Abruptes Ende der Ägypten-Ferien: Stanser Ehepaar reiste in einem fast leeren Flugzeug nach Hause

Die Corona-Krise machte den Reiseplänen von Rosmarie und Walter Camenzind einen dicken Strich durch die Rechnung. Für das Stanser Ehepaar endeten die Ägypten-Ferien abrupt. Bei ihrer Rückkehr trafen sie ein ungewohntes Stans an. 

Matthias Piazza
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Rosmarie und Walter Camenzind im praktisch leeren Flugzeug.

Rosmarie und Walter Camenzind im praktisch leeren Flugzeug.

Bild: PD

Sie freuten sich auf einen dreiwöchigen Aufenthalt im ägyptischen Marsa Alam, wo sie seit sieben Jahren fast jedes Jahr hinfliegen. Der Ort am Roten Meer ist bekannt für seine Sandstrände und Korallenriffe, Meeresschildkröten und Seekühe – und bei den Camenzinds sehr beliebt. Zwar war Corona bei der Abreise von Walter und Rosmarie Camenzind am 5. März schon ein Thema. «Doch gemäss der Einschätzung unseres langjährigen Ennetbürger Reisebüros Port-Air war die Reise zu verantworten», erzählt Rosmarie Camenzind. Wenig deutete auf dem Hinflug auf einen baldigen Ausnahmezustand hin, ausser, dass es in Ägpyten etwas länger dauerte, bis sie das Flugzeug verlassen konnten.

Doch es sollte anders kommen. Der Corona-Virus erreichte auch Ägypten. Man erfuhr, dass im vier Autostunden entfernten Hurghada ein deutscher Tourist am Corona-Virus erkrankt war. In Marsa Alam reisten immer mehr Touristen ab, weil ihre Ferien zu Ende waren, neue reisten kaum noch an. Immer mehr Hotels schlossen. Der Anruf des Ennetbürger Reisebüros vom 16. März bedeute dann das vorzeitige Ende der Ferien für die Camenzinds. «Wir wurden informiert, dass wir am Mittwoch ausgeflogen würden, weil die ägyptische Regierung sämtliche Touristen aufforderte, das Land zu verlassen», erinnert sich Rosmarie Camenzind an die turbulenten Tage zurück.  

Wie leergefegt: das Ferienresort in Ägypten.

Wie leergefegt: das Ferienresort in Ägypten.

Bild: PD

Durch ihr Reisebüro hätten sie sich während der ganzen Zeit sehr gut betreut gefühlt, lobt sie. «Es wurde für uns alles organisiert – im Gegensatz zu Touristen, die über andere Reisebüros oder übers Internet buchten. Diese wussten lange nicht, wie es weiter geht». Sie selber hätten nie ein mulmiges Gefühl oder gar Angst gehabt.   

Rosmarie und Walter Camenzind beim Essen.

Rosmarie und Walter Camenzind beim Essen.

Bild: PD

Rosmarie Camenzind: «So etwas habe ich noch nie erlebt»

Am vergangenen Mittwoch traten sie den Rückflug in die Heimat an – eine Woche früher als geplant. Der Flughafen Düsseldorf, wo sie umstiegen, sollte ein Vorgeschmack auf das geben, was sie zu Hause erwarten würde. «Der Flughafen war wie leergefegt, kaum Passagiere, geschlossene Restaurants und Läden. So etwas habe ich noch nie erlebt», erzählt Rosmarie Camenzind.

Kaum Menschen unterwegs: der Flughafen Düsseldorf.

Kaum Menschen unterwegs: der Flughafen Düsseldorf. 

Bild: PD

Das Flugzeug nach Zürich hatten die Camenzinds fast für sich alleine. «In der Maschine mit 150 Plätzen waren wir gerade mal fünf Passagiere. Wir konnten die Plätze wählen. Die Distanz zu anderen Passagieren einzuhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden, war so natürlich kein Problem», lacht sie. 

Gespenstische Stille in Stans

Sie trafen auf ein Stans, das einen surrealen Eindruck machte. «Es war geisterhaft, wie ausgestorben, eine gespenstische Stille, kaum Leute und Autos auf der sonst stark befahrenen Robert-Durrer-Strasse, geschlossene Geschäfte», schildert die 68-Jährige ihre Eindrücke. Doch mit der bundesrätlichen Weisung, nicht unter Leute zu gehen, hätten ihr 71-jähriger Mann und sie kein Problem. «Wir spazieren täglich zu zweit in der Natur, machen Frühlingsputz und geniessen das Wetter auf dem Balkon. Die Einkäufe macht unsere Tochter.» Von Frustration keine Spur, obwohl schon zwei Mal zuvor eine Ägypten-Reise ins Wasser fiel – einmal wegen Terroranschlägen und ein anderes Mal wegen gesundheitlicher Probleme Walter Camenzinds. «Das müssen wir akzeptieren», meint Rosmarie Camenzind dazu – und freut sich schon auf die nächste Ägypten-Reise.

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