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Mit dem Kreisel in Büren feiert Nidwalden eine Premiere

Zum ersten Mal wird im Kanton für den Bau eines Kreisels Beton verwendet – Grund ist die massiv längere Lebensdauer.
Philipp Unterschütz
Freuen sich über den Baubeginn am Kreisel Büren (v.l.): Josef Niederberger, Stephanie von Samson, Adrian Scheuber (Gemeinderat Oberdorf), Judith Odermatt (Gemeindepräsidentin Oberdorf) und Hugo Fries (Gemeindepräsident Dallenwil). (Bild: Philipp Unterschütz, 7. November 2019)

Freuen sich über den Baubeginn am Kreisel Büren (v.l.): Josef Niederberger, Stephanie von Samson, Adrian Scheuber (Gemeinderat Oberdorf), Judith Odermatt (Gemeindepräsidentin Oberdorf) und Hugo Fries (Gemeindepräsident Dallenwil). (Bild: Philipp Unterschütz, 7. November 2019)

«Was länge währt, wird gebaut!» Mit diesem etwas angepassten Sprichwort eröffnete der Nidwaldner Baudirektor Josef Niederberger am Donnerstag vor Behörden- und Verbandsvertretern sowie Grundeigentümern die Bauarbeiten für den Kreisel Büren auf der Kantonsstrasse zwischen Stans und Engelberg. Damit nahm er Bezug auf die doch längere Vorgeschichte des Projekts. Nach jahrelangen Projekt-Überlegungen ist die Variante, die nun realisiert wird, 2016 vom Landrat in Auftrag gegeben worden.

Heute besteht der Abzweiger nach Büren aus einer einfachen T-Kreuzung. Wenn das Projekt 2021 fertig sein wird, stehen den Verkehrsteilnehmern ein vierarmiger Kreisel mit einem Durchmesser von 34 Metern, ein neuer Bahnübergang und auch verbesserte Möglichkeiten für Velofahrer und Fussgänger zur Verfügung. Zudem wird die Strassenentwässerung modernisiert und für den Ereignisfall ein Abflusskorridor der Engelberger Aa erstellt.

Visualisierung des Kreisels Büren (Baudirektion NW)

Visualisierung des Kreisels Büren (Baudirektion NW)

Erster Betonkreisel im Kanton Nidwalden

In Büren betritt der Kanton Neuland: Es ist der erste Beton-Kreisel in Nidwalden. «Die Bauarbeiten sind dadurch rund 200000 Franken teurer. Weil Beton aber eine massiv längere Lebensdauer als ein Asphaltbelag hat, sparen wir beim Unterhalt mehr ein», erklärt Kantonsingenieurin Stephanie von Samson. Betonkreisel hätten sich schweizweit bewährt, man werde sie künftig – vor allem ausserorts – vermehrt ins Auge fassen.

Auf die Erdarbeiten, die nun begonnen haben, folgen im Frühling und Sommer 2020 die Belags- und Betonarbeiten. Ende 2020 wird der Kreisel in Betrieb genommen. Während der Bauzeit wird Büren etwa 120 Meter südlich der heutigen Bürerstrasse mit einer zweispurigen Ersatzstrasse erschlossen. Verkehrseinschränkungen soll es weder auf der Notstrasse noch auf der Engelbergstrasse geben.

Im Herbst 2020 stehen der Rückbau der Bauflächen und der heutigen T-Kreuzung sowie die Rekultivierung auf dem Programm. Im Frühling 2021 folgt dann der Bau des neuen Bahnübergangs beim Kreisel und die Schliessung des Übergangs Allmend. «Dies wird gleichzeitig mit der Sanierung der Gleise durch die Zentralbahn gemacht», sagte Baudirektor Josef Niederberger.

Der Nidwaldner Baudirektor Josef Niederberger setzte sich beim Spatenstich selber in den Bagger. (Bild: Philipp Unterschütz, Büren, 7. November 2019)

Der Nidwaldner Baudirektor Josef Niederberger setzte sich beim Spatenstich selber in den Bagger. (Bild: Philipp Unterschütz, Büren, 7. November 2019)

Gerichtsfall über Breite des Radwegs noch hängig

Auch wenn von allen Seiten immer betont wurde, dass man grundsätzlich hinter dem Projekt stehe, lag der Teufel beim Kreisel Büren im Detail und führte nicht nur zu Einsprachen, sondern auch zu lebhaften Diskussionen im Landrat. Im Februar genehmigte das Parlament den Bruttokredit von 4,3 Millionen Franken. Die Gemeinde Oberdorf beteiligt sich mit knapp 1,1 Millionen und auch vom Bund gibt es einen Zuschuss von 300000 Franken. «Dieser Beitrag stammt aus dem Agglomerationsprogramm und wird zugesichert, weil der Kreisel die Sicherheit für den Langsamverkehr markant erhöht», erklärte Baudirektor Josef Niederberger.

Auch wenn der Baubeginn erfolgt ist, der Entscheid über eine Klage von Pro Velo Unterwalden und dem VCS Ob- und Nidwalden ist noch vor Verwaltungsgericht hängig. Darin geht es um die Breite des Rad- und Gehwegs. Die Kläger waren nicht einverstanden, dass die Regierung nach dem Auflageverfahren diese von 2,5 auf 2 Meter reduzierte. «Weil wir das Projekt begrüssen und die Breite des Rad- und Gehwegs auch später angepasst werden kann, haben wir keine aufschiebende Wirkung verlangt», sagte Daniel Daucourt, Präsident des VCS Ob- und Nidwalden, der am Spatenstich ebenfalls anwesend war. Baudirektor Josef Niederberger bestätigte, dass man die Anpassung später machen könne, falls das «wider Erwarten» vom Gericht so verlangt würde. Er erwarte den Entscheid in der ersten Jahreshälfte 2020.

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