Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Bildstrecke

Erstmals ist der gesamte Bundesrat in Nidwalden - Maurer: «Es ist höchste Zeit, dass wir bei Ihnen sind»

Gedränge auf dem Stanser Dorfplatz: Zum ersten Mal sind alle sieben Bundesräte gemeinsam in Stans. Es handle sich dabei aber nicht um einen Mitleidsbesuch, betonte Bundespräsident Ueli Maurer.
Marion Wannemacher
Ignazio Cassis (rechts) im Gespräch mit einem Bürger. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Ignazio Cassis (rechts) im Gespräch mit einem Bürger. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Bundespräsident Ueli Maurer posiert mit einem kleinen Fan. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Bundespräsident Ueli Maurer posiert mit einem kleinen Fan. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Verteidigungsministerin Viola Amherd. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Verteidigungsministerin Viola Amherd. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Verteidigungsministerin Viola Amherd. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Verteidigungsministerin Viola Amherd. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
(Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)(Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Ein Selfie mit dem Gesundheitsvorsteher Alain Berset. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Ein Selfie mit dem Gesundheitsvorsteher Alain Berset. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Simonetta Sommaruga trifft in Stans auf ihre ehemaligen Schulkameraden Joseph Bachmann und Emil Wallimann. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Simonetta Sommaruga trifft in Stans auf ihre ehemaligen Schulkameraden Joseph Bachmann und Emil Wallimann. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Auch die Jungen wollen mal mit Ueli Maurer aufs Foto. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Auch die Jungen wollen mal mit Ueli Maurer aufs Foto. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Viola Amherd langt zu. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Viola Amherd langt zu. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Karin Keller-Sutter gibt sich gut gelaunt. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Karin Keller-Sutter gibt sich gut gelaunt. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Der Bundesrat ist mit zahlreichen Begleitern unterwegs. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Der Bundesrat ist mit zahlreichen Begleitern unterwegs. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Ignazio Cassis. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Ignazio Cassis. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Alain Berset mit einem Gruss auf Distanz. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Alain Berset mit einem Gruss auf Distanz. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Der Stanser Gemeindepräsident Gregor Schwander spricht zu den Gästen. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Der Stanser Gemeindepräsident Gregor Schwander spricht zu den Gästen. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Besucherinnen stossen an. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Besucherinnen stossen an. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Willkommensgruss für die bundesrätlichen Gäste. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Willkommensgruss für die bundesrätlichen Gäste. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
(Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)(Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Ueli Maurer ergreift das Wort. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Ueli Maurer ergreift das Wort. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
(Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)(Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
Der Nidwaldner Landammann Alfred Bossard überreicht ein Präsent an den Bundespräsidenten. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)Der Nidwaldner Landammann Alfred Bossard überreicht ein Präsent an den Bundespräsidenten. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5. Juli 2019)
20 Bilder

Der Bundesrat ist zu Besuch in Stans

«Ich habe noch nie einen Bundesrat aus der Nähe gesehen, geschweige denn sieben», sagt Annemarie Frey aus Hergiswil begeistert. Eigentlich habe sie nur einkaufen wollen. Doch eine Bekannte überredete sie zu bleiben. Wo im Ausland gebe es das schon, dass man so nah an die politische Prominenz komme. Gelegenheit für Annemarie Frey, politische Anliegen zu deponieren. Sie wolle die Heiratsstrafe zur Sprache bringen, und «dass einem auch zugutekommen soll, wenn man länger arbeitet», kündigt sie an.

Unter grossem Trommelwirbel des Tambourenvereins Stans und zusammen mit dem gesamten Stanser Gemeinderat und dem Regierungsrat Nidwaldens als Empfangskomitee ziehen die sieben Bundesräte über den Stanser Dorfplatz und bleiben in einer Reihe rechts von der Bühne stehen.

Geschubse und Gedrängel 
fürs beste Selfie

Smartphones werden gezückt, diskret wird gedrängelt, am Tross der Fotografen vorbei schnell ein Bild geknipst. Der Bundesrat im eigenen Handy. Wen interessiert im Moment schon die Begrüssungsrede des Stanser Gemeindepräsidenten Gregor Schwander? Nach dem ersten Rummel hat auch der seine Zuhörer. Mit Stolz habe er zur Kenntnis genommen, dass der Bundesrat nach Stans komme, erzählt Schwander. Schnell habe sich ihm aber die Frage gestellt, ob es sich um einen Mitleidsbesuch handele, «weil wir ein Halbkanton sind? Wollten Sie einen Ort besuchen, wo ein Held im Zentrum steht? Oder haben Sie erkannt, dass wir Hauptort waren, als damals die Tagsatzung tagte», spekuliert er.

