Hoher Bischofsbesuch in Obbürgen

Als interimistischer Leiter des Bistums Chur will Bischof Peter Bürcher den Puls der Gläubigen spüren – so auch am Sonntag in Nidwalden.

Irene Infanger
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Der Apostolische Administrator von Chur, Bischof Peter Bürcher, besuchte Nidwalden und feierte am Sonntag in der Pfarrkirche Obbürgen einen Gottesdienst. (Bild: Irene Infanger, Obbürgen, 17. November 2019)

Der Apostolische Administrator von Chur, Bischof Peter Bürcher, besuchte Nidwalden und feierte am Sonntag in der Pfarrkirche Obbürgen einen Gottesdienst. (Bild: Irene Infanger, Obbürgen, 17. November 2019)

Normalerweise weilt Bischof Peter Bürcher im Winterhalbjahr aus gesundheitlichen Gründen in wärmeren Gefilden, genau genommen in Jerusalem. Da er aber im Mai dieses Jahres von Papst Franziskus eine neue Aufgabe erhielt und zum Apostolischen Administrator des Bistums Chur ernannt wurde, ist er auch in diesen Tagen in der Schweiz anzutreffen.

Als interimistischer Bischof versucht er, in sämtlichen sieben Kantonen des Bistums präsent zu sein. «Es gefällt mir, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Nicht nur mit Gläubigen, sondern auch mit Kritikern», erklärte der 73-Jährige in einem kurzen Gespräch mit unserer Zeitung. «Wir müssen uns für Frieden und Respekt einsetzen.» Deshalb sei es sein Ziel, in diesen Monaten als Apostolischer Administrator eine friedliche Übergangszeit zu schaffen.

Gläubige jeden Alters lauschten der Predigt

Friedlich und freudig wurde er zumindest in Obbürgen empfangen. Zur Eucharistiefeier mit Bischof Peter Bürcher fanden sich Gläubige jeglichen Alters ein. «Hier wird der Glaube mit Freude gelebt», bemerkte der Bischof im Anschluss an die Eucharistiefeier. Was auch Pfarrer Daniel M. Bühlmann bestätigte und sich überaus erfreut zeigte, dass der Bischof in seiner Predigt Bezug nahm auf den Heiligen Antonius von Padua, den Schutzheiligen der Pfarrei. «Der Heilige Antonius wird hier besonders gelebt und angebetet», betonte der Pfarrer. Schliesslich wurde Obbürgen einst von einem verheerenden Unwetter verschont.

In seiner Predigt sprach Bischof Peter Bürcher auch darüber, dass die Kirche in der Vergangenheit stets Umwälzungen erlebt habe. Die Kirche müsse sich deshalb den Herausforderungen der Zeit stellen. «Sie muss sich aber bewusst sein, dass sie nicht zuerst zeitgemäss, sondern gottesgemäss zu sein hat», betonte der Bischof.

Gebet für Frieden im Bistum

Nach dem Gottesdienst, der musikalisch vom Kirchenchor umrahmt wurde, lud die Pfarrei zum Kaffee ein, wo auch Bischof Peter Bürcher zugegen war. Von einem sehr «speziellen und schönen Besuch» sprachen zahlreiche Gläubige, auch wenn sie nicht selbst mit ihm ins Gespräch gekommen seien. Im Gegensatz zu Hilfssakristan Walter Schlienger, der sich vor der Messe mit dem Bischof austauschen durfte. «Es war ein sehr angenehmes Gespräch. Ich habe ihn als sehr offen und volksnah erlebt», beschreibt der Hilfssakristan seine Erfahrung und ergänzt: «Ich kann nur hoffen, dass der kommende Bischof ähnlich ist und das Volk wieder einander näherbringt.»

Ähnlich äusserte sich Monika Rebhan Blättler gegenüber Bücher: «Für uns ist es wichtig, dass wir einen guten Bischof erhalten, damit es wieder ruhig wird innerhalb des Bistums», erklärte die Präsidentin der Römisch-Katholischen Landeskirche Nidwaldens. «Am liebsten so einen wie Sie selbst: natürlich und ein Mann des Volkes», ergänzte Rebhan. Worauf Bücher entgegnete: «Beten wir dafür, dass es einen guten Bischof geben wird, und für Frieden im Bistum.» Damit dies gelingen möge, machte er den Anwesenden ein Geschenk in Form von Rosenkränzen – gesegnet von Papst Franziskus.