In Dallenwil mit Gastfreundschaft und Können gepunktet

Ehre für Damian Fry und seine Partnerin Rita Wiesli. Nach nur sechs Monaten im «Kreuz» erhielten sie auf Anhieb 14 Gault-Millau-Punkte.

Kurt Liembd
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Rita Wiesli und Damian Fry - die Gastgeber im Gasthaus Kreuz. (Bild: Kurt Liembd (Dallenwil, 27. März 2018))

Rita Wiesli und Damian Fry - die Gastgeber im Gasthaus Kreuz. (Bild: Kurt Liembd (Dallenwil, 27. März 2018))

Ihr Start ist geglückt. Seit dem 1. April 2018 wird das ehrwürdige «Kreuz» in Dallenwil von Damian Fry und Rita Wiesli geführt. Nach nur sechs Monaten erhielten sie von dem renommierten Gastroführer Gault-Millau 14 Punkte und sind damit im «14er-Club» – zusammen mit andern Nidwaldner Betrieben wie etwa «Villa Honegg» in Ennetbürgen, «Rosenburg Höfli» in Stans und «Rössli» Stansstad. Ganz unerwartet kam diese Auszeichnung nicht. Denn die beiden Gastgeber pflegten von Anfang an die gehobene Küche, jedoch nicht hochpreisig, sondern hochwertig. Das bedeutet, dass alles frisch und selbst hergestellt wird. Im Angebot findet man nebst Gaumenfreuden wie zum Beispiel Entenleber auch Währschaftes wie etwa Cordon-Bleu, Nidwaldner Geschnetzeltes mit Rösti und gar Menus mit internationalem Touch.

Bereits nationale Ausstrahlung

«Hier kocht einer, der es kann», schreibt Urs Heller, Chefkritiker des Gastroführers Gault-Millau. Weiter heisst es im Gastroführer: «Auffallend die Qualität und die präzise Zubereitung der Gemüse, die der Chef auf einem nahen Biohof einkauft.» Die Auszeichnung fand bereits Gehör über die Kantonsgrenzen hinweg. So hat die «Schweizer Illustrierte» dem Dallenwiler Pächterpaar eine ganze Seite gewidmet. Dort heisst es unter anderem: «Die Fleischgerichte sind traditionelle Klassiker und haben Klasse.» Dies sind unter anderem Lammnierstück, Rindsfilet «Rossini» mit gebratener Entenleber oder Entrecôte «Café de Paris».

Damian Fry selbst gibt sich bescheiden, freut sich aber sehr über die Auszeichnung. «Ich freue mich umso mehr, weil Dallenwil kein touristischer Hotspot ist wie etwa Engelberg oder der Bürgenstock.» Bereits habe er dadurch mehrere neue Gäste gewinnen können, verrät er.

Ein eingespieltes Team

Gastro-Insider sind über die Auszeichnung nach so kurzer Zeit nicht erstaunt. Denn bevor Damian Fry und Rita Wiesli nach Dallenwil kamen, führten sie einige Jahre sehr erfolgreich das Hotel-Restaurant Krone in Wassen (UR). Und dies mit der nötigen Bodenhaftung, denn Damian Fry ist waschechter Urner aus Hospental und als Koch ein Gastroprofi aus Berufung. In jüngeren Jahren arbeitete er in verschiedenen Gourmet-Restaurants, unter anderem beim bekannten Jacky Donatz in Zürich. Nebst seiner Ausbildung als Koch verfügt er zusätzlich über eine Ausbildung als Diplom-Sommelier. Seine Partnerin Rita Wiesli ist gebürtige Appenzellerin und hat ihre Ausbildung als Koch in St. Gallen absolviert. Danach arbeitete sie in der Hostellerie im «Sternen» in Flüelen und im «Dolder» Zürich, wo sie wertvolle Erfahrungen in der Fünf-Sterne-Gastronomie sammeln konnte. Da sie bereits in der «Krone» Wassen mit ihrem Partner arbeitete, waren sie in Dallenwil von Anfang an ein eingespieltes Team.

Ein Gasthaus für jedermann

Damian Fry führt das Zepter in der Küche, Rita Wiesli ist verantwortlich für Service und Ambiance und wird dabei von mehreren Angestellten unterstützt.

Auch wenn das «Kreuz» mit 14 Punkten zu den besten Gastro-Adressen der Schweiz zählt, ist Schwellenangst fehl am Platz. «Bei uns ist jedermann willkommen», sagt Fry. Diese gelebte Gastfreundschaft gehört zum Konzept und gilt auch für Leute, die am Stammtisch nur etwas trinken wollen.

Wie bereits bei ihren Vorgängern gibt es auch preiswerte Mittagsmenus, sei es Business-Lunch mit Fleisch oder vegetarisch. Beliebt ist auch das Herbstprogramm, welches sogar von der «Schweizer Illustrierten» lobend erwähnt wird – Wild natürlich. Der Cousin von Damian Fry liefert die Gemsen selber ins Haus. Und sollte mal jemand zu viel getrunken haben, gibt es im Hause noch drei Hotelzimmer – übrigens die einzigen im Dorf Dallenwil.

Die Gastfreundschaft im «Kreuz» hat eine sehr lange Tradition, denn das Haus gilt als älteste Wirtschaft im ganzen Engelbergertal. Sie stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Seit 1975 ist das Haus im Besitz der Ürtekorporation, welches dieses Juwel seitdem hegt und pflegt und immer stilvoll renoviert.