Wegen der Hitze herrscht in Nid- und Obwalden erhebliche Waldbrandgefahr

Ob- und Nidwalden sowie Uri und Luzern mahnen zum sorgfältigen Umgang mit Feuer. Ab sofort herrscht erhebliche Waldbrandgefahr.

Zéline Odermatt
Merken
Drucken
Teilen

Auf Bräteln im Wald oder in der Nähe eines Waldes sollte zurzeit besser verzichtet werden. Die nächste Hitzewelle hat die Zentralschweiz fest im Griff, und so auch Einfluss auf die Vegetation. Das Hoch Yvonne sorgt für sehr heisse Luft: Bis Freitag sollen die Höchstwerte jeweils über 30 Grad bleiben, schreibt Meteo Schweiz. Für Stans prognostiziert Meteo bis und mit Freitag zwischen 32 und 34 Grad, in Sarnen bleibt es über diese Tage durchschnittlich 34 Grad heiss.

Als Folge der Hitzetage und der damit verbundenen Trockenheit hat das Feuerwehrinspektorat Ob-und Nidwalden gemeinsam mit dem Amt für Wald und Landschaft Obwalden und dem Amt für Wald und Energie Nidwalden entschieden, die Gefahrenstufe 3 (von 5) auszurufen. Am vergangenen Wochenende hat es zwar noch einmal kurz ein paar Tropfen gegeben, dies reichte jedoch nicht für eine Entschärfung. «Wir möchten nichts verbieten. Es geht vor allem darum, die Leute zu sensibilisieren», sagt der stellvertretende Feuerwehrinspektor Urs Röthlisberger. Folgende Verhaltensregeln möchte man der Bevölkerung in Erinnerung rufen:

  • Feuern im Wald und in Waldesnähe möglichst unterlassen
  • Feste Feuerstellen benutzen
  • Keine brennenden Raucherwaren wegwerfen
  • Feuer nie unbeaufsichtigt lassen
  • Den Anweisungen der lokalen Behörden ist Folge zu leisten

Zudem solle man kein Feuer entfachen, wenn es stark windet. «Die Leute verlassen die Feuerstelle manchmal, bevor die Glut ganz ausgelöscht ist. Dabei kann der Wind auch an einer festen Feuerstelle einen Funkenflug auslösen, der dann einen Brand verursacht», sagt Röthlisberger. Man solle die Feuerstelle wirklich erst verlassen, wenn man sicher ist, dass die ganze Glut gelöscht worden ist. «Am besten hat man Wasser dabei, um das Feuer zu löschen», sagt er. Insbesondere an gut besonnten Stellen können auch bereits weggeworfene Zigaretten oder Zündhölzer ein Feuer entfachen.

Gewitter könnte 
Lage entschärfen

In höheren Lagen wie etwa in Engelberg sei die Gefahr noch nicht so gross wie im Tal. «Dort hat es eine andere Vegetation und in der Regel fällt dort auch mehr Regen», so Röthlisberger. Die Gefahrenstufe sei aufgrund der noch kommenden Hitzetage trotzdem flächendeckend ausgerufen worden. Auch in Luzern und Uri herrscht zurzeit erhebliche Waldbrandgefahr. In Schwyz und Zug beurteile man die Situation noch laufend, so der stellvertretende Feuerwehrinspektor.

Während es in Nid- und Obwalden diesen Sommer noch keine Zwischenfälle mit Feuer gegeben habe, mussten sich die Feuerwehren in Luzern bereits um rund zehn Ereignisse kümmern. Falls etwas passieren würde, sind die Feuerwehren in Nid- und Obwalden bereit: «Zurzeit haben wir keine Probleme mit Wasserknappheit.»

Am Wochenende steigt zudem die Gewittergefahr und es könnte etwas Regen geben. Bei den Behörden beobachtet man die Situation laufend. «Wir sind in Kontakt mit den Forstfachleuten und umliegenden Kantonen. Ende Woche erfolgt eine neue Beurteilung der Lage und je nachdem, wie das angesagte Gewitter am Wochenende ausfällt, wird Anfang Woche geschaut, ob es weitere Massnahmen braucht», sagt Urs Röthlisberger. Für eine Entschärfung brauche es genügend Regen über eine bestimmte Zeit, damit der Boden die Feuchtigkeit überhaupt aufnehmen könne.

Für den 1. August ist 
alles noch offen

Meteo prognostiziert für die Woche vom 1. August jedoch bereits die nächsten Hitzetage. Falls das Gewitter also nicht die erforderlichen Regenmengen bringt, könnte sogar das absolute Feuerverbot ausgesprochen werden. Im letzten Jahr war die Brandgefahr im Freien zu hoch. In allen Zentralschweizer Kantonen wurde es verboten, Feuerwerk abzubrennen oder Höhenfeuer zu entfachen. Ob der 1. August in diesem Jahr mit Feuerwerk gefeiert werden kann, ist noch offen. «Für eine Prognose ist es jetzt noch zu früh», sagt Röthlisberger.