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HOTELLERIE: Mister Bürgenstock plant Hotelfachschule auf dem Bürgenberg

Dem Bürgenstock hat Bruno H. Schöpfer mit dem Resort zu neuem Glanz verholfen. In Zürich hat er nun sein eigenes Hotel eröffnet. Eine Geschichte über ideale Lüftungsgitter, Schöpfers Handy und Pläne für eine Hotelfachschule.
Bruno H. Schöpfer steht in einem der grossen Säle des Hotels Palace im Bürgenstock-Resort. Die Anlage soll noch um eine Hotelfachschule erweitert werden. (Bild: Pius Amrein (Bürgenstock, 3. März 2017))

Bruno H. Schöpfer steht in einem der grossen Säle des Hotels Palace im Bürgenstock-Resort. Die Anlage soll noch um eine Hotelfachschule erweitert werden. (Bild: Pius Amrein (Bürgenstock, 3. März 2017))

Dominik Buholzer

Bruno H. Schöpfer (62) weiss ganz genau, wie die Abdeckung des Zuluftschachts zu sein hat. Er kann sie auch jedem, der es wissen will, zeigen. Auf seinem Handy hat er ein Bild davon. Er verfügt auch über Bilder von weniger guten Lösungen. Überhaupt ist Schöpfers Handy eine riesige Fundgrube. Hunderte von Fotos über Baudetails hat der Hotelberater darauf gespeichert. Stand 20. September 2017: 442 Fotos von Steinen und Steinplatten, 365 von Gartenanlagen, 131 von Streckmetall, 70 von Weinkellern, 32 von Aircongrills ... Man glaubt Schöpfer sofort, wenn er sagt: «Ich liebe die Hotellerie.» Sie ist Schöpfers Leidenschaft. Seine Frau gewährt ihm in den Ferien jeweils einen Tag, an dem er seiner Passion nachgehen und Hotels besuchen kann. Ob Fünfsternehäuser oder Bed and Breakfast – Schöpfer zieht es überall hin. Der gebürtige Entlebucher hat ein Gespür für gute Häuser – und man muss hinzufügen: für spezielle Lagen.

Sein jüngster Coup ist bestes Beispiel dafür: Acasa Suites in Zürich-Oerlikon. Vor zehn Jahren wurde er mit seiner in Zug domizilierten Firma als Berater für das Hotelprojekt an der Binzmühle­strasse hinzugezogen. Auf die Beratung verzichtete Schöpfer, stattdessen entschied er sich, am Rande von Zürich gleich sein eigenes Projekt zu verwirklichen. Die Idee dazu trug er schon seit längerem mit sich: Schöpfer träumte von einem Aparthotel. Das sei das nächstgrosse Ding in der Hotellerie, ist er überzeugt.

Mehr Gemütlichkeit, weniger Service

Aparthotels sind eine Kombination von Apartments und Hotels. Angesprochen werden sollen Leute wie Geschäftsreisende, die mehr als nur eine Nacht in einer Stadt verbringen. Diese suchen mehr Gemütlichkeit und weniger Service. «Die haben kein Problem damit, wenn sie nur einmal in der Woche frische Bettwäsche erhalten. Bei sich zu Hause wechseln sie sie ja auch nicht jeden Tag», sagt Schöpfer. Dafür hat es in den Zimmern Kochnischen, einen Geschirrspüler und auf zwei Etagen eine Waschmaschine sowie einen Tumbler – zur freien Verfügung natürlich genauso wie das Spa und der Fitnessraum. Dafür gibt es keinen grossen Festsaal oder eine eigene Wäscherei, auf teurere Technologie, die dem Gast nicht viel bringt, wird sowieso verzichtet. Dafür benötigt es für den Betrieb lediglich 18 Mitarbeitende. Und Zimmer gibt es ab 156 Franken.

