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In Ennetmoos rosten die Leitungen unerwartet

Drei Wasserleitungsbrüche in drei Tagen, kein Trinkwasser: Die Anwohner der Gruobstrasse wurden diese Woche arg mitgenommen. Der Grund sind Gussrohre, die noch 40 Jahre hätten halten sollen und die Hälfte des Leitungsnetzes ausmachen.
Franziska Herger
In der Gruobstrasse wurde ein Graben aufgerissen, um die Wasserleitungsbrüche zu reparieren. (Bild: Franziska Herger (Ennetmoos, 10. August 2018))

In der Gruobstrasse wurde ein Graben aufgerissen, um die Wasserleitungsbrüche zu reparieren. (Bild: Franziska Herger (Ennetmoos, 10. August 2018))

Wenn plötzlich Wasser aus dem Boden quillt und über eine Quartierstrasse strömt, heisst das nichts Gutes – Wasserleitungsbruch. Die Anwohner der Gruobstrasse in Ennetmoos erlebten das unerwünschte Szenario diese Woche gleich mehrmals. Die Behörden hätten schnell reagiert, sagt Brunnenmeister Roland Rohrer auf Anfrage unserer Zeitung. «Am Dienstag erhielten wir um 12.45 Uhr eine Meldung von einem Anwohner, es laufe Wasser über die Strasse – mit 20 Kubikmetern pro Stunde, wie sich herausstellte.» Die Trinkwasserleitung, die eineinhalb Meter unter der Gruobstrasse verläuft, war in kurzem Abstand zweimal gebrochen.

Um 13.30 Uhr wurde das Wasser abgestellt. Umgehend informierte das Bauamt die Bewohner von rund 45 Wohnungen, dass sie auf unbestimmte Zeit kein Trinkwasser zur Verfügung hätten. Schäden an Grundstücken entstanden keine. Bis die Lecks mittels Bodenmikrofonen und elektrischen Wellen gefunden und anschliessend repariert waren, dauerte es aber eine Weile. Am Mittwochabend floss wieder Trinkwasser aus den Hähnen an der Gruobstrasse, doch nicht für lange: Am Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr brach die Leitung einen halben Meter weiter im Erdreich erneut.

«Wir hatten natürlich einige Anrufe»

Da die Anwohner aufgrund der frühen Stunde nicht hätten informiert werden können, habe man das Wasser nur reduziert und das Leck unter Druck repariert, sagt Roland Rohrer. «Das waren erschwerte Bedingungen. Doch zur Reparatur konnte der bereits bestehende Graben in der Gruob­strasse verlängert werden, weshalb die Trinkwasserversorgung bereits kurz vor 10 Uhr morgens wiederhergestellt war.» Auch diesmal verursachte das Wasser keine Schäden an Grundstücken. Die Anwohner hätten Verständnis gezeigt, sagt der Brunnenmeister. «Aber wir hatten natürlich einige Anrufe. Die Leute wollten wissen, was los sei.»

Ältere Eternitleitungen sind weniger anfällig

Gute Frage: Warum diese vielen Leitungsbrüche in so kurzer Zeit? «Das Wasserleitungsrohr in der Gruobstrasse ist an vielen Stellen stark verrostet, man nennt das auch Lochfrass», führt Roland Rohrer aus. Irgendwann führt die Korrosion zu Löchern in der Leitung, etwa in der Grösse eines Einfrankenstücks.

Nur: Eigentlich ist es dafür zu früh. «Die Gussrohr-Leitungen an der Gruobstrasse wurden Ende der 70er-Jahre eingebaut», sagt der Brunnenmeister. «Sie sollten eine Lebensdauer von 80 Jahren haben. Jetzt zeigt sich, dass dem nicht so ist.» Von einer Fehleinschätzung will Roland Rohrer nicht reden. «Man hat aus den letzten Jahrzehnten gelernt», meint er diplomatisch.

Rund die Hälfte des 43 Kilometer langen Ennetmooser Leitungsnetzes besteht aus solchen Gussrohren. Die zum Teil älteren Eternitleitungen, die mit Ausnahme einiger Kunststoffrohre die andere Hälfte des Netzes ausmachen, sind weniger bruchanfällig. An einer Sanierung der Gussrohr-Leitungen in absehbarer Zeit führe kein Weg vorbei, sagt Brunnenmeister Rohrer. «Eigentlich müssten jährlich rund zwei Prozent des Leitungsnetzes saniert werden. Dann hätte man in 50 Jahren ein Netz, bei dem nicht mit Brüchen gerechnet werden muss.»

Rohrer räumt ein, dass dieses Ziel nicht immer erreicht werde. «Die Planung ist nicht ganz einfach. Aus Kostengründen versucht man in der Regel, die Sanierung mit anderen Arbeiten an der Strasse oder den elektrischen Leitungen zu kombinieren. Wir sind aber daran, das Thema zu forcieren.»

Die Reparatur ist nicht billig

Zumindest an der Gruobstrasse dürfen die Anwohner mit einer neuen Wasserleitung rechnen. Die Sanierung ist im Finanzplan 2020 bis 2022 mit 500'000 Franken bereits berücksichtigt. «Wenn sich in diesem Gebiet Wasserleitungsbrüche weiterhin häufen, drängt sich die Sanierung aber nächstens auf», sagt Roland Rohrer.

Die Kosten für die Sanierung werden als Teil des Budgets von der Gemeindeversammlung genehmigt werden müssen. Doch auch die Reparatur von wiederholten Leitungsbrüchen ist nicht ganz billig, rechnet Roland Rohrer: Die drei Löcher an der Gruobstrasse zu flicken dürfte die Gemeinde bis zu 10'000 Franken gekostet haben.

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