Kommt der Bundesrat aus Mitleid, weil Nidwalden ein Halbkanton ist? Diese Frage wirft der Stanser Gemeindepräsident Gregor Schwander in seiner Rede auf. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5.Juli 2019)

Kommt der Bundesrat aus Mitleid, weil Nidwalden ein Halbkanton ist? Diese Frage wirft der Stanser Gemeindepräsident Gregor Schwander in seiner Rede auf. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5.Juli 2019)

Die Antwort von Bundespräsident Ueli Maurer kommt prompt: Normalerweise gehe die Reise in den Wohnort des Präsidenten. Der Kanton Zürich stelle aber regelmässig einen Bundespräsidenten. Deshalb habe er sich vorgenommen, die drei Urkantone, die noch nie einen Bundesrat hatten, zu besuchen, so Maurer. Dass tatsächlich noch nie der Gesamtbundesrat nach Nidwalden gereist sei, habe er erst am Morgen erfahren. «Damit ist es höchste Zeit, dass wir einmal hier sind bei Ihnen», fand er. Um verschiedene Themen wie Tourismus und Bergregion ging es am Donnerstag auf der Reise im Kanton Uri. In Nidwalden richte sich der Fokus auf das Thema Berglandwirtschaft, «im Wissen darum, dass Tourismus und Berglandwirtschaft das Rückgrat für sehr vieles in Ihren Kantonen stehen».

Landamman Alfred Bossard zeigt sich in seiner Rede wegen des Streits um die Pilatus Flugzeugwerke angriffig. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5.Juli 2019)

Landamman Alfred Bossard zeigt sich in seiner Rede wegen des Streits um die Pilatus Flugzeugwerke angriffig. (Bild: Christian H. Hildebrand, Stans, 5.Juli 2019)

Unerwartet deutlich nimmt Landammann Alfred Bossard in seiner Begrüssungsrede Stellung zum Entscheid, dass sich die Pilatus Flugzeugwerke aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückziehen müssen. Einzelne Bundesräte wie Viola Amherd nehmen die Worte gelassen auf, Ignazio Cassis dagegen hört sehr konzentriert zu. Eine Reihe sich an den Händen haltender Kindergärtler zieht die Aufmerksamkeit der Politprominenz auf sich und bringt sie zum Schmunzeln. Die Knirpse ziehen direkt vor ihnen über den Platz.

Streit um Pilatus Flugzeugwerke eine «atmosphärische Störung»

Bundespräsident Maurer nennt die Differenzen «eine atmosphärische Störung» und betont, dass diese sicher nicht auf dem Dorfplatz gelöst werden kann. Er benutzt das Bild der quadratischen Schweizer Flagge mit dem Kreuz aus gleichlangen Elementen als Sinnbild für Ausgewogenheit. Ein Land, das aus so vielen Minderheiten bestehe, suche den Ausgleich. Er nutzte die Gelegenheit, den Nidwaldnern für ihren Finanzausgleich zu danken: «Sie zahlen doppelt», hielt er fest.

Die Reden sind überstanden, es geht zum gemütlichen Teil über. Um jeden der sieben Bundesräte bildet sich eine Traube. Irène Müller aus Ennetbürgen hätte so gern ein Foto von Cassis. Die Männer vor ihr sind einfach grösser. Plötzlich öffnet sich der Kreis, sie kommt zum Ziel. «Danke», murmelt sie überwältigt. Silvia Brändle dankt Simonetta Sommaruga für ihr Interesse für die Frauenpolitik. «Wir kämpfen», ruft diese ihr verschwörerisch zu. «Cool, dass man in der Schweiz einfach so zu Ihnen kann, ohne Bodyguards», freut sich Brändle. Ja, wo sind eigentlich die Sicherheitskräfte? Erst, als sich der Platz leert, ist jemand mit Headset zu sehen, der in sein Mikrofon spricht.

«Immer so heiss in Stans
 auf dem Dorfplatz?»

Ganz entspannt im Schatten steht Alain Berset mit Hut auf dem Kopf. Joel Michel aus Kerns nutzt die Gelegenheit, ihm zu sagen, wie ihn das Auftreten des Innenministers bei einer Veranstaltung in Sarnen vor eineinhalb Jahren beeindruckt hat. Der freut sich über das Kompliment und versichert auf Nachfragen, dass es ihm hier in Stans so gut gefalle. «Die Stimmung ist sehr schön, aber ist es hier immer so heiss?», fragt er augenzwinkernd. Zum Selfie reicht es für den 19-jährigen Obwaldner nicht mehr. Bereits kommt wieder jemand auf den Gesundheitsminister zu. «Schon ok», findet Michel. «Ich seh ihn bestimmt mal wieder.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.