flaach, Flurlingen, Kleinandelfingen, Laufen-Uhwiesen, Marthalen, Ossingen, Rheinau, Trüllikon, Truttikon (alle ZH), Schlatt (TG). (Bild: nagra.ch)
Roter Kreis: Vorgeschlagene Oberflächenanlage. (Bild: nagra.ch)
Das geologische Standortgebiet Jura Ost umfasst eine Fläche von rund 27 Quadratkilometer. Das bevorzugte Wirtgestein ist der Opalinuston. Standortgemeinden (alle AG): Brugg, Effingen, Elfingen, Gallenkirch, Linn, Mönthal, Oberbözberg, Remigen, Riniken, Unterbözberg, Villnachern, Zeihen. (Bild: nagra.ch)
Roter Kreis: Vorgeschlagene Oberflächenanlage. (Bild: nagra.ch)
Das geologische Standortgebiet Jura-Südfuss umfasst eine Fläche von rund 65 Quadratkilometer. Innerhalb des Standortgebiets kommen im Westen der Opalinuston und im Osten die Effinger Schichten als Wirtgesteine in Frage. Standortgemeinden (SO): Däniken, Dulliken, Eppenberg-Wöschnau, Erlinsbach, Gretzenbach, Lostorf, Niedergösgen, Obergösgen, Olten, Schönenwerd, Starrkirch-Wil, Stüsslingen, Trimbach, Winznau. Standortgemeinden (AG): Aarau, Buchs, Gränichen, Hirschthal, Holziken, Kölliken, Muhen, Oberentfelden, Suhr, Unterentfelden. (Bild: nagra.ch)
Roter Kreis: Vorgeschlagene Oberflächenanlage. (Bild: nagra.ch)
Das geologische Standortgebiet Nördlich Lägern umfasst eine Fläche von rund 65 Quadratkilometern. Das bevorzugte Wirtgestein ist der Opalinuston. Standortgemeinden (ZH): Bachs, Bülach, Eglisau, Glattfelden, Hochfelden, Neerach, Niederweningen, Oberweningen, Schleinikon, Schöfflisdorf, Stadel, Weiach. Standortgemeinden (AG): Fisibach, Schneisingen, Siglistorf. (Bild: nagra.ch)
Roter Kreis: Vorgeschlagene Oberflächenanlage. (Bild: nagra.ch)

Das Standortgebiet Südranden (SH) liegt unter einem Hügelzug im Tafeljura und weist eine einfache geologische Situation auf. Es umfasst eine Fläche von rund 24 Quadratkilometer. Das bevorzugte Wirtgestein ist der Opalinuston. Standortgemeinden: Beringen, Guntmadingen, Neuhausen am Rheinfall, Neunkirch, Wilchingen. (Bild: nagra.ch)