Als Schöpfer sich entschloss, sein Projekt zu verwirklichen, gab es die meisten Büros und Ge­bäude rund um die Binzmühle­strasse noch nicht. Die Lage war aber damals schon ideal: Drei Gehminuten sind es bis zum Bahnhof Oerlikon, fünf Fahrminuten bis zum Flughafen. Die Entwicklung hat Schöpfer Recht gegeben. Heute befinden sich an der Strasse nicht nur die Volera-Lounge, das Clublokal des erfolgreichsten Schweizer Volleyballteams, sondern auch die Niederlassungen von unzähligen grösseren Firmen. Vor einer Woche hat Acasa mit seinen 141 Apartments und Suiten die Türen geöffnet, die Auslastung lag bereits in den ersten Tagen bei durchschnittlich 70 bis 80 Prozent – und dies, ohne dass Werbung betrieben wurde, wie Schöpfer nicht ganz ohne Stolz betont.

Das Bürgenstock-Resort war bei Schöpfer noch kein Thema, als er in Oerlikon unterschrieb. Das kam wenig später. Dass der gebürtige Entlebucher beide Projekte stemmen konnte, verdankt er seinem Team. Den Bau in Zürich vertraute er Projektentwickler Damien Rottet an. Jeweils eine Stunde in der Woche widmete er sich dem Zürcher Projekt.

Schöpfer gilt als grosser Motivator und Teamplayer

Viel mehr Zeit lag auch nicht drin. Doch ein Problem ist dies nicht. «Bruno Schöpfer ist enorm motivierend. Er ist ein Visionär, der sein Team immer unterstützt, wenn es darum geht, etwas Neues zu probieren», sagt Jonas Schürmann, der in der chinesischen Sonderverwaltungszone Macau ein riesiges, milliardenteures Hotelprojekt verwirklicht. Schürmann kennt Schöpfer von früher. Beide arbeiteten bei der internationalen Hotelkette Mandarin Oriental. «Bruno Schöpfer ist der beste Chef, mit dem ich je gearbeitet habe», sagt Schürmann. Gleiches hört man auch in Zürich-Oerlikon. «Es ist eine Ehre, für ihn zu arbeiten», sagt ein Kadermitarbeiter.

Acasa Suites sind gebaut und eröffnet, das Bürgenstock-Resort auch. Bei Letzterem erwartet Schöpfer laut eigenen Aussagen noch eine grössere Herausforderung. Es gehe jetzt darum, das Angebot unter die Leute zu bringen, und diese Aufgabe, so Schöpfer, «ist viel grösser, als das Resort zu bauen». Angesprochen wird ein weltweites Publikum. Deshalb wurden in New York, London, Dubai und Schanghai PR- und bald auch Verkaufsbüros eröffnet. Es wartet also noch reichlich Arbeit auf Schöpfer.

Und dann gibt es da noch ein Projekt, das er unbedingt umsetzen möchte: der Bau einer Hotelfachschule. Realisieren will Schöpfer diese auf dem Bürgenstock. Den Platz dazu hat er beim Bau des Resorts schon mal sichergestellt, die Luzerner Hotelfachschule mit ins Boot geholt und selbst die Katarer davon überzeugen können. Diese zögerten bislang noch mit der Umsetzung, wollten zuerst die Eröffnung des Resorts abwarten, jetzt soll dann aber das Projekt angegangen werden. Der Bürgenstock kann so seinen eigenen Nachwuchs heranziehen – Unterrichtssprache ist aus diesem Grund auch Englisch.

Sehr geduldig und beharrlich

Im Bürgenstock Resort wurden in den letzten neun Jahren 550 Millionen Franken investiert. Und in Zürich-Oerlikon? Schöpfer will keine Zahlen nennen. Er will auch nicht gross auf die Schwierigkeiten eingehen, die mit der Umsetzung des Projekts verbunden waren. Die spielen heute auch keine Rolle mehr. Vielmehr ist das Projekt in Zürich-Oerlikon auch Ausdruck von Schöpfers Geduld und Beharrlichkeit.

Letztere bewies er beim Streit um die Lüftungsgitter. Schöpfer setzte sich mit seinen Vorstellungen durch. Und dabei standen nicht ästhetische Überlegungen im Vordergrund. «Sehen Sie», erklärt er, «ich brauche Lüftungsgitter, die nicht nur nach oben und unten verstellbar sind, sondern auch nach rechts und links. Schliesslich reden wir hier von einer Klimaanlage. Und wenn wegen dieser ein Gast am nächsten Morgen eine Erkältung hat, habe ich ein handfestes Problem.» Da konnte ihm auch der Lüftungstechniker schwer widersprechen.

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