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In Stansstad foutieren sich Kletterer um Absperrungen

Die Kletterrouten bei der Stansstader Acheregg sind verlockend. Einige verschaffen sich gewaltsam Zugang zu einem abgesperrten Areal.
Matthias Piazza
Kletter verschaffen sich immer wieder mit Gewalt Zugang zum abgesperrten Areal bei der Acheregg, indem sie den Zaun zerschneiden. (Bild: Matthias Piazza, Stansstad, 13. September 2019)

Kletter verschaffen sich immer wieder mit Gewalt Zugang zum abgesperrten Areal bei der Acheregg, indem sie den Zaun zerschneiden. (Bild: Matthias Piazza, Stansstad, 13. September 2019)

Leute im Klettertenue steigen beim Hellegg in Stansstad in der Nähe der Acheregg über einen defekten Zaun, der an dieser Stelle zuvor offensichtlich absichtlich beschädigt wurde. Sie wollen sich im nahegelegenen, eigentlich aufgehobenen Klettersektor des sogenannten Rivella-Klettergartens vergnügen. Gar nicht zur Freude der Ürtekorporation Stansstad als Grundeigentümerin. «Wir möchten eigentlich nicht, dass an dieser Stelle geklettert wird», sagt auf Anfrage Ürtevogt Andy Hermann. Denn der Weg von der Lopperstrasse zum Kletterpark führt mitten durch das seit Ende der 1980er-Jahre eingezäunte Areal, auf dem die Korporation Holz zu Schnitzeln verarbeitet und Firmen einen Teil des Platzes gemietet haben, um Waren zu lagern. Ein Schild warnt: «Betreten auf eigene Gefahr.» «Wir reparierten den Zaun schon mehrere Male, nach ein paar Tagen ist er wieder aufgeschnitten. Da müssen Metallscheren dazu verwendet worden sein», sagt Andy Hermann dazu. «Diesem Vandalismus sind wir etwas ausgeliefert, da der Ort schlecht überwachbar ist.» Auch das Entfernen der Seilhaken habe nichts gebracht, kurze Zeit später seien sie von Kletterern wieder ersetzt worden. Andy Hermann hält aber fest, dass die Ürtekorporation nicht generell etwas gegen das Klettern hat, abgesehen vom abgesperrten Bereich. Die Frage, wie man rechtlich dem Problem Herr werden könne, habe man im Ürterat bisher noch nicht erörtert. Gemäss Zivilprozessordnung kann ein Eigentümer gerichtlich ein Betretungsverbot verhängen, mit einer Busse von bis 2000 Franken bei Widerhandlung.

Auf der Website des Schweizer Alpenclubs (SAC) wird der Klettergarten Rivella als schnell und einfach erreichbares Klettergelände in einem kleinen Felstrichter direkt an der Uferstrasse von Stansstad nach Alpnachstad beworben. Die steile Wand sei auch im Sommer gegen Abend angenehm zum Klettern, weil sie nur frühmorgens beschienen werde. Als Besonderheit wird die gegenüberliegende geneigte Platte erwähnt, geeignet für Anfänger und Kinder für erste Gehversuche im Klettern.

SAC verurteilt das Missachten der Absperrung

Ist der Eintrag nicht mehr aktuell? Licht ins Dunkel bringt Alain de Brot, Leiter Tourenwesen bei der SAC-Sektion Titlis. «Wegen des abgesperrten Areals ist nur der nordöstliche Teil des Kletterparks nicht mehr begehbar. Die betroffenen Routen sind im Internet auf dem Tourenportal des SAC nicht mehr aufgeführt.» Die übrigen 27 Routen seien nach wie zugänglich. Dies ändert sich gemäss Andy Hermann auch nicht. Zäune aufzuschneiden und Haken wieder zu montieren sei definitiv nicht in Ordnung, hält Alain de Brot fest. «Wer Klettertouren errichten oder verändern will, muss korrekterweise die Erlaubnis des Grundstückeigentümers einholen, was hier leider offensichtlich definitiv nicht geschah.» Dass die Kommunikation zwischen Kletterern, Eigentümern und anderen Interessenvertretern nicht immer funktioniere, sei wohl auch der fehlenden Zuständigkeit geschuldet. Es gebe bei Klettergärten selten eine offizielle Ansprechstelle.

Allerdings sieht sich der SAC zumindest ideell als Dachorganisation solcher Übungsanlagen: «Die Leute können ohne lange Anreise nach dem Feierabend in der freien Natur ihre Kletterfertigkeiten trainieren und sich so ideal für Klettertouren in den Bergen vorbereiten», so Alain de Brot. Vor diesem Hintergrund unterstütze die SAC-Sektion Titlis primär die Kommunikation und sei somit offen, um gemeinsam mit der Ürtekorporation eine Lösung im Interesse aller Beteiligten zu finden.

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