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In Ennetmoos geht eine Ära zu Ende

Stolze 18 Jahre lang war Peter Scheuber im Gemeinderat von Ennetmoos, davon 16 Jahre als Präsident. Jetzt tritt er zurück. Der Gemeinde bleibt er dennoch erhalten – und zwar als Mitarbeiter im Werkdienst.
Robert Hess
Der zurücktretende Gemeindepräsident Peter Scheuber auf seinem «Königssitz», dem Heimwesen Burg. (Bild: Robert Hess (Ennetmoos, 18. Juni 2018))

Der zurücktretende Gemeindepräsident Peter Scheuber auf seinem «Königssitz», dem Heimwesen Burg. (Bild: Robert Hess (Ennetmoos, 18. Juni 2018))

Müssten die Gemeindepräsidenten von Ennetmoos aus Tradition von einem Königssitz aus regieren, wäre Peter Scheuber nach seiner Wahl im Jahr 2002 nicht verlegen gewesen. Sein Landwirtschaftsbetrieb, den er 1990 von seinen Eltern übernommen hat, befindet sich nämlich nur einige Dutzend Höhenmeter unterhalb der denkmalgeschützten Ruine der Rotzburg.

«Burg» heisst denn auch das Heimwesen von Peter und Luzia Scheuber-Durrer. Und von hier aus ist der Blick frei in alle Richtungen – inklusive Sicht auf einen grossen Teil des Gemeindegebiets mit den beiden Ortsteilen Allweg und St. Jakob.

Die CVP klopfte bei Scheuber an

Trotz eigenem «Königssitz» ist Landwirt Peter Scheuber, der früher auch als Sanitär-Teilzeitangestellter arbeitete, «ganz normal in die aktive Politik hineingeraten». Die CVP habe ihn vor den Wahlen im Jahr 2000 für eine Kandidatur angefragt. Scheuber sagte zu und schaffte gleich den Sprung in den Gemeinderat. Bereits zwei Jahre später wurde er als Nachfolger von Paul Matter zum Präsidenten gewählt.

Vor eineinhalb Jahren kündigte Scheuber seinen Rücktritt auf Ende des Amtsjahres 2017/18 an. «Als sich CVP-Ratskollege Stefan von Holzen zur Kandidatur als Gemeindepräsident bereit erklärte, konnte ich mit gutem Gewissen zurücktreten», sagt Peter Scheuber. Ende dieser Woche, am 30. Juni, gibt er sein Amt ab.

Aus dem aktiven politischen Leben wird er sich aber nicht zurückziehen: Bei den Gesamterneuerungswahlen im März wurde er auf weitere vier Jahre im Landrat bestätigt. Im Amtsjahr 2016/17 hat er das Kantonsparlament präsidiert. «Es war ein besonders intensives Jahr», blickt Scheuber zurück. «Mit diesem Amt kamen rund 100 zusätzliche Termine hinzu.» Möglich wurde das Engagement nicht zuletzt auch deshalb, weil Scheuber seinen Hof im Jahr 2014 an Tochter Maja und Schwiegersohn Ueli Wallimann verpachtet hatte. Zur Familie von Peter und Luzia Scheuber gehören zwei weitere Töchter und ein Sohn.

«Es hat sich viel bewegt und verändert»

Im «Ennetmooser Fenster», dem Infoblatt der Gemeinde, hat Peter Scheuber kürzlich einen Rückblick auf seine Amtszeit veröffentlicht. «Sehr viel hat sich in dieser Zeit in Ennetmoos bewegt und verändert», zieht er Bilanz. Als erste Nidwaldner Gemeinde führte Ennetmoos im Jahr 2010 die Einheitsgemeinde ein. «Harte politische Auseinandersetzungen waren der Volksabstimmung vorausgegangen», erinnert er sich. Rückblickend sei die Aufhebung der Schulgemeinde, unter anderem mit eigenem Rat und Steuersatz, der richtige Entscheid gewesen.

Lang ist die Liste jener Bauten, die während Peter Scheubers Amtszeit realisiert wurden: das neue Verwaltungsgebäude, der Aus- und Umbau der Schulanlage St. Jakob mit dem Neubau der Mehrzweckanlage, der Neubau des Pfarrhauses und des Feuerwehrlokals sowie derzeit die Sanierung des Schulhauses Morgenstern. Trotz hoher Investitionen blieben die Finanzen im Lot. Im Herbst könnte gar eine Steuersenkung Realität werden.

Peter Scheuber betont, wie wichtig ein gutes Team im Gemeinderat und in der Verwaltung sei. Nötig sei auch der Rückhalt bei den Stimmbürgern. Sachliche Kritik habe er stets akzeptieren können. Aber er weiss auch: «Nicht alle Aufgaben kann man für alle zufriedenstellend lösen.» Wichtig war Scheuber stets eine aktive Informationspolitik der Behörden gegenüber dem Volk. Aussagen wie «ich ha ghöre sägä» zu Gemeindethemen bei Gesprächen unter den Stimmbürgern sind ihm ein Greuel.

Besonders lobt er den Gemeindeschreiber Klaus Hess: «Er hat mich jederzeit hervorragend unterstützt.» In den 16 Jahren habe er rund 1600 Stunden zusammen mit Hess all die vielen Sitzungen und Geschäfte vorbereitet. «Neben seiner menschlichen und ruhigen Art schätze ich vor allem seine hohe rechtliche Kompetenz.»

Er denkt noch lange nicht an die Pension

Für Peter Scheuber liegen im Alter von 55 Jahren jegliche Pensionierungsgedanken in weiter Ferne. Er wird in einem 80-Prozent-Pensum bei der Gemeinde Ennetmoos im Werkdienst und Liegenschaftsunterhalt arbeiten. Regelmässige Mithilfe ist sicher auch daheim auf dem Bauernhof gefragt. Seine Passion als Jäger bleibt ebenfalls erhalten. Und den acht Grosskindern wird er ein fürsorglicher und unternehmungslustiger Grossvater sein – auch für das 9. Enkelkind, das unterwegs ist.

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