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Jetzt rollen die Zentralbahn-Züge wieder

Die vierwöchige Streckensperrung der Zentralbahn ist überstanden. Geschäftsführer Michael Schürch spricht von einem erfolgreichen Ausnahmebetrieb. Klagen gab es aber trotzdem.
Matthias Piazza
Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Am Montag brauchte es keine Personenlenker mehr, weil die Zentralbahn den regulären Betrieb wieder aufnahm. (Bild: Nadia Schärli, Hergiswil, 18. März 2019)

Dieses Bild gehört der Vergangenheit an: Am Montag brauchte es keine Personenlenker mehr, weil die Zentralbahn den regulären Betrieb wieder aufnahm. (Bild: Nadia Schärli, Hergiswil, 18. März 2019)

Die Zentralbahn (ZB) versüsste ihren Fahrgästen den Wochenstart. Am Montag Morgen verteilten ZB-Mitarbeitende an den Bahnhöfen 2000 Biberli mit der Aufschrift «Alles hat ein Ende. Herzlichen Dank für Ihre Geduld». Die rund 17000 Fahrgäste, die täglich mit der ZB unterwegs sind, haben diesen Montag zweifellos herbeigesehnt. Vorbei ist der vierwöchige Ausnahmebetrieb, als sie im Bahnersatzbus von Luzern nach Hergiswil/Stans und Alpnachstad (oft stehend) reisen mussten und länger als üblich unterwegs waren.

Rund 50 Chauffeure mit 25 Bussen von sechs Busunternehmen waren von morgens 5 Uhr bis fast 1 Uhr nachts während sieben Tage in der Woche unterwegs. Zentralbahn-Geschäftsführer Michael Schürch zieht eine positive Bilanz zum bisher grössten und längsten Bahnersatzbetrieb in der Geschichte der ZB. «Aufgrund der Erfahrungen in den ersten Tagen setzten wir in der Hauptverkehrszeit zusätzliche Kurse ein oder verstärkten bestehende mit weiteren Bussen. Ab der zweiten Woche lief alles rund.»

Klagen über zu wenig Platz und verpasste Anschlüsse

Trotz bestmöglichem Bahnersatzbetrieb und rechtzeitiger Ankündigung habe es wie erwartet viele Rückmeldungen zu den Kapazitäten und verpassten Anschlüssen gegeben. «Vor allem in der Hauptverkehrszeit mussten sich viele Fahrgäste mit Stehplätzen begnügen, das war leider nicht anders möglich. Sonst hätten wir für einen Zug fünf bis sechs Cars statt nur zwei Gelenkbusse einsetzen müssen.» Und ein Teil der Pendler hätte trotzdem stehen müssen. Auch sei es vorgekommen, dass der Anschlusszug abgefahren sei, wenn der Bus in der Stadt Luzern oder im Loppertunnel im Verkehr stecken geblieben sei.

Trotzdem sei die Totalsperre mit dem rund zwei Millionen Franken teuren Bahnersatzbetrieb unumgänglich gewesen, auch aus technischen Gründen. «Und Arbeiten in der Nacht wollten wir wegen der Lärmbelästigung den Anwohnern nicht zumuten.» Zum Entscheid, tagsüber zu arbeiten, hätten auch finanzielle Überlegungen eine Rolle gespielt. «Wenn wir allmorgendlich die Strecke für den Zugbetrieb wieder hätten bereitmachen müssen, hätten die Bauarbeiten ein Mehrfaches gekostet», so Michael Schürch.

Frühling als beste Zeit für den Unterbruch

Stellt sich noch die Frage nach dem Zeitpunkt dieses Unterbruchs. Wären die Sommerferien mit weniger Pendlern nicht idealer gewesen? Michael Schürch verneint. «Der Frühling ist die beste Zeit, im Sommer oder Herbst hätten wir wegen des verstärkten Freizeitverkehrs deutlich mehr als 17000 Personen täglich transportieren müssen.» Eine positive Bilanz zieht der ZB-Chef auch zu den eigentlichen Bauarbeiten während der Totalsperre. «Wir haben den Zeitplan einhalten können, auch dank Wetterglück.»

Während bei den ZB-Passagieren wieder der Alltag einkehrte, gehen die Bauarbeiten weiter. Die Erneuerungsarbeiten im Bahnhof Kriens Mattenhof sind erst im September 2020 zu Ende, jene in Horw diesen Dezember. Dann ist auch die verlängerte Doppelspur zwischen dem Haltiwaldtunnel und Hergiswil Matt fertig. Dafür braucht es in den ersten zwei Novemberwochen wieder eine Streckensperrung, dann aber «nur» zwischen Allmend und Alpnachstad beziehungsweise Hergiswil. Die neue S-Bahn-Haltestelle Hergiswil Matt wird am 1. März 2020 in Betrieb genommen.

In zwei Jahren wird zwischen Luzern und Allmend die Strecke wieder unterbrochen, weil dort ein zweites Zentralbahn-Gleis verlegt wird. Leider habe man diese 70 Millionen Franken teuren Arbeiten nicht dieses Jahr ausführen können, weil das Projekt noch nicht ausgereift sei.

Bahnersatzbusse ohne Gurten

Die vielen Busse, die in den vergangenen vier Wochen als Bahnersatz teilweise auch auf der Autobahn fuhren, waren nicht mit Gurten ausgerüstet. Und viele Passagiere mussten stehend im Bus reisen (siehe Haupttext). Das ist weder illegal noch in der Grauzone. Seit 2006 besteht in der Schweiz zwar eine Gurtentragpflicht für Reisecars, diese gilt aber nicht für öffentliche Linienbusse, selbst wenn diese auf einer Autobahn unterwegs sind. (red/map)

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