Interview

Buochser Gemeinderat Joël Odermatt: «Ich bedaure den Rücktritt sehr»

Der Buochser Gemeinderat Joël Odermatt tritt auf Ende Juli vorzeitig zurück. Die Belastung neben seiner Arbeit als Wirt des Restaurants «Chalet Seefeld» war zu gross.

Zéline Odermatt
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Der 32-jährige Joël Odermatt führt ein Restaurant in Buochs. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 9. Januar 2019)

Der 32-jährige Joël Odermatt führt ein Restaurant in Buochs. (Bild: Corinne Glanzmann, Buochs, 9. Januar 2019)

Joël Odermatt sitzt seit 2015 im Buochser Gemeinderat und war bis 2020 gewählt. Seit einem Jahr ist er Vorsteher des Ressorts Soziales und Kultur. Nun gibt er das Amt aufgrund der hohen Arbeitsbelastung als Wirt vorzeitig ab (wir berichteten). Denn im vergangenen Dezember übernahm der 32-Jährige mit seinem Bruder das «Chalet Seefeld» beim Fussballplatz in Buochs.

Sie treten Ende Juli überraschend aus dem Gemeinderat aus. Was sind die Gründe für den Rücktritt?

Joël Odermatt: Es ist aufgrund der Arbeitsbelastung. Ich musste mich entscheiden, was Priorität hat. Im Geschäft konnte ich nicht kürzertreten. Als Selbstständiger in der Gastrobranche ist der Arbeitsaufwand sehr gross. Ich habe gedacht, dass es mit der Zeit abnimmt, aber das war nicht der Fall. Ich kann die Führung des Restaurants nicht mehr mit dem Amt als Gemeinderat vereinbaren.

Das Restaurant ist also gut angelaufen?

Wir sind sehr zufrieden. Vor allem jetzt bei diesem schönen Wetter läuft es natürlich super. Wir haben auch viel Laufkundschaft am See.

Bedauern Sie den Rücktritt?

Ja klar, ich bedaure das sehr. Ich hatte nicht vor, zurückzutreten, sondern hatte sicher geplant, die offizielle Amtsdauer zu beenden. Es hat immer Spass gemacht und die Arbeit in den Kommissionen war sehr spannend. Im Sozialbereich konnten wir in der letzten Zeit einiges erreichen und uns gut positionieren.

Wie haben Sie diese Entscheidung gefällt?

Ich habe mir in den letzten zwei Monaten viele Gedanken darüber gemacht, wie es weitergehen soll. Ich musste diesen Entschluss fassen. Es ist besser, wenn ich jetzt zurücktrete, als dass ich die Arbeit noch ein Jahr halbherzig weitergemacht hätte. Das wäre auch keine Lösung gewesen.

Wie haben Ihre CVP-Parteikollegen diese Nachricht aufgenommen?

Sie finden das natürlich sehr schade, können den Entscheid aber nachvollziehen. Sie verstehen, dass das Geschäft Vorrang hat.

Können Sie sich vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder politisch tätig zu sein?

Zurzeit bleibe ich der Kulturkommission erhalten und werde als Mitglied weiterarbeiten. Wir sind gerade dabei, ein Food-Festival aufzuziehen. Auch bei sonstigen Ideen oder Anlässen, die das Dorfleben aufblühen lassen, bin ich immer zu haben.

Gibt es weitere Projekte neben dem «Chalet Seefeld», die Sie gerne noch umsetzen möchten?

Im Moment bin ich noch sehr beschäftigt mit dem «Chalet». Aber mit einem Auge habe ich auch noch andere Konzepte im Gastrobereich im Visier. Das Tagesgeschäft holt einen jedoch rasch wieder ein, deshalb fehlt momentan die Zeit, um den Visionen nachzugehen. Im Winter gibt es wieder mehr Ressourcen, und ich behalte die Ideen immer im Hinterkopf.

Was haben Sie in Ihrer Zeit als Gemeinderat über das Amt gelernt?

Der Job wird immer fordernder. Es ist heutzutage kein «Ämtli» mehr, dem man nebenbei einfach so nachgehen kann. Es braucht viel Zeit und Ressourcen. Die muss man sich erst einmal freischaufeln können.