Jasskarten aus dem 16. Jahrhundert gefunden

Während der Restaurierung eines alten Gerichtsprotokolls wurde im Staatsarchiv Nidwalden eine unerwartete Entdeckung gemacht: In den Buchdeckeln kam ein fast vollständiges und relativ gut erhaltenes Spiel mit Jasskarten aus dem 16. Jahrhundert zum Vorschein – eine Seltenheit.

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Schellen, Schilten, Eichel und Rosen. Die Farben sind noch gut erhalten. (Bild: Staatsarchiv Nidwalden)

Schellen, Schilten, Eichel und Rosen. Die Farben sind noch gut erhalten. (Bild: Staatsarchiv Nidwalden)

Schellen, Schilten, Eichel und Rosen. Die Farben sind noch gut erhalten. (Bild: Staatsarchiv Nidwalden)

Schellen, Schilten, Eichel und Rosen. Die Farben sind noch gut erhalten. (Bild: Staatsarchiv Nidwalden)

Während der routinemässigen Restaurierung eines Gerichtsprotokolls aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts fand die Restauratorin, die im Auftrag des Staatsarchivs arbeitet, ein fast vollständiges und gut erhaltenes Spiel mit 500-jährigen Jasskarten. Die Jasskarten waren in den Buchdeckeln versteckt und dienten der Verstärkung des Einbandes, heisst es in einer Medienmitteilung des Staatsarchivs Nidwalden vom Dienstag.

Die Spielkarten gelangten wahrscheinlich bereits bei der Herstellung des Protokollbandes in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in den Buchdeckel. Vielleicht wurde der Band auch später, im Verlauf des 16. oder zu Beginn des 17. Jahrhunderts, neu gebunden und mit einem neuen Deckel versehen.

Jasskarten vom «Basler Typ»

Funde von mittelalterlichen Jasskarten sind selten. Die ersten Erwähnungen von Kartenspielen in der Schweiz stammen aus dem 14. Jahrhundert. Aus dem 16. Jahrhundert sind nur wenige Jasskarten überliefert. Das Bild der im Staatsarchiv entdeckten Spielkarten passt genau in diese Zeit. Es ist vom sogenannten «Basler Typ». Damals wurden in Basel Spielkarten massenhaft hergestellt und in den deutschen Sprachraum exportiert. So ist auf einigen der Spielkarten, auf der Schilten-Farbe, das Basler Wappen zu erkennen.

pd/zim