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Historisches Stanser Berglihaus weicht Neubau

Altehrwürdig, aber baufällig. Nun wurde das Berglihaus bei Stans abgerissen. Bis im Sommer nächsten Jahres soll der Neubau fertig sein.
Matthias Piazza
Anfang Woche waren die Abbrucharbeiten schon weit fortgeschritten. (Bild: PD, Stans, 16. Juli 2019)

Anfang Woche waren die Abbrucharbeiten schon weit fortgeschritten. (Bild: PD, Stans, 16. Juli 2019)

Es ist im Grundbuch seit dem frühen 19. Jahrhundert eingetragen. An der sonnigen, steilen Anhöhe am Bürgenberg ob Stans thronte das Berglihaus, umgeben von Wald, gut sichtbar vom Talboden aus. So dürften wohl einige Stanser in den vergangenen Tagen gestutzt haben, als sie auf die Waldlichtung hinaufblickten. Eine Baggerschaufel machte sich am Wohnhaus mit dem Giebeldach und den braunen Schindeln zu schaffen. Schon am Donnerstagabend zeugten nur noch Reste vom Gemäuer des Erdgeschosses davon, dass hier einmal ein Haus stand.

Besitzerin der abgebrochenen Liegenschaft samt des 917 Quadratmeter grossen Grundstückes ist die Gottlieb-Fischer-Stiftung, welche den Zweck hat, armen Familien ein günstiges Dach über dem Kopf zu geben, sprich zu einem verhältnismässig günstigen Mietzins. «Das Haus war trotz verschiedener Um- und Ausbauten baufällig. Weitere Sanierungsmassnahmen hätten sich einfach nicht mehr gelohnt», hält Stiftungsrat André Zöllig fest. «Auch genügte das Haus zeitgemässen Ansprüchen nicht mehr. Die Wasser- und Elektroleitungen waren sichtbar, also nicht in der Wand eingebaut. Der Weg, um vom einen zum anderen Zimmer zu gelangen, führte teilweise ins Freie», führt er Beispiele auf. Seit die letzten verbliebenen Bewohner im Juni 2017 ins Altersheim gezogen sind, war das Berglihaus unbewohnt.

Das Berglihaus kurz vor dem Abbruch. (Bild: PD, Stans, 5. Juli 2019)

Das Berglihaus kurz vor dem Abbruch. (Bild: PD, Stans, 5. Juli 2019)

Bis es für das Baugesuch des Neubaus grünes Licht gab, musste die Stiftung einige Hürden nehmen. So musste auch die Kommission für Natur- und Landschaftsschutz ihren Segen dazu geben, weil das Grundstück an ein Gebiet angrenzt, das zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler mit den wertvollsten Landschaften der Schweiz gehört. Das Inventar hat zum Ziel, die charakteristischen Eigenheiten dieser Landschaften zu bewahren. Die Diskussionen drehten sich etwa um die Frage der Gestaltung und Farbe der Fassade, was das Bauprojekt um rund ein Jahr verzögerte.

Drei günstige Wohnungen sind geplant

Nun geht es aber unübersehbar voran. André Zöllig rechnet damit, dass der Rohbau noch vor dem Winter steht und das Haus bis im Sommer kommenden Jahres bezogen werden kann. Geplant ist ein zeitgemässes Wohnhaus mit zwei Viereinhalbzimmer-Wohnungen und einer Dreieinhalbzimmer-Wohnung.

Über die Höhe der Investitionen und der Mietzinse wollte André Zöllig keine Angaben machen. «Klar ist, dass unsere Wohnungen spürbar günstiger sein werden als vergleichbare Wohnungen in der Umgebung – also ganz im Sinne unserer Stiftung.» Klar sei auch, dass die Formulierung «für arme Familien», wie sie in der Satzung der 1953 gegründeten Stiftung steht, einer der Zeit angepassten Auslegung bedarf. Die Anforderungen an die künftigen Mieter wurden noch nicht definiert. Mit den relativ günstigen Mietzinsen seien auch Einbussen im Komfort hinzunehmen, beispielsweise werde auf einen Lift verzichtet.

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