Jahresergebnis
Raiffeisenbank Nidwalden wächst kräftig

Ausleihungen und Kundengelder legen deutlich zu. Wegen Wertberichtigungen reduziert sich der Jahresgewinn um 5,6 Prozent.

Martin Uebelhart
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Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Nidwalden (vorne), und Verwaltungsratspräsident Bruno Poli schauen auf das vergangene Jahr zurück.

Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Nidwalden (vorne), und Verwaltungsratspräsident Bruno Poli schauen auf das vergangene Jahr zurück.

Bild: Urs Hanhart (Stans, 21. Januar 2021)

«Wir hatten ein gutes Jahr», sagte Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Nidwalden. «Insbesondere was das Wachstum bei den Ausleihungen und den Kundengeldern betrifft», hielt er am Donnerstag anlässlich eines Mediengesprächs in Stans fest. Bei den Ausleihungen beträgt das Wachstum laut einer Mitteilung der Bank 6,6 Prozent. Enthalten sind hier auch gegen 200 Covid-19-Kredite, die an einheimische KMU vergeben worden sind. «In der Summe waren das insgesamt rund 19 Millionen Franken», so Baumgartner. Ein Teil der Unternehmen habe die Kredite bereits wieder zurückbezahlt. Derzeit stehen noch rund 14 Millionen an Covid-Krediten in den Büchern. Um 5,7 Prozent wuchs das Hypothekargeschäft. Insgesamt resultiert bei den Ausleihungen – dem Kerngeschäft – eine rekordhohe Zunahme von 111 Millionen auf 1,82 Milliarden Franken.

Um fast zehn Prozent sind im vergangenen Jahr auch die Kundeneinlagen gewachsen. Sie betragen rund 1,95 Milliarden Franken. «Diese Entwicklung wird auch durch das Negativzinsregime anderer Banken begünstigt und es wird gespart, vielleicht gerade wegen der derzeitigen Situation», mutmasste Christoph Baumgartner. So erfreulich dieser Zuwachs sei, in Sachen Negativzinsen sei das eine Herausforderung, so Baumgartner. Derzeit bezahlen bei der Raiffeisenbank Nidwalden Firmenkunden mit einer Einlage von über einer Million Franken Negativzinsen – sofern sie keine anderen Geschäfte wie Anlagen oder Finanzierungen tätigen. «Bei diesem Thema werden wir über die Bücher gehen müssen», sagte Christoph Baumgartner. Änderungen der Limiten und auch Negativzinsen für Privatkunden müssen diskutiert und geprüft werden. «Wenn alle anderen Institute Negativzinsen verlangen, bringt das der Raiffeisenbank noch mehr Zuwachs», ergänzte Verwaltungsratspräsident Bruno Poli.

Wertberichtigungen auf Kreditpositionen

2020 konnte die Bank 273 neue Genossenschafterinnen und Genossenschafter gewinnen. 21'731 waren es Ende Jahr.

Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Nidwalden.

Christoph Baumgartner, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Nidwalden.

Bild: Urs Hanhart
(Stans, 21. Januar 2021)

Der Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft stieg im vergangenen Jahr um über 20 Prozent auf 3,78 Millionen Franken. «Das hilft uns, den Rückgang beim Zinsgeschäft fast vollumfänglich zu kompensieren», sagte Baumgartner. Einen Rückgang erlitt das Zinsergebnis unter anderem, weil fast eine Million Franken Wertberichtigungen auf Kreditpositionen gebildet werden mussten. Dies betreffe in erster Linie Kredite in Bereichen wie Gastro, Hotellerie oder Tourismus.

Weniger Zins für die Anteilscheine

Diese Wertberichtigungen sind mit ein Grund, dass sich der Geschäftserfolg im Vergleich zu 2019 um 5,6 Prozent auf rund 6,77 Millionen Franken reduziert. Im gleichen Masse sinkt auch der Jahresgewinn auf gut 3,28 Millionen. «Der Wermutstropfen dabei ist, dass wir auf die Anteilscheine nur 3,25 Prozent Zins ausrichten können, ein halbes Prozent weniger als im vergangenen Jahr», sagte Baumgartner.

Bruno Poli, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Nidwalden.

Bruno Poli, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Nidwalden.

Bild: Urs Hanhart
(Stans, 21. Januar 2021)

Der Verwaltungsrat sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis, sagte Bruno Poli. «Wir sind organisatorisch und regulatorisch sehr gut aufgestellt», hielt er fest. Im Rahmen der Fusion der Raiffeisenbanken im Kanton Nidwalden habe man Einiges aufgearbeitet. «Das hat auch dazu beigetragen, dass wir gut durch die das Jahr 2020 beherrschende Coronakrise gekommen sind.»

Im Rahmen der Reformen bei Raiffeisen auf schweizerischer Ebene wurden strategisch und operationell neue Gremien geschaffen. Bruno Poli hat den Vorsitz beim Rat der Raiffeisenbanken, dem höchsten Gremium auf strategischer Ebene. «Wir gewinnen auf diese Weise an Einfluss», zeigte er sich überzeugt. «Unsere Stimme wird mehr gehört als früher.»